Youtuber Rezo hat die psychischen Auswirkungen seines Workloads zu spüren bekommen.
Youtuber Rezo hat die psychischen Auswirkungen seines Workloads zu spüren bekommen.
Bild: Screenshot / Twitch / Rezo

"Riesenglück gehabt, dass ich nicht alleine war": Youtuber Rezo berichtet von psychischen Problemen

17.03.2021, 15:51

Rezo gibt eine bislang unbekannte Seite von sich in einem seiner Twitch-Streams preis. Seit einigen Monaten beschränkt sich der Webvideo-Produzent nicht mehr nur auf teils politische, medien- und gesellschaftskritische Videos sowie diverse Challenges auf Youtube, sondern entdeckte Live-Reactions, Gaming und Frage-Antwort-Runden auf der Streaming-Plattform für sich.

Und das nehmen seine Fans zwar zaghaft, aber langsam vermehrt gut auf: Rund 150.000 Follower zählt Rezos Twitch-Community. Zum Vergleich: Zwei seiner Youtube-Kanäle folgen jeweils eineinhalb Millionen Menschen.

Damit widmet sich Rezo aber auch einem neuen Projekt: Aktiv ist der Allrounder und Workaholic nicht nur auf Youtube, Instagram, Twitter und Twitch, er produziert auch Musik und hat zusätzlich 2020 mit "Nindo" eine eigene Website für Social-Media-Statistiken an den Start gebracht. Dass ihm der Workload, den er sich selbst zumutet, auch besorgniserregende Spuren hinterlässt, darüber redet Rezo nun ganz offen auf Twitch.

Zunächst verrät der 28-Jährige im Stream, dass ihn schon seit über einem Jahr Gefühle von starkem Unwohlsein beschäftigt hatten. Dieses Gefühl hätten sich dann später zu echten Panikattacken entwickelt, die lange anhielten. Dabei habe er vor allem abends das Gefühl gehabt, dass gleich etwas Schlimmes passieren würde. Der Content-Creator erinnert sich:

"In dem Moment war das so krass, dass ich nicht auf mein Leben klargekommen bin. In dem Augenblick war das so stark, dass ich raus musste aus der Wohnung, weil ich es nicht ausgehalten habe, da zu sein. Wenn das reingekickt hat, musste ich sofort aus der Wohnung raus."

Zudem habe der gebürtige Wuppertaler das Gefühl gehabt, er könne nicht mehr steuern, wie er sich im nächsten Moment verhält – das habe zu brenzligen Situationen geführt: "Teilweise hatte ich Angst vor mir selber: Was ist, wenn ich im nächsten Augenblick die Kontrolle über das, was ich tun möchte, verliere, zwei Schritte über das Geländer springe und in den Tod stürze?", habe sich Rezo gefragt.

Solche Gefühle und Gedanken habe er jedoch immer auf den Stress geschoben, den er hatte. An einen Moment konnte sich der Netz-Star allerdings erinnern, an dem das Abtun nicht mehr gelang und die Panikattacken schließlich aus dem Ruder gelaufen seien.

Panikattacken hatten 2020 ihren Höhepunkt bei Rezo erreicht

Mitte vergangenen Jahres, als er sein Video "Die Zerstörung der Presse" veröffentlichte, dem monatelange Recherche vorangegangen war, ging auch "Nindo" an den Start – die dazugehörige Deadline rückte näher. Nachdem der Presse-Clip online gegangen war, stellte Rezo fest, dass die Reaktionen darauf von allen Seiten durchweg positiv waren. Und weiter:

"Dann sollte man ja eigentlich meinen, dann fühle ich mich gut. Aber wisst ihr, was passiert ist? Es ist so krass mit diesen Panikattacken geworden."

Plötzlich sei das ungute und irrationale Gefühl zurückgekehrt, dass jeden Moment etwas Schlimmes passieren könnte: "Ich habe Riesenglück gehabt, dass ich nicht alleine war, ich wäre ganz schlecht klargekommen, wenn ich alleine gewesen wäre", erinnert sich Rezo. Seine beste Freundin sei damals bei ihm gewesen. Zusammen seien sie anschließend lange spazieren gewesen: "Wäre sie an dem Abend nicht da gewesen, ich weiß nicht, wie das geendet wäre", fasst der Youtuber zusammen.

Erst nach Stunden habe sich Rezo beruhigen können, doch die Attacken seien damit noch nicht ausgestanden gewesen: "Panikattacken haben ein Echo, nur weil der eine Abend vorbei war, hieß es nicht, dass es vorbei war. Am nächsten Abend war es sogar noch stärker."

Trotz dieser Erlebnisse begann Rezo bislang keine Therapie

Auch danach sei das Gefühl immer wiedergekommen, irgendwann habe ihm jedoch die rationale Einordnung, dass sie auch wieder verschwinden, geholfen. Doch obwohl Rezo seine mentale Gesundheit wichtiger geworden ist – in eine Therapie habe es sich bis jetzt nicht begeben:

"Ich mein, ich habe in den letzten zehn Jahren einmal Urlaub gemacht. Jede Woche ist eine 80-Stunden-Woche, es gibt nur essen und schlafen, alles kein Problem, kann ich über Jahre machen."

Er sei sich bewusst, belastbar zu sein, habe das aber zum Nachteil seiner Psyche ausgenutzt: "Weil ich lieber arbeite. Eigentlich verantwortungslos."

Panikattacken sind laut Rezo symptomatisch für die Youtube-Szene

Und noch eine erschreckende Beobachtung habe Rezo infolgedessen gemacht: Als er auf Social Media angekündigt hatte, sich etwas zurücknehmen zu wollen, weil ihn Panikattacken beschäftigen, hätten ihm die meisten seiner Youtube-Kollegen gestanden, selbst unter solchen Problemen zu leiden. Rezos provokante Fragestellung lautete dazu: "Ist es vielleicht nicht so gut, in einer Szene zu sein, in der wir alle einen Job machen auf eine Art und Weise, dass es irgendwie normal ist, dass wir alle Panikattacken haben von Zeit zu Zeit?"

Schließlich freute er sich aber auch, bekannt geben zu können, dass er sich wegen seines Fokus auf seine Gesundheit nun besser fühle. Arbeit an die zweite Stelle zu stellen, sei dennoch ein langer Prozess für Rezo gewesen: "Mittlerweile bin ich psychisch an einem so viel besseren Punkt, weil ich mehrmals die Woche Feierabend mache."

(cfl)

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