Carsten Maschmeyer probierte es mit einem "unmoralischen" Angebot – aber keine Chance.
Carsten Maschmeyer probierte es mit einem "unmoralischen" Angebot – aber keine Chance.Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

"Die Höhle der Löwen": Maschmeyer unterbreitet besonderes Angebot – "Rufen Sie mich an"

Die Qualität ihres Produkts war umstritten, nicht aber der Charme der Gründer selbst: Zwei Nordlichter vom Timmendorfer Strand gelangten in der "Höhle der Löwen" Händchen haltend zum Deal. So viel Romantik zirkuliert in der Vox-Show selten.
20.10.2021, 16:33
rupert Sommer

Ein frischer Wind – wie eine Ostsee-Meeresbrise: Nicole und Bernd Sell sind hoch im Norden zu Hause. Dort nämlich, wo am Timmendorfer Strand das halbe Land gern Urlaub macht. Und doch muss man auch im Idyll wirtschaftlich überleben – eine Lektion, die das sympathische Gründer-Paar schon länger gelernt hat. Ihre ursprünglichen Berufe hatten Nicole und Bernd hinter sich gelassen. Und mit extrem leckeren Soßen-Varianten haben sie sich ein erfolgreiches Geschäft aufgebaut.

Und doch wollten sie am Montagabend, in der bereits vorletzten Folge der aktuellen "Die Höhle der Löwen"-Staffel bei Vox, einen weiteren Start wagen – und ein neuartiges Geschmackserlebnis hervorrufen. Ihre Idee: "Early Green" stellten die Sells als originelle vegane Fleischalternative vor. Sie zielen damit direkt auf den boomenden Markt von Vegan-Fans, die sich nicht nur gesund ernähren, sondern mit ihrer Abkehr von der industriellen Fleisch-Zucht auch ökologisch nachhaltig konsumieren wollen.

Raus aus der gefürchteten Kühlkette!

Es ist ein Markt, der allerdings schon gut besetzt ist. Gar nicht so leicht, da noch eine Lücke zu finden und den entscheidenden Unterschied zu machen. Doch Nicole und Bernd, der selbst begeisterter Hobbykoch ist, wollten sich nicht abschrecken lassen. Von den meisten im Handel verfügbaren veganen Produkten sind die beiden nicht überzeugt: "Viele Fleischersatzprodukte haben keine besonders lange Haltbarkeit. Schon nach einer Woche sind sie verdorben."

Nicole und Bernd Sell verführten die "Löwen" aus der Vox-Gründershow zum fleischlosen Grill-Vergnügen.
Nicole und Bernd Sell verführten die "Löwen" aus der Vox-Gründershow zum fleischlosen Grill-Vergnügen.Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maure

Die Lösung, die Bernd beim Ausprobieren mit unterschiedlichen Vegan-Klassikern herausfand: Er nutzt nun Seitan, bekannt aus der klassischen japanischen Küche. Für ihn ist die Weizen-Masse eine sehr gute Alternative. "Seitan ist in der vegetarischen und veganen Küche sehr beliebt, weil es eine fleischähnliche Konsistenz hat. Aber: Zubereitetes Seitan ist kühlungspflichtig, damit es nicht verdirbt."

Die Innovation der Nordlichter: Das Ehepaar hat mit "Early Green" eine eigene Fertigmischung in Pulverform entwickelt, die ohne Kühlung auskommt. Im Angebot haben sie Pulver-Tütchen der Geschmacksrichtungen "Burger", "Gyros" und "Steak", die auf rein natürlichen Zutaten basieren. Die Handhabung auf dem Weg zum Vegan-"Fleisch" ist dabei einfach: Man müsse nur die Fertigmischung mit 150 Milliliter kaltem Wasser und zwei Esslöffel Speiseöl vermengen, erklärten sie. Dann umrühren und kurz durchkneten, in Form bringen und braten oder grillen!

"Ich glaube, das ist nicht gut verdaulich"

Und tatsächlich: Die Bratlinge schmeckten den Fleisch-Großkatzen! "Lecker", jubelte spontan der eingefleischte Burger-Fan Ralf Dümmel. "Sieht aus wie Gyros, schmeckt wie Gyros", lobte Nils Glagau die Verkostung. Carsten Maschmeyer erzählte mal wieder von seinem ältesten Sohn Marcel. Der sei auch überzeugter Veganer und könnte sicherlich "Early Green"-Fan werden. So weit, so gut.

