Bushido ist hier bei einem der Gerichtstermine aus dem vergangenen Jahr zu sehen.
Bushido ist hier bei einem der Gerichtstermine aus dem vergangenen Jahr zu sehen.
Bild: imago images/ Olaf Wagner
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Bushido-Prozess: Abou-Chakers Anwalt mit schweren Vorwürfen gegen Anna-Maria Ferchichi

02.08.2021, 15:4202.08.2021, 17:09

Nach rund einem Monat Unterbrechung ist am Montag der Prozess gegen Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder fortgesetzt worden. Rapper Bushido sagte in den vergangenen Monaten bereits an 25 Verhandlungstagen gegen seinen einstigen Geschäftspartner aus. Zuletzt sollte eigentlich Bushidos Ehefrau Anna-Maria Ferchichi, die derzeit mit Drillingen schwanger ist, befragt werden. Zu Beginn der Verhandlung hatte allerdings Richter Martin Mrosk mitgeteilt, dass Ferchichi nicht kommen werde, weil Komplikationen aufgetreten seien, die ein Erscheinen vor Gericht unmöglich machten.

Somit musste an diesem Tag "ein spontanes Programm" abgespielt werden, wie Mrosk Ende Juni verkündete. Wie schlecht es Bushidos Frau wirklich ging, wurde im Nachgang deutlich, denn der Rapper postete Bilder, auf denen zu sehen war, dass sie sich sogar zur Behandlung im Krankenhaus befand.

In ihrer Abwesenheit wurde vor der Pause debattiert, ob Sprachnachrichten zwischen ihr und Arafat als Beweis vor Gericht abgespielt werden dürfen. Die Verteidigung gab dazu an: "Diese Kommunikation verträgt sich nicht mit dem, was sie bekundet hat. In ihrer Vernehmung hat sie Arafat Abou-Chaker als Kontrollfreak dargestellt. Der Chat zeigt noch im Sommer 2017 eine vertraute Kommunikation, dass man ohne den Ehepartner Urlaubspläne ausheckt." Eine Entscheidung stand allerdings noch aus. Für den 42. Prozesstag wurde schließlich die Fortsetzung von Anna-Maria Ferchichis Aussage erwartet.

Darum geht es im Prozess
Laut Anklage soll es zu Straftaten gekommen sein, nachdem Bushido 2017 die geschäftlichen Beziehungen auflösen wollte. Abou-Chaker habe dies nicht akzeptieren wollen und von Bushido eine Millionen-Zahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert, heißt es in der Anklageschrift. Der Rapper sei bedroht, beschimpft, eingesperrt und verletzt worden. Die Brüder im Alter von 39, 42 und 49 Jahren sind als Gehilfen oder Mittäter angeklagt.

Anna-Marias letzte Ladung bis November

Doch auch an diesem ersten Verhandlungstag nach der Pause wurde schnell klar, dass keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden. War zuletzt noch angekündigt worden, dass es voraussichtlich mit Bushidos Frau weitergehe, hieß es gleich zu Beginn, dass an diesem Tag nur Urteile zu früheren Verfahren verlesen werden – und zwar die von Rommel Abou-Chaker. Anna-Maria nahm also nicht im Zeugenstuhl Platz. Genau dazu hatte die Verteidigung Abou-Chakers noch einige Anmerkungen. Dabei ging es Hansgeorg Birkhoff um ihr Fernbleiben vom Prozess, welches wegen der Drillingsschwangerschaft entschuldigt werde. Dadurch könne der Eindruck entstehen, dass die besonderen Umstände von Anna-Maria strategisch genutzt werden können, so der Anwalt.

"Ich persönlich finde die Vernehmung zwei bis drei Wochen nach der Entbindung abenteuerlich."
Anna-Maria Ferchichi beim Prozess gegen Arafat Abou-Chacker

Bis November soll die Mutter von fünf Kindern nicht weiter aussagen, die Situation werde somit ausgenutzt, monierte der Anwalt weiter. Birkhoff nannte es ein "Entscheiden nach Lust und Laune, wie sie mit Ladungen umgehen." Speziell Anna-Maria erscheine nur sporadisch, unterbreche Vernehmungen oder fahre in den Urlaub. Somit würde sie dem Gericht "auf der Nase rumtanzen", betonte er. Ladungen seien schließlich Folge zu leisten. Darüber hinaus fehle auch ein Attest mit nachvollziehbarer Diagnose. Durch eine richterliche Entscheidung sollen deutliche Signale gesendet werden, wie damit umgegangen werde, sagte der Anwalt.

Der Vorsitzende Richter nahm diese Anregung auf. Oberstaatsanwältin Petra Leister hatte zu diesem Punkt ebenfalls etwas mitzuteilen und erklärte, dass in wenigen Tagen ein neues Attest erwartet werde. Dass Anna-Maria im November wieder vor Gericht erscheine, bezweifelt sie allerdings. Der Grund: "Ich persönlich finde die Vernehmung zwei bis drei Wochen nach der Entbindung abenteuerlich." Darüber hinaus sagte sie mit Blick auf die Einwände der Verteidigung, dass man Ferchichi schlecht verbieten könne, in den Urlaub zu fahren.

Bushido-Prozess zieht sich weiter

An drei Tagen stand Bushidos Frau bisher zur Verfügung. Dass sie bei einem Verhandlungstag bereits Kenntnis davon gehabt habe, dass noch Chatverläufe verlesen werden sollen, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Gerichtssaal gewesen sei, mache darüber hinaus einen schlechten Eindruck, so die Verteidigung. Demnach habe sie Inhalte über einen nicht regulären Weg erfahren, wodurch auf das Verfahren eingegriffen worden sei.

Der nächste Prozesstag findet erst wieder am 16. August statt. An diesem Tag soll auch Ashraf Remmo geladen werden. Bei einem Termin soll es allerdings nicht bleiben, denn es war die Rede von "unbestimmten Folgeterminen".

In der Zwischenzeit konnte übrigens auch Veysel K. kontaktiert werden, der vor wenigen Monaten in die Türkei abgeschoben wurde. Er soll bei dem angeblichen Vorfall im Januar 2018, bei dem Bushido unter anderem eingesperrt, beleidigt und bedroht worden sein soll, zumindest zeitweise dabei gewesen sein. Ob er tatsächlich vor Gericht erscheint, wird sich zeigen.

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Bushido verrät: Arafat soll weiteren Rapper bedroht haben

Mittlerweile fand bereits der 21. Prozesstag gegen Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder vor dem Berliner Landgericht statt. Bushido sagte nun zum 15. Mal aus. Der Rapper, der auch als Nebenkläger auftritt, meinte bei der vergangenen Anhörung, dass er sich wenig um Geschäftliches gekümmert habe und Steuererklärungen blind unterschrieben haben soll. "Unser Musikgeschäft war so lukrativ, da liefen Vermietung und Verpachtung nebenbei", gab er an.

Zuletzt stand besonders Rommel Abou-Chaker im …

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