23.04.2021,Berlin,Deutschland,GER,Babylon Berlin.Dreharbeiten f

Filmproduktionen – wie hier bei "Babylon Berlin" – haben einen großen CO2 Verbrauch. Dies soll sich mithilfe eines Gesetzes jetzt ändern. Bild: www.imago-images.de / stefan zeitz

Klimaschutz-Bemühungen beim Dreh werden zur Bedingung für Filmförderung

Filmproduktionen stehen immer wieder wegen ihrer hohen Umweltbelastungen in der Kritik. Insbesondere sorgen sich Umweltschützer über den hohen Stromverbrauch, der häufig von Dieselgeneratoren betrieben wird. Das Material, dass zum Drehen eines Films benötigt wird, wird zudem mit Lastwagen von Drehort zu Drehort gefahren und häufig werden Kulissen genutzt, die nach Ende der Produktion auf dem Müll landen.

Der ökologische Fußabdruck bei Filmproduktionen ist deswegen immens. Schon bei einfachen Fernsehfilmen kann dieser mehrere hundert Tonnen CO2 betragen, bei größeren Produktionen deutlich mehr.

Filmförderungsgesetzt verpflichtet Filmemacher zu Umweltmaßnahmen

Jetzt hat der Bundestag jedoch ein überarbeitetes Filmförderungsgesetz beschlossen. Dies beinhaltet insbesondere, dass Filmemacher in Zukunft stärker auf die Umwelt achten sollen, wenn sie finanzielle Unterstützung von der Filmförderungsanstalt (FFA) bekommen wollen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde am Donnerstag in Berlin mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD beschlossen.

Das Gesetz soll am 1. Januar 2022 in Kraft treten und zwei Jahre gelten. Neben Nachhaltigkeitsaspekten beinhaltet das überarbeitete Gesetz Vorgaben zur Gleichstellung von Frauen und Männern, sowie flexiblere Fristen, wie lange ein Film im Kino laufen muss, ehe er auf anderen Kanälen zu sehen ist.

In Deutschland können Filmunternehmen für ihre Projekte finanzielle Unterstützung beantragen. Dazu gibt es millionenschwere Töpfe in den Bundesländern und beim Bund. Die Filmförderung wird teils von der Branche und teils aus Steuergeld finanziert.

Filmemacher sollen CO2-Bilanz vorlegen

Bekommt ein Filmprojekt Geld von der Filmförderungsanstalt, gelten aber Voraussetzungen. So sollen Filmteams in Zukunft eine CO2-Bilanz vorlegen müssen. Fördergelder sollen von der FFA nur gewährt werden, wenn bei der Herstellung des Films "wirksame Maßnahmen zur Förderung der ökologischen Nachhaltigkeit getroffen werden", heißt es. Einzelheiten sollen noch festgelegt werden.

Über die Filmförderung wird in Deutschland immer wieder gestritten. Auch im Bundestag hatte es sehr unterschiedliche Meinungen gegeben. Angesichts der Pandemie waren die Kinobesuchszahlen im vergangenen Jahr dramatisch eingebrochen.

Weil der Start vieler internationaler Filme verschoben worden war, wurden allerdings anteilig mehr Karten für deutsche Filme verkauft. Angesichts der Infektions- und Impfzahlen hofft die Kinobranche nun auf einen Neustart, dann allerdings mit Verpflichtungen zu einer besseren CO2-Bilanz.

(nb/dpa)

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