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Antisemitismus? Die Zahl der Übergriffe steigt – vor allem in Berlin

Peter Riesbeck
Peter Riesbeck

Die Zahl der antisemitischen Vorfälle in den ersten sechs Monaten dieses Jahres steigt. In Deutschland insgesamt stellte die Polizei in diesem Jahr von Januar bis Juni 401 antisemitische Straftaten fest, das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 10,7 Prozent. Das berichtet der "Tagesspiegel" unter Berufung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. 

"Gegen jeden Antisemitismus" #Antisemitismus #antisemitism

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Die Zahlen sind vorläufig, weil noch Taten nachgemeldet werden könnten. Spitzenreiter ist demnach Berlin mit 80 Straftaten, gefolgt von Bayern mit 43 antisemitischen Übergriffen. 

Ein Blick auf die Monate April bis Juni zeigt die Verteilung antisemitischer Straftaten in Deutschland. 

Die (traurigen) Zahlen

Für die Monate von April bis Juli 2018 ermittelte das Bundesinnenministerium folgendes Bild an antisemitischen Übergriffen.

Die absolute Zahl antisemitischer Übergriffe nach Bundesland

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benjamin springstrow / bmi

Bezogen auf die Einwohnerzahl je Bundesland ergibt dies folgendes Bild.

Die Zahl antisemitischer Übergriffe je 100.000 Einwohner

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benjamin springstrow / bmi

Die Reaktionen

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, nannte die Zahlen "bestürzend". Überrascht habe sie ihn aber nicht. 

Der Anstieg antisemitischer Straftaten bestätigt auch die Berichte unserer Gemeindemitglieder über zunehmenden Judenhass im Alltag.

Josef Schuster, Zentralrat der Juden in Deutschland

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, Linke, warnte davor, den Anstieg der Zahlen mit muslimischen Flüchtlingen in Verbindung zu bringen. Der Antisemitismus sei mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen, so Ramelow. Thüringens Ministerpräsident regte einen verpflichtenden Besuch von Gedenkstätten für Schülerinnen und Schüler an. Er sagte: 

"Der Weg hin zu Respekt und Toleranz kann nur der Weg der persönlichen Erkenntnis sein."

Bodo Ramelow, Linke, Regierungschef Thüringens neues deutschland

Auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, zeigte sich besorgt. Er sagte:

"Sie zeigt ja nur die Spitze eines Eisbergs. Antisemitische Übergriffe und judenfeindliche Einstellungen haben sich in völlig unakzeptabler Weise in Deutschland ausgebreitet."

Felix Klein, Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung

Klein rief alle Teile der Gesellschaft auf, "der zunehmenden Verrohung und jeder Form von Hass entgegenzutreten", sagte Klein.

"Antisemitismus darf in unserem Land keinen Platz haben, gleichgültig woher er kommt."

Felix Klein, Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung

Polizei und Justiz müssen mit aller Härte dagegen vorgehen, forderte Klein. 

Die Realität sieht indes anders aus. Laut Bundesinnenministerium

(per/dpa)

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