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"Ständig das Gefühl, ertappt zu werden": Felix Jaehn über seinen langen Weg zum Coming-out

"Ich hatte immer die Angst, entlarvt zu werden", sagte Felix Jaehn schon Anfang Juli in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". Es war eines der ersten Male, dass der Star-DJ nach seinem Outing öffentlich über seine Bisexualität sprach.

Der Musikproduzent aus Mecklenburg-Vorpommern hatte im Februar 2018 in einem Artikel des "Zeit"-Magazins bekannt gegeben, dass er bisexuell sei.

Felix Jaehn tritt beim CSD in Berlin auf – ein großer Schritt für ihn

An diesem Samstag nun tritt Jaehn, dessen aktuelle Single "Love On Myself" über die Liebe zu sich selbst handelt, erstmals beim Berliner Christopher Street Day auf. Ein großer Schritt für ihn – vor allem, wenn man sich anhört, was Jaehn nun über sein jahrelanges Versteckspiel als Bisexueller sagt.

Wie der 24-Jährige jetzt verriet, hat vor seinem Coming-out versucht, Interview-Fragen zu seinem Privatleben auszuweichen. "Das Problem daran war, dass ich ein Teil von mir versteckt habe. Man entwickelt dann Muster, weicht aus, baut sich Mauern auf, verändert das Sprechen", sagte Jaehn der Deutschen Presse-Agentur.

Felix Jaehn hatte vor dem Coming-Out ständig Angst, "ertappt" zu werden

"Ich habe sogar Bewegungen auf der Bühne angepasst, um unauffälliger zu wirken. Das ist ein unglaublicher Stress und unfassbarer Druck, wenn man ständig das Gefühl hat, gleich 'ertappt' zu werden. Jetzt freue ich mich, dass ich das nicht mehr habe, sondern frei und fröhlich bin."

Nach Gesprächen mit Familie und Freunden habe sich Jaehn dazu entschieden, einen Artikel für die Rubrik "Ich habe einen Traum" des "Zeit"-Magazins zu schreiben. Darin berichtet er, wie er sich als Junge vom Dorf gefühlt habe, der nicht nur auf Mädchen steht. Und dass er sich nicht mehr verstecken wolle.

Der Lesben- und Schwulenverband begrüßt Felix Jaehns Engagement

"Im Nachhinein waren alle Ängste irrational. Ich habe mich da sehr hineingesteigert. Aber je öfter man darüber offen spricht, desto entspannter wird es", erzählt Jaehn heute.

Er wolle nun seine Reichweite nutzen, um über Themen zu sprechen, die ihm persönlich wichtig seien. Daher auch sein Auftritt beim CSD.

Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland begrüßt das Engagement des 24-Jährigen. Dies sei besonders für junge Schwule, Lesben, transgeschlechtliche, bi- und intersexuelle Menschen in der Coming-out-Phase wichtig.

(hau/dpa)

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