Allerdings: Georg Kofler war nicht begeistert – und das aus eher privaten Gründen. Er leidet unter einer leichten Form von Gluten-Unverträglichkeit. Ein Ersatzprodukt auf Weizen-Basis kam bei ihm daher nicht so gut an. "Das Beste, was man hier schmeckt, war die wunderbare Steak-Soße", sagte der Südtiroler und mäkelte dann doch recht deutlich: "Ich glaube, das ist nicht gut verdaulich."

Maschmeyer macht ein "unmoralisches Angebot"

Als eigentlicher USP bei "Early Green" entpuppte sich dann allerdings weniger das Produkt, das man eben mag oder auch nicht. Es waren vielmehr die Gründer selbst, die begeisterten. "Ich bin fasziniert, wie Sie präsentieren", lobte Carsten Maschmeyer die sehr zupackenden Sells. Nicole unterbreitete er dann sogar eine Art "unmoralisches Angebot": "Wenn Sie einen tollen Vertriebsjob suchen, rufen Sie mich an", schmeichelte Maschmeyer. Die Frau hatte es ihm angetan.

Tatsächlich trat dann das ein, was unvermeidbar war. "Ich befürchte, es gibt einen Löwenkampf", sagte Ralf Dümmel. Und er offenbarte seine stark romantische Ader. Dass Nicole und Bernd so viel Sicherheit zogen aus der zärtlichen Art, wie sie miteinander auf der Bühne umgingen, kam beim Familienmensch Dümmel gut an. "Sie halten sich gegenseitig fest", sagte er. "Sie mögen sich, das sieht man."

Von der Soapflaker-Seife war Ralf Dümmel nicht begeistert. Beim Startup "Early Green" schlug der Handelsexperte jedoch zu.
Von der Soapflaker-Seife war Ralf Dümmel nicht begeistert. Beim Startup "Early Green" schlug der Handelsexperte jedoch zu.Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Vielleicht war es allerdings auch ein wenig Taktik, um die Gründer romantisch "einzuseifen". Immerhin willigte Ralf Dümmel zwar ein, für eine Beteiligung am Start-up die geforderten 100.000 Euro zu zahlen. Statt 20 Prozent wollte der Handelsexperte aber stolze 30 Prozent am Unternehmen haben.

Zum Glück eröffnetet sich für die Sells aber noch eine Alternative: Auch Nils Glagau schmeichelte dem richtig "erfrischenden, authentischen Team". Und er gestand: "Da leckt sich jeder die Finger nach ab", so der potenzielle Investor. "Nehmt mich!" Sein Trumpf: Er blieb bei den ursprünglich geforderten 20 Prozent

Händchenhaltend zum Deal

Nicole und Bernd wirkten da schon überglücklich. Händchenhaltend zogen sie sich zur Ehepartner-Privatberatung in den Hintergrund der "Höhle" zurück. Mehr noch: Sie ließen ihren Emotionen freien Lauf. "Süß, die küssen sich", stellte Ralf Dümmel entzückt, aber eben auch ein wenig indiskret fest.

Gut möglich, dass die Sells genau die richtige Strategie gewählt hatten, um den sonst so kühl verhandelnden Schwerenöter umzustimmen. Mit Romantik-Einlullung nämlich. Auch Bernd und Nicole hatten nämlich einen Vorschlag: Sie würden Ralf Dümmel als Dritten im Bunde wählen. Aber nur, wenn er sich spontan auf 25 statt der geforderten 30 Prozent herunterhandeln würde. Der Hanseat stutzte kurz, roch den Braten – und willigte trotzdem begeistert ein.

"Von Herzen haben wir das Gefühl, im Norddeutschen blieben zu wollen", freute sich Nicole Sell. Das Paar von der Ostsee und der Hamburger haben sich gefunden. Wie romantisch. "Schweißnass", fühlte sich Gründer Bernd nach den hochemotionalen Herz-Schmerz-Verhandlungen!

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