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BBC-Journalistin Emily Maitlis traf Prinz Andrew im Buckingham Palace Bild: Screenshot BBC

Prinz Andrews Skandal-Interview: BBC-Journalistin spricht über bizarre Details

Schlechte Stimmung bei den Royals: Queen-Sohn Prinz Andrew gerät nach seinem Skandal-Interview über seine Freundschaft zu dem verstorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein immer stärker unter Druck. Rechtsanwälte von Frauen, die Epstein Missbrauch vorwerfen, verlangen vom Prinzen, eine Aussage bei der US-amerikanischen Ermittlungsbehörde FBI zu machen.

Queen Elizabeth habe vom BBC-Interview ihres zweitältesten Sohnes gewusst, bestätigte der Buckingham-Palast am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Doch kannte sie auch die pikanten Fragen? Und konnte sie ahnen, wie hilflos ihr Sohn durch das Interview stolpert? Britische Kommentatoren sprachen von einer "PR-Katastrophe".

Der Prinz war jahrelang mit dem Geschäftsmann Epstein befreundet. Der vorbestrafte US-Amerikaner wurde beschuldigt, Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Zudem baute Epstein laut Anklageschrift zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen Missbrauchsring auf. Eines der Opfer behauptet, mehrmals zum Sex mit Prinz Andrew gezwungen worden zu sein. Der Royal weist dies strikt zurück. Epstein hat sich laut offiziellen Angaben der Behörden am 10. August in einem New Yorker Gefängnis das Leben genommen.

Die für ihre unerbittlichen Fragen gefürchtete BBC-Journalistin Emily Maitlis, die das Interview mit Andrew führte, hat nun in einem Essay in der "Times" offenbart, wie sie den Prinzen während des gut 40-Minütigen Gesprächs erlebte – und welche Skurrilitäten sich am Set ereigneten.

Verfolgte die Queen einen Plan?

Denn das Aufeinandertreffen mit Andrew fand in den offiziellen Räumen der Queen statt, im südlichen "Drawing Room" des Buckingham Palaces.

So schreibt Maitlis: "Ich versuche noch immer, die Bedeutung dahinter zu verstehen, warum uns die Queen erlaubte, in ihren offiziellen Räumen zu filmen, es fühlt sich wie ein Code an, den ich nicht ganz durchschaue. Billigt sie, was ihr Sohn tut? Sieht sie die Notwendigkeit dieses Interviews? Oder interpretiere ich in jedes Detail einfach zu viel hinein, weil es einfach so viele davon gibt?"

BBC-Journalistin übersah Prinz Andrew vor dem Interview

Die BBC-Journalistin gibt außerdem zu, dass sie Prinz Andrew zunächst gar nicht bemerkt hatte. Denn der hielt sich schon längst im Interviewraum auf – sie sei aber von ihrer Umgebung so abgelenkt gewesen, dass sie ihn schlicht übersehen habe. Außerdem trug sie so viel Kamera-Equipment bei sich, dass sie ihm nicht einmal die Hand zur Begrüßung geben konnte: "Hätte ich einen Knicks gemacht, hätte ich Angst gehabt, nicht wieder hoch zu kommen."

Obwohl es um ein sehr brisantes Thema ging, habe der Prinz nicht nervös gewirkt. Stattdessen habe er dem Kamerateam Anweisungen gegeben.

"Er hat angefangen, den Aufbau der Mikrofone anzuleiten, bis der Tontechniker und der Kameramann seinen Anweisungen gefolgt sind. Dann erst hat er sich endlich in den Stuhl fallen lassen – er schien zufrieden, eine technische Hürde für das Team gelöst zu haben."

Journalistin Emily Maitlis über Prinz Andrew "The Times"

Andrews Unterstützer ziehen sich zurück

Obwohl Andrew nach dem Interview seinen Freunden (und auch der Queen) erzählt haben soll, das Gespräch sei "ein großer Erfolg" gewesen, sieht ein Großteil der Öffentlichkeit das gänzlich anders. Nach der Ausstrahlung hat der Prinz einen wichtigen Sponsor für ein Projekt verloren: Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG unterstützt seine Initiative "Pitch@Palace" nicht mehr, wie die Nachrichtenagentur PA am Dienstag berichtete. Der Vertrag lief nach Angaben des Buckingham-Palastes bereits Ende Oktober aus.

"Pitch@Palace" ist ein Mentoring-Programm, unter anderem für Technologie-Start-Ups. Auch andere Einrichtungen erwägen, sich von Andrew zu distanzieren. Studenten der englischen Universität Huddersfield haben darüber abgestimmt, ob sie den Royal als Kanzler loswerden wollen. Das Ergebnis soll in den nächsten Tagen feststehen. Der 59-Jährige ist – wie die anderen Royals auch – Schirmherr vieler Organisationen. Die ersten überlegen bereits, ob sie Konsequenzen ziehen sollen.

(ab/mit dpa)

Leg dich nicht mit der königlichen Wache an!

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