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Hangelt sich von Datenschutzskandal zu Datenschutzskandal: Facebook-Boss Mark Zuckerberg. Hier allerdings lediglich als (viele) Plastik-Aufsteller vor dem amerikanischen Kapitol in Washington D.C.  Bild: Getty Images

Netflix und Spotify konnten Facebook-Privatnachrichten lesen – 5 Fragen

Bei Facebook gibt es – mal wieder – einen Datenskandal. Recherchen der "New York Times" haben aufgedeckt, dass das soziale Netzwerk Firmen wie Amazon, Microsoft und Spotify Sonderrechte beim Zugriff auf sensible Nutzerdaten eingeräumt hat. Netflix und Spotify hatten demnach sogar Zugriff auf Privatnachrichten. 

Fünf Fragen und Antworten zu Facebooks Umgang mit Nutzerdaten.

Wer hatte Zugang zu welchen Daten?

Warum hat Facebook den Unternehmen Zugriff auf Nutzerdaten gewährt?

Die Daten seiner Nutzer sind Facebooks größtes Kapital. Das Unternehmen verkauft diese Daten jedoch nicht einfach, sondern gewährt Unternehmen gezielt Zugriff auf bestimmte Daten. Die Ergebnisse solcher Partner-Deals sind für die Nutzer häufig praktisch: Sie sorgen etwa dafür, dass Facebook auf Smartphones und in anderen Apps – wie etwa Spotify – gut integriert ist.

In einer Reaktion auf die Recherchen der "New York Times" erklärte Facebook, die Schnittstellen seien dazu gedacht gewesen, Nutzern den Kontakt zu ihren Facebook-Freunden auf den anderen Plattformen zu ermöglichen. Die Nutzer hätten einfach auf der Plattform der Partner-Firma den Zugang zu ihren Facebook-Daten gehabt, schrieb das Unternehmen in einem Blogeintrag. Die Schnittstellen seien auch lediglich nach einer Anmeldung aktiviert worden.

Warum ist dieser Daten-Zugang skandalös?

Nach den letzten Datenschutz-Skandalen betonte Facebook-Chef Mark Zuckerberg, die Nutzer hätten völlige Kontrolle über alles, was sie auf Facebook teilen. Die Veröffentlichungen der "New York Times" ziehen diese Aussagen jedoch in Zweifel. Mehrere Unternehmen, die Daten-Deals mit Facebook abgeschlossen haben, hätten demnach nicht nur Zugriff auf die Daten von Nutzern selbst gehabt, sondern auch auf die Daten von deren Freunden – ohne dass die je eine Gelegenheit gehabt hätten, dem zu widersprechen.

Brisant ist vor allem, dass Facebook bereits 2014 erklärt hatte, dass alle Schnittstellen abgeschaltet würden, die die Daten von Freunden weitergeben. Der zuständige Facebook-Manager Konstantinos Papamiltiadis bestätigte, diese Schnittstellen seien teilweise noch bis 2017 verfügbar gewesen, was nicht hätte passieren dürfen. Facebook habe aber keine Hinweise darauf, dass es Datenmissbrauch nach dem Ende des Programms gegeben habe.

Hat Facebook damit gegen Gesetze verstoßen?

Facebook selbst hält das alles für in Ordnung und kann keine Verletzung von Datenschutzvorgaben erkennen. Die "New York Times" zweifelt das jedoch an. Bereits 2011 habe die US-amerikanische Aufsichtsbehörde "Federal Trade Commission" (FTC) eine massive Änderung der Facebook-Privatsphäre-Einstellungen als "irreführende Praxis" eingestuft. In einer Vereinbarung mit der Behörde habe sich Facebook daraufhin verpflichtet, die Datenschutzrichtlinien zu verbessern und seine Datenpraktiken gründlicher offenzulegen.

Mehrere ehemalige Beamte und Mitarbeiter der Behörde stuften die jetzt bekannt gewordenen Daten-Deals gegenüber der "New York Times" als Verletzung dieser Vereinbarung ein. Die FTC selbst wollte sich auf eine Anfrage der Zeitung nicht äußern.

Auf welchen Daten basiert die "New York Times"-Recherche?

Die Grundlage der Veröffentlichungen sind laut "New York Times" interne Facebook-Dokumente und Interviews mit rund 50 ehemaligen Mitarbeitern des sozialen Netzwerks. Facebook habe früh Daten-Deals mit Unternehmen geschlossen. Diese Deals seien so wichtig gewesen, dass zunächst die Facebook-Führungsebene für sie verantwortlich gewesen sei – teilweise sogar Mark Zuckerberg selbst. Mit der Zeit sei die Anzahl derartiger Partnerschafts-Deals jedoch so groß geworden, dass sie von den Facebook-Mitarbeitern nicht mehr alle überblickt und verfolgt werden konnten. 

Deshalb habe Facebook ein Tool entwickelt, das das An- und Abschalten der Zugriffsrechte auf Nutzerdaten erledigte und protokollierte. Die "New York Times" hat nach eigenen Angaben Zugriff auf mehrere Hundert Seiten dieser Protokolle und stützt seine Veröffentlichungen vor allem darauf.

(fh/dpa)

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