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Bei dir Sonne, bei deinem Freund Regen? Darum sind Wetter-Apps so verschieden

Morgens im T-Shirt aus dem Haus, mittags im Regen stehen und sich ärgern: Ein Klassiker. Wenn der Freund dann auch noch grinsend in einer Regenjacke daneben steht, ist das ganze umso frustrierender. Und das obwohl beide am Abend zuvor noch das Wetter auf ihren Apps gecheckt haben.

Wie kann das sein?

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Bild: tenor

Die Antwort ist einerseits ganz einfach und andererseits ziemlich kompliziert. Sie hat nämlich mit Meteorologie und Mathematik zu tun: Verschiedene Wetter-Apps benutzen verschiedene Modelle zur Wettervorhersage – und gerade bei kostenlosen Apps sind die nicht immer gleich genau.

Was sorgt für die ungenauen Wettervorhersagen?

Viele Apps werten Wetterdaten nach dem amerikanischen Wettermodell aus, dem Global Forecast System (GFS). In Amerika funktioniert das Modell sehr gut, meint André Kramer vom Computer-Fachmagazin "c't": 

"Nordamerika ist riesig und das Wetter auch über große Entfernungen gleich. Da ist egal, ob ich hier oder hundert Kilometer weiter weg in der Prärie stehe."

Deutschland ist dagegen landschaftlich viel kleinteiliger: Deshalb sind Wetter-Apps, die Daten nach dem europäischen (ECMWF) oder deutschen Wettermodell (ICON) auswerten, viel genauer. Denn ihre Auflösungen sind deutlich höher und erfassen regionale Unterschiede besser.

Die diversen Modelle haben Stärken und Schwächen bei verschiedenen Wetterphänomenen, sagt Meteorologe Frank Böttcher, der im Vorstand der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft sitzt.

"Während beim amerikanischen Wettermodell ein Schwerpunkt auf die Vorhersage von Hurrikans gelegt wird, gibt das Modell des Deutschen Wetterdienstes mehr Klarheit über die Entwicklung von Nebel und Bodennebel."

Keine Vorhersage, aber ein ziemlich eindrücklicher Wetterbericht:

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Bild: tenor

Wie können App-Entwickler für genauere Vorhersagen sorgen?

Um möglichst genaue Vorhersagen zu treffen, greifen viele App-Entwickler auf unterschiedliche Datenquellen zurück und führen sie mit Hilfe eigener Systeme zusammen. Dadurch sind mittlerweile Vorhersagen für bis zu fünf oder sechs Tage recht verlässlich, meint André Kramer, der für die "c't" Wetter-Apps getestet hat. Aber: Je länger der Zeitraum, desto schwieriger ist es, eine wirklich treffende Vorhersage für eine bestimmte Region abzugeben. Eine gute Wetter-App zeigt über einen längeren Zeitraum deshalb nur Trends an – und keine stundengenauen Prognosen.

Schlechte Wetter-Apps fühlen sich ein bisschen wie Glücksrad an...

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Bild: tenor

Wie entscheide ich am besten, ob ich einen Regenschirm einpacken sollte?

Aber auch tagesaktuell sind Wetter-Apps nicht immer wirklich genau. Vor allem die Regenwahrscheinlichkeit sei für den Nutzer schwierig zu interpretieren, bemängelt die Stiftung Warentest in einem Test. Die Prozentangabe sagt nämlich nichts über die die Menge des Regens aus. Wenn die App also "70% Regenwahrscheinlichkeit" anzeigt, kann das sowohl ein paar Tröpfchen, als auch strömenden regen bedeuten. Wer wissen möchte, ob er einen Regenschirm einpacken sollte, oder im T-Shirt aus dem Haus gehen kann, dem hilft ein Regenradar. Das ist Teil vieler Apps und veranschaulicht leicht verständlich die Ausbreitung von Regenwolken.

🙄🙄🙄

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Bild: tenor

Welche Apps liefern die genauesten Vorhersagen?

Die besten Wettervorhersagen liefern nach Meinung des Meteorologen Böttcher die großen Wetter-Apps. Zu denen zählt er neben "Warnwetter", "Weatherpro", "Wetter.com" und "Wetter Online" auch "Wetter.net" – eine App, an deren Betreiber "Q.met" Böttcher selbst als Gesellschafter beteiligt ist.

"Warnwetter"

In der kostenlosen Version liefert "Warnwetter" des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nur Informationen zu witterungsbedingten Gefahrenlagen. Die Vollversion kostet 1,99 Euro. Darin haben Nutzer Zugriff auf ortsbezogenes Wetter, Prognosen, einen Niederschlagsradar und Informationen zur UV-Strahlung. Allerdings zeigt die App zeigt nur Daten für Deutschland.

"Weatherpro"

Anders ist das bei "Weatherpro", der Wetter-App der Meteogroup, die Nutzer weltweit übers Wetter informiert und beim "c't"-Test am besten abschnitt. In der kostenlosen Lite-Version haben Nutzer Zugriff auf eine ortsbasierte 7-Tage-Vorhersage, die in Intervalle von drei Stunden aufgeschlüsselt ist. Außerdem gibt es Informationen zur gefühlten Temperatur, der Sonnenscheindauer und einen UV-Index. Für 2,99 Euro gibt es die Premium-Version mit genauerer Vorhersage, Wetterkarten-Zugriff und etwa Informationen zum Badewetter.

Eine Wettervorhersage, die uns gefallen würde:

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Bild: tenor

"Wetter.net"

Die anderen drei großen Apps geben in ähnlicher Weise Auskunft über das Wetter und unterscheiden sich nur zum Teil im Funktionsumfang: So gibt "Wetter.net" Prognosen für die kommende Woche ab, warnt bei Unwetter und verfügt über ein Regenradar. Dieser ist bei Android allerdings nur in der Premium-Version für 1,59 Euro enthalten.

"Wetter.com"

Eine längere Prognose liefert "Wetter.com" mit 16 Tagen. Außerdem visualisiert die App Niederschlag im Regenradar, verfügt auch über einen Wolkenradar und warnt per Push-Meldung vor Unwetter.

"Wetter Online"

Und "Wetter Online" informiert Nutzer in einem 14-Tage-Trend, warnt vor Unwetter und verfügt ebenfalls über ein Regenradar. Außerdem liefert die App Informationen zu Pollenflug und Wintersport. In der Bezahlversion für 2,99 Euro wird der Wetterradar etwas präziser.

(fh/dpa)

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