Die von Redseven Entertainment GmbH für amazon prime produzierte Sketch Comedy  „BINGE RELOADED“, von Juli bis August 2020, in Köln und Umgebung.

Martin Klempnow parodiert für "Binge Reloaded" auch Robert Geiss. Bild: RedSeven/ Frank Dicks

"Binge Reloaded": Nach Robert-Parodie meldeten sich die Geissens bei Martin Klempnow

Es ist mittlerweile bereits acht Jahre her, dass "Switch Reloaded" ein Ende fand. Nun gibt es mit "Binge Reloaded" eine Neuauflage. Bei Amazon Prime werden ab dem 4. Dezember TV-Shows, Kultserien und bekannte Fernsehgesichter auf die Schippe genommen. Auf manche altbekannten "Switch Reloaded"-Stars müssen die Fans allerdings verzichten, andere sind jedoch wieder dabei – auch Martin Klempnow.

Watson sprach mit dem Schauspieler, der in diesem Jahr bei der RTL-Show "Let's Dance" den siebten Platz belegte, über die Neuauflage, seine schwierigsten Parodien und die Reaktionen der jeweiligen Promis darauf.

watson: Am 4. Dezember erscheint "Binge Reloaded" bei Amazon Prime, wie findest du die Neuauflage?

Martin Klempnow: Total gelungen! Für mich hat sich eh nur in Details etwas geändert (lacht). Mir geht es wie ein Formel-1-Pilot, der Leidenschaft für das Fahren hat. Hauptsache ein Cockpit. Nun habe ich eben nur ein neues Team und ein neues Auto. Ich darf weiterhin meine Leidenschaft zum Beruf machen, ich bin Fernsehjunkie. Für mich hat sich, außer dass ich noch involvierter war und noch mehr Freiheiten hatte, nichts geändert. Ich bin noch glücklicher, als ich sowieso schon war.

Let's Dance 2020: Die Kandidaten - Martin Klempnow

Martin Klempnow ist Schauspieler und in zahlreichen Comedy-Formaten zu sehen. Bild: TVNOW / Claudio Di Lucia

Viele deiner ehemaligen Co-Stars und Zuschauerlieblinge wie Martina Hill und Max Giermann sind nicht mehr dabei. Wieso?

Die genauen Umstände kenne ich leider nicht, aber sie werden sicherlich ihre Gründe haben und ich kann wiederum da nur mein Bedauern darüber ausdrücken. Gerade Martina Hill bewundere und schätze ich sehr und sie ist die lustigste Frau, die ich persönlich kenne (lacht). Warum sie nicht mehr dabei ist, müsste ich sie mal fragen.

Und Max Giermann?

Mit Max Giermann bin ich befreundet und darüber hinaus bin ich sein größter Fan. Sehr schade. Aber man muss nach vorne schauen, wir haben aber gute neue Leute dabei. Mit Jan van Weyde habe ich beispielsweise "Kitchen Impossible" parodiert, er spielt Steffen Henssler und ich Tim Mälzer. Das hat richtig Spaß gemacht, ich habe jetzt noch Gänsehaut, der ist genauso bekloppt wie ich!

"Wir hatten direkt das Gefühl: Da haben sich zwei gefunden!"

Welcher neue Kollege hat dich am meisten beeindruckt?

Das, was ich von den anderen gesehen habe, hat mich umgehauen! Mit Jan van Weyde hatte ich die meisten gemeinsamen Drehtage und wir hatten direkt das Gefühl: Da haben sich zwei gefunden!

Warum?

Man läuft den ganzen Tag bei heißen Temperaturen in den klebrigen Masken herum, bekommt kaum Luft und steht unter Stress und bekommt dann in dieser Situation gemeinsam 'nen Lachkrampf – das verbindet! Wir haben uns aber alle gegenseitig viel unterstützt. Von der Produktionsfirma RedSeven, den Regisseuren, Regieassistenzen, Kamera bis zum Praktikanten haben sich alle gut verstanden und wir waren natürlich froh, dass wir so eine tolle Arbeit hatten. Es ist jetzt kein Gelaber, sondern ich denke wirklich an eine wundervolle Zeit zurück, trotz der ganzen schwierigen Situation.

"Von den Geissens habe ich mal Feedback bekommen."

Sind die Leute, die du parodierst, von dir genervt?

Das würde mich auch mal interessieren! Von den Geissens habe ich mal Feedback bekommen: Die fanden die Parodie von ihnen ziemlich witzig. Kai Ebel hatte meine Parodie von ihm sogar auf seinem Handy und hat sie mir gezeigt. Dann haben wir über seine Eigenheiten diskutiert und er meinte: "So stehe ich gar nicht!" Und seine Frau kam dazu und meinte: "Doch, so stehst du immer da rum." Es war eine super lustige Situation. Es gibt auch viele Kollegen, die mich fragen: "Wann bin ich denn mal dran?"

Also sind die Reaktionen eher positiv?

Ja! Man sollte das alles ja auch nicht zu ernst nehmen. Es ist alles überspitzt. Ich übertreibe ja auch nur die Figur, die ich im Fernsehen wahrnehme. Das hat ja dann nicht unbedingt etwas mit der Privatperson, die dahintersteht, zu tun.

Findest du es dann schade, dass du nicht die Reaktionen der internationalen Stars aus den Streaming-Serien mitbekommst, die du parodierst?

Das weiß man nicht! Man ist ja ziemlich vernetzt heutzutage. Ich kann mir schon gut vorstellen, dass Amazon den Leuten mal eine Kopie zuschickt.

