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Während der Corona-Pandemie und nach dem Lockdown konzentriert sich das Nachtleben an der Playa de Palma auf der Insel Mallorca auf die so genannte Bierstraße -Sicherheitsabstände werden offenkundig nicht durchgängig eingehalten, Masken als Mund-Nase-Schutz werden kaum getragen - zwei Tage vor der Einführung der verschärften Maskenpflicht auf den balearischen InselnWährend der Corona-Pandemie und nach dem Lockdown konzentriert sich das Nachtleben an der Playa de Palma auf der Insel Mallorca auf die so genannte Bierstraße für Urlauber -Sicherheitsabstände werden offenkundig nicht durchgängig eingehalten, Masken als Mund-Nase-, Mallorca Belearen Spanien Playa de Palma 
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Die Bierstraße am vergangenen Wochenende. Bild: www.imago-images.de / Chris Emil Janssen

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An die Ballermann-Idioten: Für euch war's Party-Urlaub, für Mallorca ein Fiasko

Es stimmt schon: Ich bin rechthaberisch und freue mich insgeheim (und manchmal auch lautstark), wenn sich meine Prognosen als korrekt erweisen. Doch auch selbstgefälligen Persönchen wie mir tut es manchmal leid, wenn sie richtig gelegen haben. Wenn der Kerl der besten Freundin ein Betrüger war. Oder wieder nur ein Bruchteil der Bevölkerung zur Wahlurne geht.

Oder eben der ganze Ballermann wieder geschlossen werden muss, weil ein paar Idioten zu wild feierten! Ich habe es kommen sehen. Aber ich wünschte, ich hätte Unrecht behalten.

Alle haben sich ein Bein ausgerissen, damit Mallorca-Urlaub funktioniert

Die balearische Landesregierung legte am Mittwoch die Schließung der Bier- und Schinkenstraße in Playa de Palma, sowie der Punta Ballena in Magaluf für zwei Monate mit sofortiger Wirkung fest. Eine harte Vorsichtsmaßnahme. Sie hatten genug von den Partys, die am Wochenende dort stattfanden und auf denen einige Touristen alle guten Corona-Vorsätze offenbar im Sangria ertränkten.

Es waren nur einige Einzelfälle, doch die Konsequenzen tragen alle. So einfach ist das nun mal. Und so unfair.

Die letzten Wochen habe ich mehrfach an Mallorca-Geschichten gesessen, mit Hoteliers und Gastronomen gesprochen, mit Anwohnern und Touristen vor Ort telefoniert und kann sagen: Alle, wirklich alle, mit denen ich sprach, haben sich in den letzten Wochen ein Bein ausgerissen und waren gut vorbereitet auf die Corona-Saison auf Malle.

Die Menschen der Tourismusbranche haben sich Mühe gegebenen, die Besucher zu schützen. Sie schraubten Plastikscheiben an den Buffets an, klebten Abstandsmarkierungen vor ihren Geschäften auf den Boden, applaudierten, als der erste Flieger aus Frankfurt nach der Corona-Pause landete. Sie konnten es nicht erwarten, dass die Saison wieder startete und waren auch darauf angewiesen, um ihre und die Existenz ihrer Mitarbeiter zu sichern.

Die Vorfreude war groß

Und auch die Touristen machten mit: Packten brav Masken in ihre Koffer, beantworteten die vielen Fragen bei der Einreise, zogen ihre Badetücher noch einen Sicherheitsmeter weiter weg vom Nachbarn. "Wir freuen uns doch, dass wir überhaupt wieder reisen können", sagten mir viele. Die große Masse hat sich auch auf der Bier- und Schinkenstraße zurückgehalten. Viele blieben unter sich, feierten weniger wild als die letzten Jahre. Ihre Zurückhaltung war aber offenbar umsonst.

Ein paar machen Party und alle müssen dafür büßen

Denn einigen reichte das wohl nicht. Sie mussten unbedingt aus geteilten Eimern Cocktails schlürfen und lauthals miteinander grölen. Echt jetzt? Ernsthaft? Selbst in Kirchen summen die Menschen nur noch hinter ihrem Behelfsschutz. Dachten die, auch Corona macht im Urlaub Sommerpause?

Ich habe noch vor ein paar Tagen einen Spanier kontaktiert, der eines der Party-Videos in Magaluf gepostet hatte. Er sagte mir, ein Freund, der dort arbeite, habe es vergangenen Freitag aufgenommen: "Wir machen uns Sorgen, wenn wir so etwas sehen. Wir wollen Tourismus – aber nicht solchen." Es spiegelt das Gefühl vieler dort Arbeitender wider.

Das Video aus Magaluf

Journalisten hätten gezielt nach derlei Bildern gesucht, heißt es jetzt. Und das mag sein. Doch es gibt kein Bild ohne Motiv und die Feiernden haben leider genau das geliefert. Wer glaubt, dass die balearische Regierung aus Jux und Tollerei zu so einem Mittel greift, hat vielleicht nicht verstanden, was für wirtschaftliche Einbußen sich durch solche Maßnahmen ergeben. Oder, dass jeder Staat für die Sicherheit seiner Bürger verantwortlich ist und hoffentlich rechtzeitig eingreift, um eine Superspreader-Situation zu verhindern.

Mich würde interessieren, wie die Reaktionen wohl wären, würden einzelne Gruppen von Touristen auf dem Oktoberfest für ähnliche Szenen sorgen, während alle anderen im Land versuchen, ein Virus in Schach zu halten, das bereits über 9000 Menschenleben hier gefordert hat. Macht mal weiter, Jungs, alles halb so wild?

Es ärgert mich, weil es so unnötig ist, peinlich und vorhersehbar. Vorhersehbar, weil nach dem sprichwörtlichen kleinen Finger immer gleich nach der ganzen Hand gegriffen wird. Peinlich, dass es Leute gibt, die an nur einem Wochenende Eigenverantwortung scheitern. Und vor allem unnötig, dass diese Minigruppe der breiten Masse den Urlaub versaut.

An die Ballermann-Idioten: Ihr liebt Mallorca? Na sicher. Ihr seid unfair gegenüber den Spaniern, die zu Recht stolz sind auf ihre nun niedrigen Infektionszahlen, unfair gegenüber den Gastronomen, die auf das Sommergeschäft in den Partymeilen angewiesen sind und vor allem unfair gegenüber all den anderen Touristen, die vielleicht gerne gemäßigt ein Bier auf ihrer geliebten Schinkenstraße getrunken hätten. Das habt ihr für sie jetzt unmöglich gemacht.

Die Spaßbremsen sind nicht die anderen. Die Spaßbremsen seid ihr. Ihr habt den Ballermann zum Erliegen gebracht, die eigene Fete gesprengt. Sowas idiotisches.

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