romantic couple watching television at home

Bild: iStockphoto / Dejan_Dundjerski

Grünes Streaming: Anbieter Zattoo ist klimaneutral

Besonders während der Corona-Zeit haben wir es uns alle sehr oft auf der Couch vor dem Fernseher oder Laptop gemütlich gemacht und stundenlang Filme und Serien gestreamt. So schön ein solcher Marathon auch ist, so belastend ist er leider auch für die Umwelt, denn es entstehen extrem hohe CO2-Emissionen. Der Streaming-Anbieter Zattoo will eine nachhaltige Alternative zu Netflix und Amazon Prime darstellen.

Eigenen Angaben zufolge ist Zattoo der erste klimaneutrale TV-Streaming-Anbieter. Das Unternehmen aus der Schweiz errechnet dafür in einem ersten Schritt zusammen mit ClimatePartner, einem Umweltberatungsunternehmen, jährlich die eigene CO2-Bilanz.

Eigenes Rechenzentrum direkt in einer Windkraftanlage

Anschließend werden innerhalb des Unternehmens entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Verbrauchs ergriffen, beispielsweise werden die Rechenzentren mit Ökostrom betrieben und ein eigenes Rechenzentrum steht sei 2020 sogar direkt in einer Windkraftanlage – damit wird die Energie direkt dort genutzt, wo sie entsteht. Es handelt sich dabei um das Projekt windCORES des Windparkbetreibers Westfalenwind.

„Die anderen Rechenzentren benutzen auch grüne Energie, jedoch ist deren Transport immer ein mögliches Umweltproblem. Mit einer eigenen Anlage ist es möglich, den Strom direkt beim Rechenzentrum zu gewinnen“, sagt Zattoo-CTO und Climate Officer Stefan Lietsch gegenüber Tech & Nature.

Laut Zattoo laufen täglich fünf Millionen Gigabyte an Daten über die Plattform – der Verbrauch der Rechenzentren liegt deshalb bei einer Million Kilowattstunden im Jahr. "Diesen Energieverbrauch können Windräder aber auf jeden Fall komplett decken. Wir sind noch in einer frühen Phase der Umstellung, aber die technischen und räumlichen Voraussetzungen sind gegeben", sagt Lietsch.

Was nicht durch die Reduzierung von CO2-Emissionen eingespart werden kann, wird durch zertifizierte Klimaschutzprojekte kompensiert. Die Projekte setzen sich gegen Plastikmüll im Meer und für die Aufforstung ein.

(sb)

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