"Jenke. Crime" ist das neue ProSieben-Format mit Jenke von Wilmsdorff. Nach der ersten Ausgabe erntet die Show Kritik in sozialen Netzwerken.
"Jenke. Crime" ist das neue ProSieben-Format mit Jenke von Wilmsdorff. Nach der ersten Ausgabe erntet die Show Kritik in sozialen Netzwerken.
Bild: ProSieben / Marc Rehbeck

"Unangenehm": Zuschauer wettern gegen neues Format mit Jenke von Wilmsdorff

07.05.2021, 07:39

Nach seinem spektakulären TV-Experiment hat Jenke von Wilmsdorff nun eine neue Show auf ProSieben erhalten: In "Jenke. Crime" setzt er sich als Extremreporter mit ehemaligen Häftlingen buchstäblich an einen Tisch und rollt ihre Verbrechen auf. Profilerin Suzanne Grieger-Langer, die die Taten näher analysiert, liefert zusätzliche Einschätzungen.

Da die einstigen Gangster ungefiltert von ihrer Vergangenheit berichten, macht sich "Jenke. Crime" allerdings von vorneherein angreifbar. In sozialen Netzwerken sammelte sich im Laufe des Abends einiges an Kritik an. Dort bemängelten mehrere User, dass die Sendung Kriminalität glorifiziere beziehungsweise verharmlose.

ProSieben-Zuschauer sehen "Jenke. Crime" kritisch

In der ersten Ausgabe kam unter anderem Hubertus Becker zu Wort, der vom Bandenmitglied zum internationalen Drogenbaron aufstieg und erstaunlich emotionslos seine Geschichte erzählt. Jenkes unkonventioneller Ansatz dagegen wird bereits deutlich, als er nachfragt, welches Verbrechen denn dem Aussterben geweiht sei und gleich zwei seiner Gesprächspartner wie aus der Pistole geschossen meinen: "Banküberfall ist total out!"

Sollte in diesem Ton öffentlich über Straftaten diskutiert werden? Viele User bei Twitter sind da skeptisch und machten ihrem Ärger am Dienstagabend auch Luft. Speziell die Aussage zu Banküberfällen fand dort gleich mehrfach Erwähnung.

Becker wusste sich im TV zweifelsohne hervorragend zu vermarkten und stellte beispielsweise sein logistisches Talent heraus, das ihm bei seinen Verbrechen zugutekam. Tatsächlich arbeitet er mittlerweile auch als Autor: 2020 startete er eine Romanreihe über eine internationale Drogenschmugglerbande. Dass er jetzt bei ProSieben eine so große Bühne bekommt, finden einige Zuschauer zweifelhaft und auch "irgendwie unangenehm":

Auch sarkastisch gefärbte Kommentare sind bei Twitter zu lesen. Dieser Nutzer beispielsweise "freut" sich schon auf den weiteren TV-Aufstieg der "Crime. Jenke"-Beteiligten:

Nicht zuletzt befeuerte die Show auch als hergebrachte Klischees, indem beispielsweise am laufenden Band geraucht wurde.

Ein bitteres Fazit lautet sodann: "Kann wieder abgesetzt werden".

Profilerin bei "Jenke. Crime" sorgt für Unmut

Im Fokus steht daneben die bei "Jenke. Crime" involvierte Profilerin Suzanne Grieger-Langer, deren Methoden umstritten sind. Darüber berichtete die "Süddeutsche Zeitung" bereits 2009 eingehend. "Wäre schon gut, wenn das Rechercheteam mal kurz nach Suzanne Grieger Langer gegoogelt hätte", lautet etwa ein Beitrag:

Die Einschaltquoten zur Premiere der Show waren übrigens dennoch immerhin solide: 1,15 Millionen Zuschauer interessierten sich für das True-Crime-Format.

(ju)

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