Prinz Andrew trat kurz nach dem BBC-Interview von seinen royalen Pflichten zurück.
Prinz Andrew trat kurz nach dem BBC-Interview von seinen royalen Pflichten zurück.Bild: dpa / Steve Parsons

Skandal-Interview mit der BBC: Prinz Andrew wird neue Demütigung zuteil

16.07.2022, 10:54

Eines der skandalösesten Interviews in der Geschichte der BBC soll nun zum Blockbuster werden. Im November 2019 setzte sich Prinz Andrew zusammen mit der Journalistin Emily Maitlis zusammen. Es war bereits vor dem Gespräch für "Newsnight" klar, dass es um seine Beziehung zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gehen sollte. Im August des gleichen Jahres war Epstein in seiner Gefängniszelle tot aufgefunden worden. Was Prinz Andrew damals aber zu dennoch immer lauter werdenden und schwerwiegenden Anschuldigungen zu sagen hatte, wurde mit Argusaugen beobachtet.

Dass sich überhaupt ein Mitglied des Königshauses so bereitwillig äußert, war eine Sensation. Was der heute 62-Jährige seinerzeit aber vor laufenden Kamera erklärte, sollte im Nachgang als Autounfall beschrieben werden, bei dem man nicht wegschauen könne. Das Interview bestand aus Verstrickungen und Peinlichkeiten, die weltweite Presse nahm die Aussagen auf.

Nun soll es bald die Gelegenheit geben, hinter die Kulissen des Gesprächs schauen zu können: Wie der Branchendienst "Deadline" berichtet, soll das desaströse Interview von Prinz Andrew verfilmt werden. Auch über einen Schauspieler, der den Blaublüter verkörpern soll, wird bereits heftig spekuliert.

Erste Details zu Interview-Film bekannt

Demnach soll der Film unter dem Titel "Scoop" herauskommen. Es soll sich dabei um die Verfilmung des Buches von "Scoops: Behind the Scenes of the BBCs Most Shocking Interviews" von Sam McAlister handeln, die als Produzentin bei der Aufzeichnung dabei gewesen ist. Sie verkündete stolz auf Twitter: "Also hier sind ein paar Neuigkeiten... ich kann vor Aufregung kaum atmen!"

Wer aber die Schauspieler des Streifens werden, stehe noch nicht fest: Das Casting habe laut "Deadline" noch nicht begonnen. Laut einiger Berichte hieß es zwischenzeitlich, dass Hugh Grant Prinz Andrew in dem Film verkörpern werde, doch der dementierte diese News, die in einem mittlerweile wieder gelöschten "OK! Magazine"-Artikel veröffentlicht wurde, sogleich. Dort hieß es, er sein in Gesprächen für die Rolle. Grant antwortete knapp auf Twitter: "Bin ich nicht. Nie davon gehört."

Fest steht aber bereits: Der Autor Peter Moffat wird die Arbeit am Drehbuch übernehmen. Inhaltlich verriet er schon mal, dass es im Film darum gehen werde, "wie das 'Newsnight'-Team der BBC die Informationen bekommen hat und dann das eigentliche Interview."

Warum war das Interview so skandalträchtig?

Streckenweise war das rund einstündige Gespräch zwischen Andrew und Maitlis schlichtweg bizarr. Der Sohn der Queen dementierte unter anderem darin, 2001 Sex mit der damals noch minderjährige Virginia Roberts Giuffre gehabt zu haben. Im Gegenteil: Er habe "keine Erinnerung daran, sie jemals getroffen zu haben." Fakt ist jedoch: Zumindest Bilder existieren von Andrew und Giuffre.

Diese Foto zeigt Prinz Andrew an der Seite von Virginia Giuffre und Ghislaine Maxwell im Hintergrund.
Diese Foto zeigt Prinz Andrew an der Seite von Virginia Giuffre und Ghislaine Maxwell im Hintergrund. Bild: dpa / Us Department Of Justice

Der wohl merkwürdigste Moment im Interview war jedoch der, als es um Andrews Schweiß ging. Giuffre behauptete, dass sie mit ihm in einem Londoner Club getanzt und er dabei sehr stark geschwitzt habe. Diese Aussage dementierte der Prinz mit der Behauptung, dass er während des Falklandkrieges eine "Adrenalin-Überdosis" gehabt habe und deswegen seine Schweißbildung angeblich kurzzeitig gestoppt hatte. Fazit der seltsamen Erklärung: Er sei gar nicht imstande gewesen, zu schwitzen.

Kurze Zeit nach der Ausstrahlung des Interviews verkündete Andrew schließlich seinen Rückzug von all seinen royalen Aufgaben. Damit einher ging auch, dass er sich komplett aus der Öffentlichkeit zurückzog. Auf eine Klage von Giuffre folgte eine außergerichtliche Einigung, Andrew habe außerdem eine "beträchtliche Spende" an eine Charity-Organisation zur Unterstützung der Rechte von Opfern leisten wollen.

(cfl)

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