Lufthansa Technik und BASF bringen 2022 Sharkskin-Technologie in Serie f

Die Innovation könnte große Mengen an CO2-Ausstoß verhindern Bild: dpa / Oliver Rösler

"Haifischhaut" soll Flugverkehr weniger klimaschädlich machen

Die Airline Lufthansa und der Chemie-Konzern BASF haben sich zusammengetan, um den Kerosinausstoß bei Flugzeugen zu verringern. Nun haben sie offiziell ihre Innovation vorgestellt, die ab 2022 in Serie gehen soll.

Mit einer neuen Oberflächenfolie, die mit ihrer gerippten Struktur, an die Haut von Haifischen erinnert, sollen Flugzeuge der Lufthansa-Flotte künftig große Mengen an Treibstoff sparen. Die entscheidende Inspiration fanden die beiden Unternehmen dabei in der Natur.

Haifischhaut macht Reibungsverminderung von einem Prozent möglich

Der Oberflächenfilm trägt den Namen "AeroSHARK" und besteht aus vielen winzigen 50 Mikrometer großen Rippen, die den Reibungswiderstand an strömungsrelevanten Stellen des Flugzeugs reduzieren. Flugzeuge werden durch die spezielle Haifischhaut-Folie also windschnittiger. Die Folie soll laut den Herstellern eine Reibungsverminderung von einem Prozent möglich machen.

Das klingt auf den ersten Blick nicht nach besonders viel. Allerdings könnte die von BASF entwickelte Oberfläche jährlich 3.700 Tonnen Kerosin einsparen, was Emissionen von 11.700 Tonnen Kohlendioxid vermeiden würde. Zahlen, die eher aufhorchen lassen: Sie entsprechen dem Ausstoß, der momentan bei 48 Frachtflügen von Frankfurt nach Shanghai entsteht.

Schon ab kommendem Jahr sollen zunächst zehn Flugzeuge des Typs Boeing 777, allesamt Frachter der Lufthansa Cargo, mit der speziellen Folie beklebt werden.

Insgesamt sollen pro Flugzeug rund 800 Quadratmeter "Haifischhaut" verklebt werden. Sowohl an der Rumpfunterhälfte, als auch an den Seitenflächen und den Flügeln wird dann die einsparende Folie angebracht. Die Folie eignet sich zurzeit vor allem für die Frachtflotte der Lufthansa, da diese keine Fenster hat.

Projekt soll noch weiterentwickelt werden

Lufthansa und BASF haben bereits angekündigt, das Projekt weiterzuentwickeln. In Zukunft könnten noch viele andere Flugzeugmodelle mit der Haifischhaut beklebt und so große Mengen Kerosin eingespart werden. Zudem sollen noch mehr Flugzeugteile mit der Folie beklebt werden. So könnte die Haifischhaut laut der beteiligten Unternehmen längerfristig sogar bis zu drei Prozent der CO2-Emissionen einsparen.

Christina Foerster, Vorständin der Deutschen Lufthansa AG und verantwortlich für Nachhaltigkeit, zeigte sich in einer offiziellen Stellungnahme erfreut: "Bei der Einführung umweltfreundlicher Technologien haben wir seit jeher eine führende Rolle. Die neue Sharkskin-Technologie für Flugzeuge zeigt, was starke Partner mit großer Innovationskraft gemeinsam für die Umwelt erreichen können. Das unterstützt uns bei dem Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden."

(nb)

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