Wirtschaft

Personalwechsel bei der Deutschen Bank: Vize-Vorstand Sewing soll an die Spitze rücken

Vize-Vorstandschef Christian Sewing soll an die Spitze der Deutschen Bank rücken und damit Nachfolger von John Cryan werden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Finanzkreisen. Zuvor hatten der "Spiegel" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" darüber berichtet. Sewing führt bisher das Privatkundengeschäft der größten deutschen Bank und ist zudem Co-Vizechef. Das Geldhaus war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der Aufsichtsrat soll die Personalie bei einer Telefonschalte am Sonntagabend absegnen. Dabei werde Aufsichtsratschef Paul Achleitner der Form halber zwei Kandidaten vorschlagen: Sewing und einen externen Kandidaten, wie zu hören war. 

ARCHIV - 18.05.2017, Hessen, Frankfurt: John Cryan (l) , Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank und Aufsichtsratschef Paul Achleitner bei der Hauptversammlung der Deutsche Bank in der Festhalle. (zu dpa Aufsichtsrat der Deutschen Bank schaltet sich am Sonntag zusammen

John Cryan (l.) und Aufsichtsratschef Paul Achleitner Bild: dpa

Der 1970 geborene Sewing soll zur Hauptversammlung am 24. Mai den Spitzenposten übernehmen. Auch das "Handelsblatt" berichtete darüber.

Die Deutsche Bank hatte am späten Samstagabend mitgeteilt, dass sich der Aufsichtsrat am Sonntag mit dem Vorstandsvorsitz beschäftigen werde. 

In seinen knapp drei Jahren an der Spitze des Dax-Konzerns war es Cryan nicht gelungen, das schwächelnde Kapitalmarktgeschäft anzukurbeln.

Für ihren Kurs wird die Deutsche Bank regelmäßig verspottet und kritisiert:

Der zweite Co-Vizechef Markus Schenck, der ebenfalls als Kandidat für den Vorstandsvorsitz galt, steht zudem vor dem Absprung, wie in den Finanzkreisen weiter zu hören war. Er ist derzeit für das Firmenkundengeschäft und das Investmentbanking zuständig. Vorstandsmitglied Garth Ritchie, der zusammen mit Schenck die Sparte leitet, soll aber bleiben.

Achleitner hatte den als Sanierer geschätzten ehemaligen UBS-Finanzchef Cryan zur Deutschen Bank geholt. Vor Ostern hatte sich der Brite noch mit einer kämpferischen Botschaft an die Belegschaft gewandt und damit klargemacht, dass er bleiben will. Der Vertrag des Briten läuft regulär bis 2020.

In der Mitteilung betonte Cryan auch, er werde weiter an der Sanierung der Bank arbeiten, aber nach baldigen Fortschritten werde "künftig wieder mehr Fokus auf Wachstum liegen und darauf, dass wir für unsere Aktionäre attraktive Renditen erzielen". Investoren haben Cryan oft vorgeworfen, er sei zwar ein Kostensparer, habe aber keine Vision, wie die Deutsche Bank wieder Geld verdienen könne.

Zwar hat der Bankchef einen Teil der problematischen Themen inzwischen abgearbeitet, allen voran gefährliche Rechtsstreitigkeiten. Jedoch ist es ihm bislang nicht gelungen, das einst so gewinnträchtige Kapitalmarktgeschäft der Deutschen Bank auf Vordermann zu bringen.

Nun wächst auch die Kritik an Chefaufseher Paul Achleitner:

(dpa)

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