Wer keinen Schatten findet, kann sich notfalls selbst einen machen.
Wer keinen Schatten findet, kann sich notfalls selbst einen machen.Bild: picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich
Gesundheit & Psyche

Hitzewelle in Deutschland: So kommt ihr durch die heißen Tage

18.07.2022, 16:0718.07.2022, 17:21

Der Sommer kann so schön sein! Nach wechselhaften Tagen kommt jetzt die beliebteste Jahreszeit mit ihrer vollen Wucht daher. Doch es kann auch zu viel des Guten sein. Bei der Hitzewelle diese Woche klettern die Temperaturen teilweise sogar auf bis zu 40 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst am Montag mitteilte.

Höhepunkt im Westen und Südwesten ist der Dienstag, am Mittwoch verlagert sich die Hitze in den Osten und Nordosten.

Der Sommer macht in der Nähe von Wasser am meisten Spaß.
Der Sommer macht in der Nähe von Wasser am meisten Spaß.Bild: picture alliance/dpa | Frank Hammerschmidt

Diese Temperaturen können ganz schön belastend für den Körper sein. "Hitzewellen, wie sie jetzt wieder bevorstehen, sind ein großes Risiko für die menschliche Gesundheit", erklärt etwa Tobias Fuchs, Vorstand Klima und Umwelt des DWD. Doch wie lassen sich die Wahnsinns-Temperaturen gut aushalten? Watson hat einige Tipps zusammengetragen, um die heißen Tage gut zu überstehen.

Wie reagiert der Körper überhaupt auf die Hitze?

Hitze strengt den Körper an. Während er versucht, die Körpertemperatur durch verstärkte Schweißproduktion zu senken, verliert er Energie. Und nicht nur das: Durch das starke Schwitzen gehen Flüssigkeit, Mineralstoffe und Spurenelemente verloren. Um für Abkühlung zu sorgen, weiten sich zudem die Blutgefäße der Haut. Dadurch sinkt der Blutdruck, der Kreislauf wird geschwächt. Bei starker Hitze kann dies sogar dazu führen, dass das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird – dann stellen sich Schwindel, Kopfschmerzen, Mattigkeit und Konzentrationsstörungen ein.

Wer leidet besonders unter den hohen Temperaturen?

Gesunde Menschen kommen mit der Hitze besser zurecht als Menschen mit Vorerkrankungen. Während ein gesundes Herz die Mehrbelastung durch Hitze problemlos bewältigt, kommt hingegen ein krankes Herz schneller an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit.

Besonders hitzegefährdet sind Menschen, deren Kreislauf ohnehin nicht sehr stabil ist – etwa chronisch Kranke, Übergewichtige und Ältere. Babys und Kleinkinder können zudem noch nicht ausreichend schwitzen und sollten daher besonders geschützt werden. Nach einer früheren AOK-Studie kam es zwischen 2008 und 2018 an Hitzetagen bei den über 65-Jährigen zu drei Prozent mehr Klinikeinweisungen. Und eine Analyse des Robert-Koch-Instituts, des Deutschen Wetterdiensts und des Umweltbundesamts zeigte, dass in den drei Sommern 2018 bis 2020 hierzulande mehr als 19.000 Menschen aufgrund der Hitze starben.

Wie viel und was sollte ich trinken?

Generell gilt: Über den Tag verteilt sollten etwa zweieinhalb bis drei Liter getrunken werden. Ideale Durstlöscher sind Mineralwasser, abgekühlte Kräuter- und Früchtetees oder verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. Sie enthalten in der Regel genügend Mineralien, um die ausgeschwitzten Salze wieder zu ersetzen. Zucker-Fans müssen jetzt jedoch stark sein: Zuckerreiche Softdrinks sich nicht nur ungesund, sondern verursachen sogar noch mehr Durst.

Viel zu trinken ist das A und O der Gesundheit, besonders bei heißen Temperaturen.
Viel zu trinken ist das A und O der Gesundheit, besonders bei heißen Temperaturen.Bild: picture alliance / PHOTOPQR/OUEST FRANCE/MAXPPP | Martin ROCHE / OUEST-FRANCE

Vorsicht ist auch bei eiskalten Getränken angebracht: Sie können Magenbeschwerden verursachen. Zudem muss der Körper mehr arbeiten, um die Flüssigkeit auf Körpertemperatur zu erwärmen. Das strengt an. Auch Alkohol belastet den Körper bei hohen Temperaturen besonders stark.

Was hilft, um die Hitze besser zu überstehen?

Es gibt viele Möglichkeiten, um sich abzukühlen. Wem die Hitze zu schaffen macht, kann Hände, Nacken und Gesicht hin und wieder mit kaltem Wasser waschen. Ein Tag im Schwimmbad oder am See ist natürlich optimal. Dort sitzt man direkt an der Quelle zur Abkühlung. Extra-Tipp: Auch eine Sprühflasche mit Wasser sorgt überall und unkompliziert für Erleichterung auf "Knopfdruck".

Während einer Tropennacht können Ventilatoren übrigens wahre Wunder bewirken.

Wenn gar nichts mehr geht: Ein Ventilator verschafft Abhilfe.
Wenn gar nichts mehr geht: Ein Ventilator verschafft Abhilfe.Bild: picture alliance / dpa-tmn | Jens Schierenbeck

Auch beim Essen gibt es einiges zu beachten: Keine schwere und fette Kost, sondern besser mehrere kleine und leichte Mahlzeiten mit viel Obst und Gemüse. Eine gekühlte Wassermelone ist an heißen Tagen quasi ein Muss.

Ist Sport trotz der Temperaturen zu empfehlen?

Es kommt darauf an. Nicht jede sportliche Aktivität ist gesundheitsschädlich. Allerdings sollten längere körperliche Anstrengungen möglichst nicht in die Mittags- und Nachmittagsstunden gelegt werden. Volleyball in der prallen Mittagssonne oder eine Runde Tennis auf dem sengend heißen Platz sind also eher nicht zu empfehlen. Schließlich ist mittags die Belastung am höchsten.

Senioren, Kindern und Menschen mit Kreislaufproblemen ist vom Sport bei Hitze generell abzuraten.

Was schützt vor der Sonne?

Generell ist es besser, direkte Sonneneinstrahlung zu meiden. Aber auch im Schatten ist Sonnenschutz wichtig, weil die UV-Strahlung dennoch auf die Haut trifft. Deshalb gilt: Eincremen, eincremen, eincremen. Übrigens ist dieser Punkt unabhängig von Wetter oder Jahreszeit zu beachten.

Kopfbedeckungen, Sonnenbrillen und viel Creme schützen die Haut vor der Sonne.
Kopfbedeckungen, Sonnenbrillen und viel Creme schützen die Haut vor der Sonne.Bild: picture alliance/dpa | Robert Michael

Je nach Hauttyp sollte mindestens eine Creme mit Lichtschutzfaktor 20 verwendet werden. Je höher, desto besser. Außerdem ist es dabei wichtig, sie mindestens eine halbe Stunde vor dem Gang in die Sonne aufzutragen und regelmäßig nachzucremen. Den besten Schutz dagegen bietet aber Kleidung, die die Haut bedeckt. Eine Sonnenbrille schützt die Augen vor schädlicher UV-Strahlung, ein Hut schützt auch die Augen und das Gesicht.

(ast / mit Material von dpa)

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