29.04.2021, Baden-W

Klimaschützer fordern eine Reduzierung des Methanausstoßes schon länger Bild: dpa / Uli Deck

UNEP-Report: Methan-Reduktion ist ein großer Hebel zum Klimaschutz

Der jährliche Ausstoß des Treibhausgases Methan lässt sich bis 2030 nach Angaben des UN-Umweltprogramms UNEP um bis zu 45 Prozent verringern. Dies könne weltweit Millionen von vorzeitigen Todesfällen durch Erderhitzung und Luftverschmutzung sowie erhebliche Ernteverluste vermeiden, heißt es in einem am Donnerstag präsentierten Report. Eine Verminderung des Methan-Ausstoßes sei der "stärkste Hebel" den man habe, um den Klimawandel in den kommenden rund 25 Jahren zu verlangsamen, sagte die UNEP-Direktorin Inger Andersen. Das ergänze die nötige CO2-Reduktion.

Das Gas Methan hat eine weitaus stärkere Treibhauswirkung als Kohlendioxid (CO2). Allerdings wird Methan innerhalb einiger Jahre und damit wesentlich schneller als CO2 in der Atmosphäre abgebaut. Deshalb argumentieren die Autoren, dass Methan-reduzierende Maßnahmen bereits kurzfristig sehr effektiv wären, und dadurch die globale Erwärmung bis 2045 um 0,3 Grad Celsius verringert werden könnte.

Veränderung des Tierfutters könnte Methanausstoß reduzieren

Mehr als die Hälfte des weltweit ausgestoßenen Methans sei auf menschliche Aktivitäten in der Öl- und Gasförderung, Landwirtschaft und Abfallentsorgung zurückzuführen, heißt es in dem Bericht. So könnte beispielsweise die Behebung von Methanaustritten und Lecks im Öl- und Gassektor zu einer Verringerung der Emissionen beitragen. Auch durch eine Veränderung des Tierfutters in der Viehzucht könne der Methanausstoß reduziert werden. In dem Bericht wird auch empfohlen, organische Abfälle bereits früh von anderen Abfällen zu trennen.

Der Studie zufolge besteht etwa in Europa und Indien das größte Potenzial für eine Verringerung der Methanemissionen im Abfallsektor. In China gebe es eher im Bereich der Kohleförderung, bei der Methan frei wird, Einsparmöglichkeiten.

(nb/dpa-afpx)

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