Bayern-Trainer Julian Nagelsmann und sein Flügelspieler Kingsley Coman.
Bayern-Trainer Julian Nagelsmann und sein Flügelspieler Kingsley Coman.Bild: www.imago-images.de / Frank Hoermann

"Bei Kingsley war ich leicht angefressen": Bayern-Trainer Nagelsmann über Comans Position in München

18.11.2021, 17:44

Eigentlich ist Bayern-Trainer Julian Nagelsmann aktuell mit Kingsley Coman sehr zufrieden. Und das darf er auch sein. Der Franzose zeigt seit Wochen Bestleistungen und traf in den letzten drei Bundesliga-Spielen zweimal.

Zur Belohnung durfte der 25-Jährige in den vergangenen eineinhalb Wochen wieder einmal zur französischen Nationalmannschaft, nachdem er im Oktober wegen einer Operation am Herzen gefehlt hatte. Beim 8:0 gegen Kasachstan und beim 2:0 gegen Finnland überzeugte er auf der rechten Seite des amtierenden Weltmeisters.

Coman auch defensiv als Rechtsverteidiger

Das besondere: Frankreich spielte in beiden Spielen jeweils mit Dreier- beziehungsweise Fünferkette. Coman, der auf der rechten Seite spielte musste als Rechtsverteidiger agieren, wenn Frankreichs Gegner den Ball hatten. Eine für ihn ungewohnte Situation bei Bayern.

Sofort kam in den Medien die Frage auf, ob diese Aufgabe für Coman auch bei den Bayern in Frage käme. In vielen Texten wurde die Rechtsverteidiger-Position als eine der großen Neuentdeckungen der Länderspielpause ausgelobt. Das gefiel vielen, nicht aber Bayern-Trainer Julian Nagelsmann.

Vor der Partie in Augsburg (Freitag, 20.30 Uhr) sagte der Bayern-Trainer: "Bei Kingsley war ich leicht angefressen, als ich in mehreren Medien gelesen habe, dass er erstmals rechter Verteidiger in der Fünferkette gespielt hat und ob es eine Option für Bayern wäre." Dann fügte Nagelsmann an, dass er die Position des Rechtsverteidigers "Joker" nenne. "Der Kingsley Coman hat bis jetzt in jedem Bundesliga-Spiel, das er unter mir gespielt hat als Joker gespielt, wenn wir den Ball haben."

"Die Position zum ersten Mal gespielt hat er bei Bayern München und nicht bei Frankreich."
FC Bayern-Trainer Julian Nagelsmann über die Position von Kingsley Coman

Der große Unterschied zu Frankreich sei, dass die Münchner defensiv mit Viererkette verteidigen und Coman dadurch weiter vorne verteidigen könne. "Les Bleus" wiederum seien auch defensiv in der Dreierkette geblieben, weshalb Coman weiter nach hinten mitarbeiten musste. "Aber die Position zum ersten Mal gespielt hat er bei Bayern München und nicht bei Frankreich."

Gleichzeitig sei die defensivere Position Comans im Frankreich-Spiel gegen Finnland nun der Grund, weshalb der Franzose beim Spiel in Augsburg fehle. "Das ist auch der Grund für seine muskuläre Thematik, weil er defensiv gegen Finnland mehr Läufe nach hinten machen musste, die er so nicht gewöhnt war. Das hat sich auf seine Muskulatur ausgewirkt."

"Joshua Kimmich hatte Kontakt in seinem privaten Umfeld zu einer Corona-Verdachtsperson."
FC Bayern-Trainer Julian Nagelsmann über einen möglichen weiteren Ausfall von Joshua Kimmich

Ein weiterer Spieler, der den Bayern in Augsburg fehlen könnte, ist Joshua Kimmich. Der Mittelfeldspieler hatte laut Nagelsmann im privaten Umfeld Kontakt zu einer positiv getesteten Person. Von dieser Kontaktperson fehlt allerdings noch das Ergebnis des offiziellen PCR-Tests.

Im Abschlusstraining am Donnerstag fehlte Kimmich. "Es war eine reine Vorsichtsmaßnahme. Er hatte Kontakt in seinem privaten Umfeld zu einer Corona-Verdachtsperson. Das ist noch nicht bestätigt. Da warten wir noch auf das PCR-Ergebnis. Deswegen war er nicht dabei heute. Das wird im Laufe des heutigen Tages entschieden werden. Dann wissen wir mehr."

Kimmich, der weiterhin noch nicht geimpft ist, könnte sich dadurch über den Winter hinaus immer wieder in Quarantäne begeben müssen. Auf der Pressekonferenz vor dem Augsburg-Spiel betonte Nagelsmann allerdings noch einmal: "Ich bin nach wie vor dafür, dass sich jeder impfen lässt."

(stu)

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