Für Ralf Dümmel war die Entscheidung für ein Investment in die Beerbag ein echtes Gefühlschaos.
Für Ralf Dümmel war die Entscheidung für ein Investment in die Beerbag ein echtes Gefühlschaos.
screenshot vox/höhle der löwen

"Höhle der Löwen": Ralf Dümmel geht mit Beerbag seinen waghalsigsten Deal ein

20.04.2021, 06:55

In Folge fünf der Vox-Show "Die Höhle der Löwen" standen für die Investoren eine Reihe schwerer Entscheidungen an. Mit seiner Beerbag machte der 22-jährige Tilman Rothe aus Dresden besonders Unternehmer Ralf Dümmel das Leben schwer.

Während alle anderen Löwen sich fest entschlossen gegen einen Deal entschieden, schlug Dümmel dennoch zu – und ging damit wohl eines seiner waghalsigsten Investments ein.

Doch nicht nur Ralf Dümmel ging einen Deal ein, der von außen erst einmal nicht sehr klug erscheint. Auch der überzeugte Veganer und Gründer von Myey, einem veganen Ei-Ersatz, traf eine ungewöhnliche Entscheidung

"Höhle der Löwen": Beerbag sorgt für Wechselbad der Gefühle

Mit Beerbag will Tilman Rohe (22) aus Dresden das Kistenschleppen leichter machen.
Mit Beerbag will Tilman Rohe (22) aus Dresden das Kistenschleppen leichter machen.
TVNOW / Bernd-Michael Maurer/beerbag

Die "Höhle der Löwen" ist bekannt für ihre originellen Erfindungen und nie da gewesenen Produkte. Am Ende sind es jedoch meist die Zahlen, die die Löwen bei einem möglichen Deal anbeißen lassen. Nicht so in dieser Folge.

Tilman Rohe aus Dresden hat mit seiner Beerbag eine schlaue Erfindung gemacht. "Mit einer Beerbag kann ich eine Getränkekiste ganz einfach auf den Rücken schnallen und wie einen Rucksack tragen", demonstrierte der Erfinder. Nebenbei, auch das zeigte Tilman Rohe kurzerhand, funktioniert die Beerbag außerdem als Hocker.

Von Carsten Maschmeyer gab es dafür ein außerordentliches Kompliment:

"Sie haben für mich einen Rekord aufgestellt. Das ist das Originellste, was ich hier gesehen hab."

Doch nicht jede Idee ist gleich auch eine gute Geschäftsidee. Weil die Zahlen nicht für den 22-jährigen Dresdner sprachen, wollte zunächst kein Löwe investieren – außer Ralf Dümmel. Und auch Dümmel war der Meinung: "Man kann nicht investieren". Und doch wand sich der Unternehmer in seinem Stuhl hin und her, ließ einmal gar den Kopf hängen.

Ralf Dümmel sah in der Beerbag kein Massenprodukt – und investierte trotzdem.
Ralf Dümmel sah in der Beerbag kein Massenprodukt – und investierte trotzdem.
screenshot vox/diehöhlederlöwen

Dümmel bekam Vatergefühle und brachte es schlichtweg nicht übers Herz den sympathischen Erfinder der Beerbag nachhause zu schicken.

"Höhle der Löwen": Ralf Dümmel ringt sich zum Deal durch

Als Georg Kofler sich einschaltete und anbot, zu Promotion-Zwecken mit einer Beerbag ein zehnstöckiges Haus hinauf und hinunter zu laufen, rang Dümmel sich durch. "Die ehrliche Antwort ist, es ist kein Geschäftsmodell", gab er zu, "aber ich helf dir – scheißegal."

Tilman Rohe hat mit seiner Beerbag bewiesen: Manchmal lohnt es sich wirklich, Mut zu beweisen. So lassen sich die Löwen eventuell auch zu einem waghalsigen Deal überreden. 20.000 Euro investierte der Unternehmer für 30 Prozent der Firmenanteile an einem Unternehmen, das bisher nur eine Idee ist.

MyEy will Hühner in den Ruhestand schicken

Originell war auch der Auftritt von Christian Geiser aus Tirol. Mit einem veganen Ei-Ersatzprodukt und einem Huhn im Gepäck sorgte der Konditormeister und Bäcker bei "Die Höhle der Löwen" zunächst einmal für viel Amüsement. Das Huhn wurde in den Liegestuhl verfrachtet und Christian Geiser legte los.

Seine Erfindung MyEy präsentierte er als den ersten veganen Ei-Ersatz, der schmecke wie ein Ei, aussehe wie ein Ei und der einsetzbar sei wie ein Ei. Sein Angebot an die Investoren: 150.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.

Für den Verbraucher sieht das Ersatz-Ei, das muss man sagen, zunächst aus wie herkömmliches Proteinpulver. Und offenbar schmeckte das Produkt auch nicht wie das tierische Original. "Der Geschmack erinnert mich so gar nicht an Ei", kritisierte Löwe Nils Glagau das Produkt aus pflanzlichen Eiweißquellen wie Kartoffeln und Erbsen.

Und dennoch rochen die Investoren offenbar das Potential eines wachsenden Marktes. Nils Glagau warb mit seinem Netzwerk und der Chance, das Produkt noch weiter zu entwickeln. Ralf Dümmel und Maschmeyer präsentierten sich als internationale Handelsriesen.

"Asien kann der Ralf sehr gut, ich kann Tel Aviv bis San Francisco", protze Maschmeyer.

Und obwohl Ralf Dümmel und Maschmeyer gleich 300.000 Euro in den Topf werfen wollten, für 30 Prozent der Anteile am Unternehmen, so entschied auch der MyEy-Erfinder entgegen der Marktlogik. Christian Geiser entschied sich für die 150.000 Euro und schloss einen Deal mit Nils Glagau.

Diesmal hätte der Gründer Christian Geiser aus finanzieller Sicht klüger handeln können. Doch dem Konzept von MyEy zuliebe gab er sich mit weniger Geld, dafür jedoch mit einem besseren Gefühl zufrieden.

Themen

Weitsicht vor der Abwahl? Andreas Scheuer bewirbt sich um Mini-Job bei der "heute-show"

Acht Tage vor der Bundestagswahl treibt der Wahlkampf seltsame Blüten: Ein TV-Triell wie eine "Asi-Talkshow", ein Minister, der sich schon nach einem neuen Job umsieht – und eine Partei, die sich zur Motivation eines Films bedient, der Kriminalität und Morallosigkeit feiert. Die "heute-show" verwertete alle Vorlagen.

In "The Wolf of Wall Street" motiviert der von Leonardo DiCaprio gespielte Finanzguru Jordan Belfort seine Mitarbeiter mit einer aufpeitschenden Rede zu bedingungsloser Loyalität und unbändigem Einsatz für das Wohl des großen Ganzen – der Firma. Genau diesen Film hatten sich ein paar "Lurche von der Jungen Union" (O-Ton Oliver Welke, "heute-show"-Moderator) am Rande eines TV-Triells als Motivationsvideo ausgesucht und unterlegten die entfesselte Rede mit Untertiteln ("Wir. Gewinnen. Diese. …

Artikel lesen
Link zum Artikel