Durch das gezielte Ansiedeln des Bibers in benachbarten Bundesländern ist er jetzt auch in Rheinland-Pflanz wieder zurück.
Durch das gezielte Ansiedeln des Bibers in benachbarten Bundesländern ist er jetzt auch in Rheinland-Pflanz wieder zurück. Bild: getty images / Jillian Cooper
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Comeback: Der Biber ist zurück in Rheinland-Pfalz

17.05.2022, 12:1631.05.2022, 17:30

Der Biber ist zurück in der Westpfalz: Der letzte Nager hatte hier im Jahr 1840 gelebt. Doch durch das gezielte Ansiedeln des Bibers in den Nachbarbundesländern ist er jetzt jedoch auch in den Wäldern der Westpfalz wieder anzutreffen. Lange Zeit wurde der Biber gejagt, um Mäntel und Mützen aus seinem wasserabweisenden, dichten Fell herzustellen, heute steht er unter strengem Schutz.

Die Mitarbeiterden des Biberzentrums in Fischbach bei Dahn beobachten und erfassen immer neue Biberspuren, die sie auf Karten festhalten. Mittlerweile schätzen sie die Anzahl der Biber in der Westpfalz auf mehr als 100 Stück. So hätten sich Biber in der Nähe der Airbase in Ramstein sowie im Naturschutzgebiet Spießwald-Streitwiese niedergelassen. Auch am südlichen und östlichen Rand des Naturschutzgebietes haben die Mitarbeitenden des Biberzentrums einen Damm gefunden. Die Tiere fühlen sich hier scheinbar sehr wohl, meint die Leiterin des Biberzentrums, Stefanie Venske.

Biber sind streng geschützt

In Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland wurden Biber, nachdem sie bis 1976 für ihren Pelz gejagt wurden, wieder gezielt angesiedelt. Mittlerweile unterliegen Biber nicht mehr dem Jagdrecht, im Gegenteil: die Pflanzenfresser stehen unter strengem Schutz. Durch ihre Ansiedelung in den anliegenden Bundesländern ist der Biber jetzt auch zurück in Rheinland-Pfalz.

Hier haben Biber einen Damm gebaut und dadurch einen Bach aufgestaut.
Hier haben Biber einen Damm gebaut und dadurch einen Bach aufgestaut.Bild: getty images / FotoEvans

Oft wird das Vorkommen von Bibern mit Problemen assoziiert. Wegen gefällter Bäume oder gebauter Dämme, die Bäche aufstauen, kann es zu überfluteten Feldern und Wiesen kommen. Problematisch wird es, wenn landwirtschaftliche Flächen zu nah an das Gewässer heranreichen.

Dennoch ist es nur in seltenen Ausnahmefällen und mit Sondergenehmigung der Naturschutzbehörden erlaubt, die Biberdämme abzutragen. Als Beispiel nennt Stefanie Venske einen Fall, bei dem das durch einen Biberdamm zurückgestaute Wasser drohte, in eine Kläranlage zu laufen.

In der Westpfalz gebe es grundsätzlich aber kaum Probleme.

(sp)

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