Donata Hopfen, die Sprecherin des DFL-Präsidiums und Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, gibt in Berlin einen Überblick über die grünen Pläne der Deutschen Fußball Liga.
Donata Hopfen, die Sprecherin des DFL-Präsidiums und Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, gibt in Berlin einen Überblick über die grünen Pläne der Deutschen Fußball Liga.Bild: dpa / Britta Pedersen
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Fußball soll grün werden: DFL und Sky produzieren alle Live-Spiele klimaneutral

27.07.2022, 11:00

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die "Kommission Nachhaltigkeit" gegründet, die sich intensiv mit dem Nachhaltigkeits-Engagement des deutschen Profifußballs befassen wird. Über einen entsprechenden Beschluss des DFL-Präsidiums informierte Donata Hopfen, Sprecherin des DFL-Präsidiums und Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, am Dienstag auf dem ersten "DFL Nachhaltigkeitsforum" in Berlin.

Hopfen hob dabei die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit für den deutschen Profifußball hervor. "Wir sind sehr froh, den ersten Schritt auf unserem Langstreckenlauf gemacht zu haben", sagte sie. Dazu gehöre künftig auch eine eigene Kommission für Nachhaltigkeit, um neue Maßnahmen auch gezielt umzusetzen.

Erste Schritte gab es bereits im Mai

Im Mai hatten die Erst- und Zweitligisten sich darauf geeinigt, eine verbindliche Nachhaltigkeits-Richtlinie in ihrer Lizenzierungsordnung zu verankern. Hopfen betonte, dass die bisherigen Maßnahmen nur der Anfang seien: "Wir werden jedes Jahr intensiver und besser werden beim Thema Nachhaltigkeit."

Gemeinsam mit ihrem Medienpartner "Sky" will die DFL die Medienproduktion aller 612 Spiele der Bundesliga sowie 2. Bundesliga, der Relegationsspiele und des Supercups ab sofort klimaneutral umsetzen. Laut Charly Classen, Executive Vice President Sports Sky Deutschland, sollen die Emissionen, die bei der Produktion der Spiele entstehen, zunächst ausgeglichen werden und später verringert werden: "Die Kompensation mit Zertifikaten soll als Brückenlösung dienen", erklärte Classen im Rahmen des "Nachhaltigkeitsforum".

"Sky" will bis 2030 den eigenen CO2-Fußabdruck auf Netto-Null reduzieren, dabei geht es aber nicht nur um die Reduktion der Unternehmens eigenen Emissionen, sondern die ganze Wertschöpfungskette soll betrachtet werden. Das größte Potential für Einsparungen sieht der Fernsehsender demnach im logistischen Bereich. An- und Abreise der Mitarbeiter und der nötigen Materialien sorgen demnach für die meisten Emissionen.

Klimaschutzprojekte sollen finanziell unterstützt werden

In Kooperation mit "ClimatePartner", einem Unternehmen für Umweltberatung und Klimaschutz, soll eine Auswahl passender Klimaschutzprojekte getroffen werden, die die DFL und "Sky" finanziell unterstützen wollen. Zugleich wird die DFL-Tochter "Sportcast" – die für die Produktion des Basissignals der Spiele für in- und ausländische Medienpartner verantwortlich ist – untersuchen, wo Einsparpotenziale bestehen und wie hier reduziert werden kann.

In der Kommission werden sich Vertreterinnen und Vertreter von Klubs aus der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie aus der DFL-Gruppe mit Themen aus den Bereichen ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Außerdem wurden regelmäßige Tagungen einer neuen "Vollversammlung Nachhaltigkeit" mit Fachleuten aus allen 36 Klubs und der DFL angekündigt.

(afp/sp)

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