"Oliver Welke war eine unfassbare Herausforderung."

Wen würdest du gerne einmal parodieren?

Es gibt so viele Künstler, ich habe quasi jeden Tag mindestens zehn neue, die ich parodieren möchte, aber ein paar stehen seit Jahren ganz oben auf der Liste … und die sind Betriebsgeheimnis.

Wer ist deine Lieblingsfigur in der neuen Staffel?

Diese Frage ist schwer zu beantworten. Tim Mälzer hat mir zum Beispiel unglaublich viel Spaß gemacht. Aber auch Oliver Welke war eine unfassbare Herausforderung, er war sehr schwer zu parodieren. Natürlich auch, weil er bei der "heute-show" mein Boss ist. Aber auch Jenke von Wilmsdorff war eine große Aufgabe. Ich war in der Maske komplett zugekleistert. Und natürlich Dennis aus Hürth … und Toni Hamady … und ... (lacht). Wie gesagt, schwer zu beantworten.

06.10.2020, Nordrhein-Westfalen, Köln: Der Komiker Martin Klempnow parodiert Oliver Welke (

Martin Klempnow als Oliver Welke. Bild: dpa / Henning Kaiser

Was sind die Schwierigkeiten bei der Arbeit?

So eine Maske wie die von Jenke von Wilmsdorff hält nur einen Tag. Alles Material, das man zu dieser Parodie später zu sehen bekommt, wurde also an einem Tag gedreht. Wir haben vier Folgen über Jenke gedreht und unfassbar viel Material produziert. An solch einem Tag sitzt man dann aber auch morgens um 4 Uhr in der Maske und geht erst um Mitternacht nach Hause.

Schreibst du selbst an den Sketchen mit?

Ja, da bringt man mir glücklicherweise das Vertrauen entgegen. Ich mache auch immer sehr, sehr viele Vorschläge, weil ich wirklich alles kenne. Letztes Mal habe ich 40 Vorschläge für Rollen gemacht, dazu kommen noch Textvorschläge. Dann muss ich aber noch mit den Maskenbildnerinnen besprechen, ob eine Figur für meine Physiognomie überhaupt möglich ist.

Inwiefern?

Ich habe eine große Leidenschaft und das ist das Übergewicht. Da muss man vorher schauen, ob man die dicken Backen überhaupt unter die Maske gequetscht kriegt. Dann setze ich mich mit den Autoren zusammen und wir basteln an den Texten. Manche Texte habe ich auch komplett selbst geschrieben, viel wird bei mir auch einfach improvisiert. Wenn ich einmal die Figur habe, dann lege ich einfach los.

"Amazon hat uns freie Hand gelassen."

Wie findest du den Schritt zu Amazon Prime Video und gibt es Unterschiede zum Fernsehen?

Für mich war es die erste Zusammenarbeit mit Amazon und zwischendurch war ich sogar ein bisschen skeptisch, weil alle so positiv waren. Die Stimmung hat mich sehr an meine Anfangszeiten beim Fernsehen erinnert: In den Neunzigerjahren in Köln, als man sich einfach mit ein paar Bekloppten hingesetzt hat, Spaß hatte und daraus ist dann Fernsehen entstanden. Amazon hat uns freie Hand gelassen und wollte dazu auch unbedingt Dennis aus Hürth dabeihaben, das schmeichelt dann einem schon. Wir wollten den ganzen Wahnsinn und den Trash und vielleicht auch mal eine Serie parodieren, die kaum einer kennt.

Wie war das Drehen von "Binge Reloaded" zur Corona-Zeit?

Das war von allen Verantwortlichen sehr mutig, denn so eine Serie kostet eine Menge Geld. Zu Corona-Zeiten noch viel mehr, die Produktionsfirma hat freiwillig die Sicherheitsbestimmungen verschärft. Wir hatten zum Beispiel einen eigenen Corona-Beauftragten am Set, eine Desinfektionsstation und haben uns extra viel Zeit gelassen, um die Auflagen einzuhalten.

Die von Redseven Entertainment GmbH für amazon prime produzierte Sketch Comedy  „BINGE RELOADED“, von Juli bis August 2020, in Köln und Umgebung.

Auch als Jenke von Wilmsdorff stand er vor der Kamera. Bild: RedSeven/ Frank Dicks

Wie kann man lineares Fernsehen und Streaming in Zukunft noch weiter verknüpfen?

In den Köpfen der Zuschauer gibt es die Verknüpfung ja sowieso. Die Leute schauen heutzutage nach Bedarf. Was sich verändert hat, ist, dass sich die Menschen seltener gezielt um 20.15 Uhr vor den Fernseher setzen, sondern einfach in die Mediathek gehen.

"Es gab nicht wenige Formate, die danach höhere Einschaltquoten hatten."

Warum macht es Sinn, eine Parodie über das Fernsehen auf einer Streaming-Plattform zu veröffentlichen?

Eine interessante Sache, die passieren kann – und das ist bei "Switch Reloaded" damals auch passiert – ist, dass die Leute ein Format sehen, das sie nicht kennen und sich deshalb nachher das Original ansehen, damit sie die Anspielungen verstehen. Es gab nicht wenige Formate, die danach höhere Einschaltquoten hatten. Ein Beispiel: Ich habe bei "Switch Reloaded" damals die Super-RTL-Sendung "Upps die Pannenshow" parodiert. Danach haben diese Sendung ein paar mehr Zuschauer eingeschaltet, so wurde es mir mal erzählt (lacht).

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