Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Grab, Tempel oder Observatorium? Forscher lösen ein Rätsel um Stonehenge

Über den Zweck von Stonehenge gibt es viele Theorien. Es könnte die Versammlungsstätte eines Kultes gewesen sein. Oder ein Tempel. Oder ein Ort, an dem Astronomen den Himmel beobachtet haben. Für jede Theorie gibt es Indizien wie Gegenargumente. Fest steht: Die aufwendig arrangierten Steinblöcke im Süden Englands faszinieren uns schon lange.

Wissenschaftler von der Universität Oxford haben Überreste aus der Stätte mit der sogenannten Strontium-Isotopen-Analyse durchleuchtet. Und so haben sie immerhin ein Mysterium gelöst, dass sich um das Steinmonument rankte:

Einige der dort vor Tausenden von Jahren beerdigten Menschen stammen nicht aus der Umgebung, sondern wahrscheinlich aus dem fast 300 Kilometer entfernten Westen von Wales. Sie könnten von dort sogar Souvenirs mitgebracht haben, sogenannte Blausteine von den Preseli-Bergen, die nachweislich in einer frühen Bauphase der Anlage verwendet worden waren.

Wie funktioniert Strontium-Isotopen-Analyse?

Strontium gelangt über die Nahrung in den Körper und lagert sich in Knochen und Zähnen ein. Je nach Ort unterscheiden sich die Isotopen-Verhältnisse und geben Hinweise auf die Herkunft. Isotope sind unterschiedlich schwere Atomsorten eines Elements. Die Forscher verglichen die Resultate der Proben mit denen von heutigen Pflanzen, Zähnen und Wasser.

Die Ausgrabungsstätte von oben:

Image

Bild: Adam Stanford of Aerial-Cam Ltd

In der imposanten Anlage, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, finden sich Vertiefungen, in denen vor Jahrzehnten nach Feuerbestattungen übrig gebliebene Knochenreste entdeckt worden waren. Die Forscher untersuchten solche Fragmente von 25 Menschen, die zwischen 3180 und 2380 vor Christus gestorben waren.

Hier wurden Überreste gefunden:

Image

Bild: Christie Willis

Das Ergebnis: 15 der 25 Menschen stammten aus Stonehenge. Die anderen zehn waren aber der Studie zufolge noch nicht so lange in der Region oder erst kurz vor ihrem Tod zurückgekehrt. Sie müssen mindestens die letzten zehn Jahre ihres Lebens im Westen Großbritanniens gelebt haben, wie die Forscher aus Belgien, Frankreich und England in den "Scientific Reports" berichten. Manche Tote sind vermutlich in Wales verbrannt und in Stonehenge bestattet worden. Das schließen die Experten aus Untersuchungen von Holzresten.

Überreste aus Stonehenge:

Image

Bild: Christie Willis

"Das ist wirklich eine aufregende Entdeckung, denn sie zeigt, wie weit die Menschen von Stonehenge gereist waren."

Mike Parker Pearson, Forscher am University College London

Auf viele Menschen übt Stonehenge noch heute eine große Faszination aus. Vor allem zur Sommer- und Wintersonnenwende feiern dort Tausende Menschen; sie tanzen, singen und trommeln. Neben Partygängern gehören dazu auch Anhänger heidnischer Kulte. Eine Kuratorin sagt: "Für manche ist Stonehenge wie eine Kirche."

(pbl/dpa)

Mehr aus der Wissenschaft:

Keiner schnappt schneller zu als diese Ameise – und sogar ihre Larven sind nicht sicher

Link to Article

Nichts für schwache Nerven: Amerikaner hustet sich Teil der Lunge aus dem Leib

Link to Article

Kurz, aber zerstörerisch – so heftig wütete ein Tornado in Nordrhein-Westfalen

Link to Article

Wie viele Menschen erträgt die Erde?

Link to Article

US-Regierung streicht das NASA-Klimaprogramm 

Link to Article

Forscher sind einem Umweltverbrechen auf der Spur – und das geht auch dich an

Link to Article

Warum macht ihr so viel Plastik um unser Essen? 3 Firmen und ein Psychologe antworten

Link to Article

Wie kamen diese 5 Wasserbüffel am Montag auf die A3? Jetzt wissen wir es

Link to Article

Du willst zu Stephen Hawkings Trauerfeier? Hier ist deine letzte Chance

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Diese Hitze ist erst der Anfang – wie unsere Umwelt langsam kippt

Die Hitze macht uns fertig. Alles bis 30 Grad – okay! Aber 35 Grad? Oder 39? Wo sind wir denn hier? In der Sahara? Seit 2 Wochen haben wir keine Nacht durchgeschlafen! Und dann sind auch noch alle Ventilatoren ausverkauft! Das hält doch keiner aus.

Nun, diese Temperaturen sind noch gar nichts, wenn man sich anschaut, was ein internationales Forscherteam im Magazin PNAS für die Zukunft unseres Planeten voraussagt. 

Sie haben sich sogenannte Kippelemente im Klimasystem angesehen und …

Artikel lesen
Link to Article