16.04.2021, Nordrhein-Westfalen, K

Vadim Garbuzov und Nicolas Puschmann galten als erstes "Let's Dance"-Männertanzpaar von Anfang an als Favoriten. Bild: dpa / Andreas Renz

"So durchschaubar": "Let's Dance"-Zuschauer vermuten RTL-Taktik hinter Kandidaten-Comeback

Zunächst war die Freude bei RTL groß: Die eigentlich schon ausgeschiedenen "Let's Dance"-Favoriten Nicolas Puschmann und Vadim Garbuzov kehren zurück. Der ehemalige Prince Charming und der Profitänzer bekommen eine zweite Chance, weil die Sängerin Ilse DeLange sich am rechten Fuß verletzt hat und es einfach körperlich nicht schafft, in der neunten Liveshow gleich zwei Tänze abzuliefern.

Und zu solchen freiwilligen verletzungsbedingten Ausstiegen und einem Comeback von Kandidaten ist es in der Tanzshow schon öfter gekommen – in manchen Staffeln sogar gleich mehrmals. Dennoch haben die Zuschauer bei diesem Mal einen Verdacht, den viele jetzt ganz offen auf Social Media teilen.

Zuschauer vermuten, dass RTL das Voting ankurbeln will

Am Montag verkündete der TV-Sender Ilses Ausscheiden und die Nachricht, dass Nicolas nachrücken wird. "Ich bin noch total durch den Wind, denn bis gestern Abend habe ich noch verkraftet, dass wir raus sind. Und auf einmal kam ein Anruf, dass wir wieder am Start sind. Ich habe erstmal direkt Ilse angerufen und mich entschuldigt und sie bedauert, dass sie jetzt durch so einen Unfall ausscheiden muss", gab der Nachrücker im RTL-Interview preis.

Ilse und ihr Tanzpartner Evgeny Vinokurov gaben ebenfalls ein RTL-Statement ab: "Wir können keine Garantie dafür geben, dass es besser oder schlimmer wird, wenn wir jeden Tag Training haben", erklärte die gebürtige Niederländerin. Der Tänzer ergänzte: "Das Risiko ist viel zu hoch, dass mit der Belastung in den nächsten Tagen irgendwas passieren kann und wir wieder sagen müssen: 'Scheiße, geht nicht.'"

Auch auf Instagram wurde die Meldung, dass Nicolas und Vadim weitertanzen dürfen, mit einem Post verbreitet. Im Kommentarbereich sammelten sich allerdings sehr schnell Zuschauerstimmen, die dahinter eine Strategie vermuteten, um mehr Leute zum Telefonvoting zu animieren: "Schön, aber durchschaubare Taktik von RTL, damit die Kasse klingelt" und "Alles gescriptet, wie bei all diesen Shows. Etwas ernüchternd, aber so funktioniert Fernsehen" ist dort unter anderem zu lesen. Ein weiterer User behauptet ganz klar:

"Sorry, das ist so durchschaubar, aber offenbar sollen noch mehr Leute beim Voting anrufen."

Denn tatsächlich entscheiden die Jurorenwertungen von Motsi Mabuse, Joachim Llambi und Jorge González nur zur Hälfte darüber, ob ein Tanzpaar in der Sendung in die nächste Runde kommt. Die andere Hälfte setzt sich aus der Anzahl der Zuschaueranrufe für den jeweiligen Promi-Kandidaten zusammen. Bei einem Punktgleichstand entscheiden sogar allein die Anrufe.

Ist es also nur eine durchgeplante Strategie gewesen, Nicolas erst vollkommen überraschend rauszuwerfen und dann öffentlichkeitswirksam zurückzuholen? Zumindest theoretisch wäre es möglich, seine Fangemeinde durch das Comeback dazu zu animieren, in den kommenden Folgen noch öfter für ihn kostenpflichtig anzurufen, damit er nicht noch einmal wackelt oder gar rausfliegt.

Das sagt Nicolas zu seinem unerwarteten Exit

Auf das plötzliche Ausscheiden wurde Nicolas ebenfalls von RTL angesprochen. Denn es wirkte schon während der Liveshow am vergangenen Freitag fragwürdig, wieso ausgerechnet der 30-Jährige gehen musste.

Ilse konnte aufgrund ihrer Verletzung kaum tanzen – in einem emotionalen Contemporary vertanzte sie Gefühle entweder auf einem Bein, sitzend oder liegend. Chefjuror Llambi merkte bereits in seiner Wertung an, dass er Bedenken zu ihrer weiteren "Let's Dance"-Teilnahme hat. Und dennoch sollen für sie sehr viel mehr Menschen angerufen haben als für Nicolas. Der merkte im Interview selbst dazu an:

"Das war ein ziemlicher Schreck, wir haben noch nie gezittert und sind dann direkt rausgeflogen. Das war für uns sehr überraschend. Aber da merkt man auch wieder, wie wichtig die Anrufe und die Unterstützung neben den Juroren sind. Ich weiß nicht, was am Freitag los war."

Zwar gab der ehemalige Kuppelshow-Kandidat hier auch zu verstehen, dass seine Fans fleißiger anrufen sollen – allerdings ist die Praxis des Nachrückens keine Neuheit. Und zumindest bleibt festzustellen, dass bei "Let's Dance" stets ein Notar das Voting überwacht, damit verbunden ist immerhin auch ein Gewinnspiel. Bei wachsendem Druck auf den TV-Sender sollte es ein Leichtes sein, die Anruferzahlen öffentlich zu machen.

Am Ende ist es wahrscheinlich Ilses Ehrgeiz zu verdanken, dass ihre freiwillige Aufgabe erst am Montag erfolgte – und sie am vergangenen Freitag sogar noch verletzt auf die Tanzfläche kam. Nicolas wird es nach Meinung verschiedener Profis nun bis ins Finale schaffen, und die Fans, die annahmen, dass er dafür schon gesetzt ist, wurden eines Besseren belehrt. Zuschaueranrufe sind und bleiben eben ein wichtiges Element der Show.

(cfl)

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