Doktor G Punkt

Dr. G-Punkt: Gibt es ein Jungfernhäutchen, oder nicht?

Video: watson/Gunda Windmüller, Lia Haubner

Sex ist schön. Sex ist aber auch schwer.

Schwer, weil beim Sex nicht einfach nur Körper unbeschwert Dinge tun, sondern weil sich Köpfe so verdammt schwer ausschalten lassen. Und in unseren Köpfen überwintern nicht nur Ängste und Sorgen (Hallo, Bauch einziehen), da nisten sich auch Mythen ein, die unsere Lust nachhaltig ausbremsen können.

Vagina-Season

In der "Vagina-Season" von Dr. G-Punkt wollen wir euch die acht bekanntesten Mythen rund um das weibliche Geschlechtsteil vorstellen.

Bei einem dieser Mythen geht es um das Jungfernhäutchen.

Das Jungfernhäutchen ist, orientiert man sich an diversen Internet-Foren oder "Stille Post" aus der Sportumkleide, entweder eine feste Hautschicht oder eine mit ein wenig Beherztheit zu ploppende Folie:

"Ich dachte, das wäre so wie diese goldene Folie bei einem Nutella-Glas. Dann macht’s plopp und es ist offen."

Wer mit diesem Mythos aufgewachsen ist, eine Vagina hat und Sex mit einem Penis haben will, die muss daher beim ersten Mal einkalkulieren, dass es dann "unten" reißt, kaputt geht und blutet.

In Konsequenz wird das erste Mal von allen (!) Beteiligten wohl eher mit Angespanntheit erwartet – und wer angespannt ist, der hat keinen schönen Sex. Denn dabei ist Entspannung mindestens genauso wichtig.

"Bei Sexualität geht es um einen Wechsel von An- und Entspannung. Wenn man nicht entspannt ist, macht es auch keinen Spaß.“

Carla Thiele, Sexualtherapeutin, ze.tt

Dabei ließe sich diese Angespanntheit durch ein bisschen Aufklärung schon nehmen:

Das, was wir gemeinhin Jungfernhäutchen nennen, wird in der Fachsprache als Hymen oder Korona ("Krone") bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Hautfalte, die den Eingang zur Vagina umringt. Die kann dünn sein, oder dick, straff oder dehnbar. Sie ist in jedem Fall KEINE Folie, die die Vagina abdichtet wie der goldene Verschluß eines Nutella-Glases.

Frag' Dr. G-Punkt

Reden wir eigentlich genug miteinander? Wir glauben, nein. Deshalb könnt ihr hier eure Fragen zu Sex loswerden - alles, und zwar wirklich alles, was ihr schon immer wissen wolltet. Wissen ist sexy. Schreibt ihr einfach: gunda@watson.de

Die Gynäkologin Sheila de Liz schreibt:

"Das Hymen kann sehr elastisch sein, man kann sich diesen Hautring am Eingang wie ein Haargummi vorstellen. Das kann gedehnt werden und, zack, zur Originalgröße zurückkehren, ohne zu reißen oder zu bluten."

Sheila de Liz: "Unverschämt - Alles über den fabelhaften weiblichen Körper", Rowohlt.

Daher ist eine ausbleibende Blutung beim ersten penetrativen Sex auch kein Beweis für "Jungfräulichkeit" – die Hälfte aller Frauen und Mädchen blutet beim ersten Mal nämlich überhaupt nicht. Der Grund hierfür ist ganz simpel: Das Hymen, oder die Korona ist bei jeder nunmal anders geformt.

Grund genug, sich zu entspannen. Denn wie gesagt: Sex ist schön ...

Dr. Sheila de Liz

In ihrem Buch "Unverschämt - Alles über den fabelhaften weiblichen Körper" klärt die Gynäkologin de Liz über alles auf, was Frauen über ihren Körper wissen sollten. Von Vulvalippen, Perioden und Verhütung hin zu Intimwaxing und Brüsten.

Dr. G-Punkt über Periodensex

Dokumentation zeigt, mit welchen Tricks Ferrero arbeitet

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