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Vision und Wanda sind die Helden der neuen Serie "Wandavision", die am 15. Januar bei Disney+ startet. bild: disney

Analyse

"Wandavision"-Star Elizabeth Olsen fordert: "Wir brauchen mehr Superheldinnen"

Stellt euch vor, eure liebsten Marvel-Superhelden leben auf einmal als ganz normales Pärchen in einer amerikanischen Vorstadt-Idylle à la "Mad Men" – nur halt glücklich: Genau das ist das Konzept von "Wandavision". Zumindest fast. Denn so ganz normal geht es natürlich nicht zu, wenn Wanda Maximoff aka Scarlet Witch und Vision, der nicht einmal ein Mensch ist, gemeinsam auf heile Welt machen.

"Wandavision", das am 15. Januar bei Disney+ erscheint, ist anders als man es von einer Superhelden-Serie erwarten würde. Jede Folge spielt in einem anderen Jahrzehnt und ist wie eine Sitcom aufgebaut, angefangen in den Fünfzigerjahren. Wanda und Vision leben jeweils in einer häuslichen Idylle. Immer öfter kommt es jedoch zu Störungen, die Wanda aus der Bahn werfen und sie und die Zuschauer an der Realität zweifeln lassen. Mal findet Wanda einen bunten Gegenstand in der eigentlich schwarz-weißen Welt, mal erscheint eine mysteriöse Person in einem Imker-Anzug und verschwindet plötzlich wieder.

Wieso brauchen wir Superhelden?

Watson hat mit den Schauspielern Paul Bettany und Elizabeth Olsen darüber gesprochen, was die neue Serie "Wandavision" so besonders macht.

Paul Bettany Actor Solo: A Star Wars Story, Photocall. 71st Cannes Film Festival Cannes, , France 15 May 2018 PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: MaryxEvansxAllstarxGrahamxWhitbyxBoot 12251160

Paul Bettany spielt den Androiden Vision in "Wandavision" Bild: imago images / Mary Evans

In den letzten Jahren wurden immer mehr Superhelden-Filme und -Serien zu echten Hits. Wie kann es sein, dass gerade dieses Gerne so erfolgreich ist? Der britische Vision-Darsteller Paul Bettany hat da so eine Ahnung, wie er im Interview mit watson durchblicken lässt:

"Die USA ist ein solch junges Land, vielleicht schaffen sie sich damit ihre eigene Mythologie, wie damals im antiken Griechenland. In früheren Zeiten gab es viele Geschichten und Stücke über Monarchien. Wieso? Weil ihre Probleme riesige Konsequenzen haben. Wenn der Prinz wahnsinnig ist und Norwegen angreift, dann ist das ein Problem. Wenn Paul wahnsinnig ist und Norwegen angreift, spielt das keine Rolle. In einer Welt ohne solche Situationen erschafft man sich selbst solche mächtigen Figuren, die weitreichende Konsequenzen durch ihre Entscheidungen hervorrufen. Wenn Tony Stark einen Nervenzusammenbruch hat, ist das ein echtes Problem. Wenn Scarlet Witch mit ihren nuklearen Kräften einen Zusammenbruch hat, dann ist das beängstigend. Vielleicht liegt darin die Faszination für Superhelden."

Wo bleiben die Heldinnen?

Dafür, dass Superhelden so beliebt sind und perspektivisch wohl auch bleiben werden, ist eine Sache auffällig: Es gibt noch immer verhältnismäßig wenige Heldinnen – vor allem mit eigenen Filmen. Ein Beispiel: Scarlett Johansson ist seit 2012 als Black Widow bei den "Avengers" dabei und bekommt erst dieses Jahr ihren eigenen Spin-off Film. Ihre Kollegen Captain America, Thor und Iron Man haben indes bereits je drei eigene Filme bekommen. "Wandavision" geht also mit positivem Beispiel voran.

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Elizabeth Olsen als Wanda in "Wandavision" bild: disney

Auch Wanda-Darstellerin Elizabeth Olsen sieht hinsichtlich der Geschlechterverteilung noch Nachholbedarf. Die 31-jährige Schauspielerin erklärte gegenüber watson:

"Ja, auf jeden Fall braucht es mehr Superheldinnen. Es sollte ausgeglichen sein – mindestens! Ich freue mich schon sehr darauf, wenn der 'Black Widow'-Film endlich herauskommt, denn ich liebe Scarlett Johansson in der Rolle. Ich bin sicher, dass es in Zukunft noch mehr weibliche Superheldenfilme und -serien geben wird."

Mehr Diversität!

Langsam werden Film und Fernsehen endlich diverser, wobei nun auch Marvel-Produktionen mitziehen. Allein in diesem Jahr sollen – wenn alles gutgeht – gleich mehrere Filme mit diverseren Besetzungen und Hauptdarstellern erscheinen.

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Teyonah Parris spielt "Captain Marvel" Monica Rambeau. bild: disney

Wir haben auch mit Teyonah Parris gesprochen, die in "Wandavision" die Superheldin Monica Rambeau spielt, die wiederum in der Serie erstmals im Marvel Cinematic Universe in Erscheinung tritt. Ihre Meinung zu Diversität:

"Wir brauchen mehr weibliche Superhelden und mehr Superhelden of color. Es gibt jetzt Monica Rambeau, die die erste Schwarze Frau war, die die Avengers in den Comicbüchern angeführt hat. Außerdem gibt es bald Shang Chi (Anm. d. Red.: Asiatischer Marvel-Superheld, 'Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings' soll im Sommer erscheinen), 'The Eternals' (Anm. d. Red.: Film soll im November erscheinen), mit dem ersten tauben Superhelden und dem ersten homosexuellen Superhelden. Marvel macht einen tollen Job damit, diese unterrepräsentierten Gruppen darzustellen, sodass Leute sich mit ihnen identifizieren können."

Ungewöhnliches Format

Eine weitere Besonderheit bei "Wandavision" ist das Verschmelzen von Superhelden-Action und Comedy. Wanda erträumt sich in der Serie mutmaßlich eine Idylle, in der Vision (welcher in den Filmen eigentlich bereits verstorben ist) und sie glücklich als Ehepaar zusammenleben und sogar eine Familie gründen.

Elizabeth Olsen war sofort von diesem Konzept begeistert:

"Die Idee, dass ein paar Superhelden in der Vorstadt wohnen und nur ein ganz normales Leben führen wollen, hatte sehr viel Komik und war einfach schön."

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Wanda wird in der Serie überraschend schwanger. bild: disney

Außerdem verrät sie, welches Jahrzehnt ihr beim Drehen am besten gefallen hat:

"Ich bleibe immer wieder an den Siebzigerjahren hängen, weil mir die Schwangerschaft meiner Figur Wanda so viel Spaß gemacht hat. Der Humor war noch breiter gefasst und das war toll zu spielen. Sonst mache ich ja nicht so oft Comedy."

Habt ihr Lust auf die Serie bekommen? Ab dem 15. Januar könnt ihr "Wandavision" bei Disney+ streamen. Hier ist schonmal der Trailer:

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