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Ernie und Bert doch nicht schwul? "Sesamstraße"-Autor rudert zurück

Alles ein großes Missverständnis, sagt Mark Saltzman. Nach einem Interview, in dem der "Sesamstraße"-Autor die Figuren Ernie und Bert als schwul geoutet hatte, rudert er jetzt in der "New York Times" zurück.

Wie sein Lebensgefährte, Film-Cutter Arnold Glassman, und er selbst seien die beiden gegensätzliche Charaktere, die sich lieben. "In der Aufregung wurde daraus irgendwie: Bert und Ernie sind schwul", so der Autor. "Das ist ein Unterschied." Er wolle die Puppen aus der Kindersendung nicht auf eine sexuelle Orientierung festlegen.

In einem am Sonntag online veröffentlichten Interview des Schwulen-Magazins "Queerty" hatte Saltzman auf die Frage, ob er Bert und Ernie als schwules Pärchen gesehen habe, geantwortet:

"Ohne große Agenda habe ich beim Schreiben von Bert und Ernie immer gedacht, das seien sie."

Darauf hatte Sesame Workshop als Macher der Kindersendung ablehnend reagiert. "Bert und Ernie sind beste Freunde", hieß es am Dienstag in einer bei Twitter veröffentlichten Stellungnahme. "Auch wenn sie als männlich dargestellt werden und viele menschliche Charakterzüge haben, bleiben sie Puppen und haben keine sexuelle Orientierung."

Saltzman, der 1984 zur "Sesamstraße" kam, hatte zuvor gesagt, die zwei Figuren seien in seinen Drehbüchern an seine eigene Beziehung mit Glassman angelehnt gewesen. Die beiden waren mehr als 20 Jahre und bis zum Tod Glassmans im Jahr 2003 ein Paar. Bekannte hätten die beiden Männer auch "Ernie und Bert" genannt.

Ernie und Bert teilten sich in der "Sesamstraße" nicht nur Wohnung und Schlafzimmer, sondern badeten auch gemeinsam. Für viele Schwule gelten sie als Symbol. 2011 wurde gar eine Online-Petition gestartet, die Stimmen für eine Hochzeit des Paares sammelte. Das vermeintliche Outing der Puppen wurde in den sozialen Medien heftig diskutiert.

Im englischsprachigen Original wurde "Sesame Street" erstmals 1969 beim TV-Sender PBS ausgestrahlt. Weltweit wurde die Kindersendung in 120 Ländern gezeigt.

(sg/dpa)

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Video: watson/Lia Haubner, Marius Notter

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