Faisal Kawusi klingelte nach seinem Auftritt bei Felix Lobrecht durch, um ihn um Rat zu fragen.
Faisal Kawusi klingelte nach seinem Auftritt bei Felix Lobrecht durch, um ihn um Rat zu fragen. Bild: Sat.1

Nach Vorwürfen gegen Sat.1: Faisal Kawusi legt nach

Nach seinem Tränenauftritt bei Sat.1 war der Comedian sauer auf den TV-Sender. Nun rief er in der neuen Show seines Kollegen an.
16.02.2022, 08:4116.02.2022, 13:58

Es war ein Auftritt, der unter die Haut ging: Comedian Faisal Kawusi brach auf Sat.1 in Tränen aus, tief bewegt von den furchtbaren Geschehnissen in seinem Heimatland Afghanistan in den vergangenen Jahrzehnten, aber auch in der Gegenwart. Zu sehen waren seine Emotionen bei "Das große Promibacken", doch die Zuschauerinnen und Zuschauer sahen im Fernsehen nur die halbe Wahrheit.

Der Sender hatte nämlich die entsprechende Szene um eine nicht ganz unerhebliche Sequenz gekürzt und darauf verzichtet, zu zeigen, wie Kawusi auf Afghanisch sang, ehe ihm die Tränen kamen. Und war aufgrund der verkürzten Darstellung ziemlich sauer.

Faisal Kawusi: "Ich bin zutiefst gekränkt"

Auf Instagram lud er die ungeschnittene Szene hoch, der Clip ging dort viral, wurde rund 300.000 Mal abgerufen. In einem weiteren Posting formulierte er klare Worte gegen den Sender: "Ich bin zutiefst gekränkt, denn das ganze Team hat gespürt, wie viel Schmerz in meinen Worten liegt."

Wie sehr ihn das Verhalten des Senders ärgerte, zeigt auch, dass Kawusi vergangene Woche in der neuen Show seines Comedy-Kollegen Felix Lobrecht "99 Problems" anrief, die seit vergangener Woche auf 1Live (und nun auch als Podcast) zu hören ist. Dort können Menschen anrufen, um den Podcast-Star um Rat zu fragen bei Problemen, die sie in ihrem Leben belasten.

Felix Lobrecht: Überraschung über Anruf von Faisal Kawusi

Lobrecht erkannte im ersten Moment gar nicht, wer denn da anrief, und fragte Kawusi dann: "Was macht das Backbusiness?" Kawusi fragte erst einmal nach, wie lange sein Zeitslot sei, um herauszufinden, wie "emotional" er "into it" gehen dürfe... um Lobrecht dann zu erzählen, was passiert sei. "Wir Afghanen haben uns oft nicht gehört gefühlt", sagte er. "Ich habe die Sendung zum Anlass genommen, um das Ganze emotional zu verarbeiten. Für mich und für alle Menschen, die mit der afghanischen Community in Deutschland zu tun haben."

"Ich arbeite ja seit Jahren mit Sat.1 zusammen, aber das ist echt ein asozialer Move in meine Fresse." Weiter meinte er im Lauf des Gesprächs: "Ich werde ganz oft gefragt: Was forderst du denn? Ich fordere gar nichts. (...) Ich erwarte nicht von irgendwelchen White-Privilege-Leuten, dass sie irgendwas tun, damit ich mich gut fühle." Und:

"Was ich möchte, ist voranzuschreiten für alle Menschen in dieser Community. Die Leute flippen ja aus, weil der Schmerz durch diese Aktion wieder aufgerissen wurde."

Lobrecht fühlte hörbar mit Kawusi mit, war aber auch ein wenig verunsichert: "Was kann ich machen? Soll ich bei denen anrufen? Ich gehe nicht davon aus, dass die mit mir reden", sagte er. Und lachte. Wechselte dann aber den Modus und wurde konstruktiv: "Ich verstehe, dass das scheiße ist. Aber das ist quasi gelaufen. Kann man nicht etwas anderes machen, um irgendwie Solidarität zu zeigen oder die Menschen supporten?"

Kann man – indem man die Bevölkerung mit Spenden unterstützt. Schließlich leidet ein Großteil der Bevölkerung in Afghanistan Hunger. Kawusi weiß das, er organisiert seit Jahren mit Aktionen Unterstützung für seine Landsleute. Weshalb Lobrecht seine Zuhörerinnen und Zuhörer aufforderte, für Kawusis Aktionen zu spenden.

Kawusi war zufrieden mit dem Rat seines Kollegen und hofft nun, dass möglichst viele Zuhörerinnen und Zuhörern ihn unterstützen. Denn am Ende geht es ihm nur um eines: Aufmerksamkeit für die katastrophalen Zustände in seinem Heimatland. Um zeitgleich Sprachrohr der afghanischen Community in Deutschland zu sein.

Übrigens: Sat.1 verzichtete darauf, öffentlich zu erläutern, warum die entsprechende Szene nicht gezeigt wurde. Der Sender teilte lediglich mit, man hätte Kawusi ausführlich erklärt, was zu dieser Entscheidung geführt habe.

(sw)

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