Alltagsfrage
Young woman is waking up and looking at her smart phone.

Eine lange Nacht lässt sich meist in den Augen ablesen. Bild: Getty Images

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Schlafmangel, Gene, Krankheit? Woher Augenringe kommen

Schönheit liegt im Auge des Betrachters. An sich logisch. Geschmäcker sind nun mal verschieden. Komisch ist jedoch, dass sich die meisten bei der Frage, was nicht schön ist, einig zu sein scheinen – etwa Pickel, Rötungen oder Krähenfüße. Dabei sind die vermeintlichen Makel völlig normal.

Auch Augenringe genießen einen zweifelhaften Ruf in einer von Schönheitsidealen getriebenen Welt. Ob sie schön sind oder nicht, lässt sich nicht leicht beantworten. Woher sie kommen, hingegen schon.

Wie entstehen Augenringe?

Eine Hyperpigmentierung der Haut

Wie so häufig versteckt sich hinter einem komplexen, schwer aussprechbaren Fachbegriff eine leicht verständliche Erklärung. Unsere Hautfarbe wird von speziellen Pigmenten bestimmt. Diese werden auch als Melanine bezeichnet.

Je dunkler unsere Haut, desto mehr Melanine besitzen wir. Jetzt ist es aber möglich, dass sie sich in bestimmten Bereichen vermehrt einlagern, wodurch sie dunkler werden. Hier spricht man von Hyperpigmentierung. In der Augenpartie äußert sie sich durch blaue oder blau-graue Ringe.

Eine Hyperpigmentierung kann erblich bedingt sein, aber auch durch Fremdeinflüsse entstehen. Zu denen gehören etwa vermehrte UV-Strahlung durch Sonnenbäder oder Besuche im Solarium. Allergien, Ausschläge, Entzündungen oder Neurodermitis können ebenfalls zu einer Hyperpigmentierung führen.

Durchscheinende Blutgefäße

Nicht immer ist die Haut selbst der Grund für Augenringe. Unsere Augen werden kreisförmig von einem Muskel umgeben. Da Haut und Unterhautfettgewebe unterhalb des Auges besonders dünn sind, können Blutgefäße durch die Haut hindurch scheinen.

Dadurch wirken die Bereiche schattig. Je nach Person kann das mal mehr, mal weniger stark sichtbar sein. So kommt es etwa auf den Hauttyp an: Hellhäutige, schlanke Menschen neigen etwa stärker zu Augenringen.

Durchscheinende Blutgefäße können erblich bedingt sein, aber auch infolge von Schlaf- und Flüssigkeits- oder Eisenmangel, Alkoholkonsum, Rauchen, Drogenmissbrauch, Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen entstehen. Doch auch Schlaf spielt eine entscheidende Rolle.

Wenn der Wecker zu früh klingelt

Die meisten werden wohl irgendwann kleine Ringe unter ihren Augen bemerkt haben. In der Regel nach einer kurzen Nacht. "Das liegt an der gedrosselten Lymphzirkulation während des Schlafes", sagt die Hautärztin Ellen Meyer-Rogge der "Apotheken Umschau".

Wenn der Körper nicht ausreichend Schlaf bekommt, fehlt ihm die Zeit, Stoffwechselprodukte über die Lymphflüssigkeit fortzuschwemmen. Sie staut sich daraufhin etwa unter den Augen. Die Folge sind dunkle Ränder. Begünstigt werden sie zudem dadurch, dass die Hautspannung bei Müdigkeit nachlässt und die Gesichtsmuskeln erschlaffen. Die fehlende Mimik bringt die Ränder stärker zum Vorschein.

Was hilft gegen Augenringe?

Ein gesunder Lebensstil

So vielfältig wie die Ursachen für Augenringe sind auch die Hilfsmittel gegen sie. Ein erster Schritt wäre es, sich einen gesunden Lebensstil anzueignen. Dazu gehört, regelmäßig sieben bis acht Stunden schlafen und ausreichend trinken – die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 1,5 Liter am Tag.

Auch Alkohol- und Tabakkonsum sollten reduziert werden, da Augenringe auf eine strapazierte Leber hinweisen können, die den Körper nicht mehr richtig entgiftet. Übrigens sind das auch Tipps, die unabhängig von Augenringen hilfreich sein können.

Gutes Essen

Zu einem gesunden Lebensstil gehört natürlich auch eine passende Ernährung. Mit den richtigen Lebensmitteln lassen sich Augenringe ebenfalls lindern. Vor allem Vitamin A sorgt für eine erhöhte Hautfestigkeit. So werden Blutgefäße weniger auffällig. Möhren, Spinat, Kürbis und Grünkohl haben einen erhöhten Vitamin-A-Gehalt. Just sayin.

Die richtige Creme

Cremes können ebenfalls gegen Augenringe helfen. Wichtig ist, dass die Creme auf die empfindliche Haut unter den Augen abgestimmt wird. Alkohol- oder ölhaltige Mittel können zu unnötigen Reizungen führen und die Augenschatten intensivieren. Am besten eignen sich wohl Cremes mit Hyaluronsäure. Die besitzt einen aufpolsternden Effekt und mildert die Ränder.

Übrigens: Neben den Ringen können auch Schwellungen unter den Augen auftreten. Gerade bei Schlafmangel sind sie keine Seltenheit. Die lassen sich normalerweise mit Kühlpads, Gurken- oder auch gefrorenen Kartoffelscheiben bekämpfen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Spoiler: Nicht sofort

In den meisten Fällen sind Augenringe nicht bedenklich. Dennoch können sie auch ein Hinweis für organische Erkrankungen sein: "Wenn das Herz etwa nicht richtig pumpt, entsteht Sauerstoffmangel, was sich unter anderem durch Augenringe ausdrücken kann", sagt der Dermatologe Jens Tesmann im Gespräch mit "Focus Online".

Auch Leber- und Nierenerkrankungen können verantwortlich sein. Doch das passiert eher selten. Dennoch kann es nicht schaden, mit einem Arzt zu sprechen, wenn Augenringe plötzlich auftreten, sich über mehrere Tage halten und gleichzeitig trotz ausreichendem Schlaf ein Gefühl der Abgeschlagenheit aufkommt.

(tkr)

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