Der Rapper Kontra K kritisierte nun in einem Interview die Social-Media-Welt.
Der Rapper Kontra K kritisierte nun in einem Interview die Social-Media-Welt.Bild: Screenshot / Instagram / kontrak

"Hat die Pest in uns hochgeholt": Rapper Kontra K äußert Kritik an Social Media

11.03.2022, 15:42

Kontra K kann in Deutschland auf eine Vorzeige-Karriere zurückblicken: Der Rapper landete mit seinen letzten sechs Studioalben auf Platz eins der Charts. Auch eine treue Fangemeinde konnte Maximilian Diehn, wie Kontra K mit bürgerlichem Namen heißt, bereits hinter sich versammeln. Beim Publikumspreis der 1 Live Krone heimste er die Trophäe für den "Besten Hip-Hop-Act" in den vergangenen vier Jahren hintereinander ein. Auf Instagram allein folgen dem Berliner stolze 1,5 Millionen Abonnenten.

Mittlerweile erschienen mehrere Singles, die als Vorläufer zu seinem neuen Album "Für den Himmel durch die Hölle" dienen, das im August dieses Jahres rauskommen soll. Zur Albumankündigung wählte Kontra K einen aufsehenerregenden Schritt, indem er sich in einem Video selbst in Brand steckte. In seiner aktuellen Single "Social Media" sprach der Interpret aber bereits ganz offen darüber, was er allgemein von der Netz-Welt hält und erklärte seine Sicht der Dinge noch einmal ausführlicher in einem Interview mit "Deutschrap ideal".

Kontra K kritisiert Hass-Kultur im Netz

Im Track "Social Media" heißt es an einer Stelle: "Die reinste Form von Hass ist Social Media". Der Song erschien bereits am 18. Februar und konnte bislang über 1,3 Millionen Aufrufe auf Youtube sammeln. Im Gespräch ging Kontra K darauf noch einmal genauer ein und teilte seine Zitate zu diesem Thema nachträglich auch auf Instagram. Der 34-Jährige erklärte, wie sich die Kommunikation im Netz durch die Coronapandemie seiner Meinung nach noch verschärft habe:

"Diese Social-Media-Welt ist so giftig und mit Corona obendrein hat sie die Pest in uns allen hochgeholt, weil wir so viel Zeit darin verbringen. Deswegen ist es noch toxischer geworden. Die Leute verbrennen sich alle gegenseitig und canceln sich alle hoch und runter."

Es sei ein schöner Gedanke, dass sich durch Social Media alle Menschen verbinden könnten, das geschehe laut Kontra K aber größtenteils einfach nicht mehr: "Anscheinend haben so viele Leute so viel Zeit, dass sie ihre ganze Negativität reinballern", erläuterte er mit Blick auf Hasskommentare im Netz.

In der Zeit, in der User negative Kommentare im Internet verfassen, könnten sie genau so gut auch etwas sinnvolles anfangen oder aber: "An dir selber arbeiten, bis du da bist, wie der, den du gerade hatest", sagte der Rapper.

Am Ende, so zeigte sich Kontra K überzeugt, hätten die meisten Menschen die gleichen Probleme und Bedürfnisse. Man müsse sich also, statt die Gesellschaft weiter zu spalten, wieder Dinge finden, die alle miteinander verbinden. Trotz seiner Kritik an Social Media nutzt er insbesondere Instagram weiterhin, um neue Musik zu bewerben sowie Updates zu geben. Er scheint nicht vorzuhaben, sich komplett daraus zurückziehen zu wollen.

Rapper ist ebenfalls mit Entwicklungen in der Musik-Szene nicht einverstanden

Nicht nur Social Media ist allerdings in der Vergangenheit ein Thema für Kontra K gewesen, bei dem er das Bedürfnis hatte, seine Kritik anzubringen. In einer Dokumentation von "STRG_F" äußerte er sich zudem kritisch über die Rap-Szene, in deren Texten es in erster Linie darum gehe, Luxusmarken zu promoten. Vor allem Klamottenlabels spielen dabei eine entscheidende Rolle: "Ich bin Teil dieser Krankheit. Ich kaufe mir auch Sachen, ich habe sicherlich ein, zwei schöne Uhren", gestand Kontra K ein. Aber: "Ich halte mich fern davon, das den Menschen unter die Nase zu reiben."

Und auch, warum er sich dazu entschieden hat, seinen Reichtum nicht übermäßig zur Schau zu stellen, erklärte er: "Früher ging's darum, wie krass man wirklich war. Heute geht's darum, wie krasse Sachen du hast. Und es passt für mich als Mensch einfach nicht."

Kürzlich trat der Rapper sogar sehr solidarisch in Erscheinung, indem er spontan mit Capital Bra zusammen den Song "Stop Wars" aufnahm. In einem Begleittext zum Lied hieß es, dass die Veröffentlichung der Ukraine zugutekommen soll: "Die Menschen vor Ort brauchen jetzt unsere volle Solidarität und Hilfe, auch abseits von Social-Media-Aktionen. Deswegen werden alle Einnahmen des Songs an die Caritas in unterschiedlichen Kriegsgebieten gespendet."

(cfl)

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