Die Schwedische Akademie der Wissenschaften teilte die Entscheidung in am Dienstag in Stockholm mit.
Die Schwedische Akademie der Wissenschaften teilte die Entscheidung in am Dienstag in Stockholm mit.
Bild: www.imago-images.de / Pontus Lundahl/TT

Physik-Nobelpreis für Klimamodellierer – darunter ein Deutscher

05.10.2021, 11:5405.10.2021, 13:44

Wenige Wochen vor der wichtigen Weltklimakonferenz in Glasgow werden drei Wissenschaftler für ihre Beiträge zur Erforschung des Klimas und anderer komplexer Systeme mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet. Der Deutsche Klaus Hasselmann und der Japaner Syukuro Manabe teilen sich eine Hälfte des Preises, die andere geht an den Italiener Giorgio Parisi. Alle drei hätten entscheidend zum Verständnis des Erdklimas und anderer komplexer Systeme beigetragen, teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm zur Begründung mit.

Der 1931 in Hamburg geborene Hasselmann ist am dortigen Max-Planck-Institut (MPI) für Meteorologie tätig. Er entwickelte ein Modell, das verdeutlichte, dass Klimamodelle verlässlich sein können, obwohl sich das Wetter selbst chaotisch verhält, schreibt das Nobel-Komitee. Er entwickelte zudem Methoden, die es ermöglichten, Spuren menschlicher Aktivitäten im Klima nachzuweisen.

Manabe und Hasselmann haben zum größten Nutzen für die Menschheit beigetragen

Der in 1931 in Japan geborene Manabe forscht an der Princeton University in den USA. Er zeigte mit seinen Arbeiten, dass ein erhöhter Kohlendioxid-Gehalt in der Atmosphäre einen Anstieg der Temperatur an der Erdoberfläche zur Folge hat, so das Komitee. Seine Arbeiten seien grundlegend für die Entwicklung der gegenwärtigen Klimamodelle gewesen.

Manabe und Hasselmann hätten im Geiste von Alfred Nobel zum größten Nutzen für die Menschheit beigetragen, indem sie eine solide physikalische Grundlage für unser Wissen über das Erdklima geschaffen haben, begründet das Nobelkomitee seine Entscheidung. "Wir können nicht mehr sagen, wir hätten es nicht gewusst - die Klimamodelle sind eindeutig. Erwärmt sich die Erde? Ja. Ist die Ursache dafür die erhöhte Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre? Ja. Kann dies allein durch natürliche Faktoren erklärt werden? Nein. Sind die Emissionen der Menschheit der Grund für den Temperaturanstieg? Ja."

Giorgio Parisi entdeckt verstecke Muster in ungeordneten komplexen Materialien

Das MPI reagierte mit einem Smiley-Sturm auf die Bekanntgabe "seines" Preisträgers. "We are speechless" - "wir sind sprachlos" twitterte das Institut kurz nach der Bekanntgabe.

Der Physiker Giorgio Parisi wurde 1948 in Rom geboren. Er forscht an der dortigen Sapienza Universität zu komplexen Systemen. Er habe entdeckt, dass in ungeordneten komplexen Materialien versteckte Muster zu finden sind, heißt es beim Nobelkomitee. "Sie ermöglichen das Verständnis und die Beschreibung vieler verschiedener und scheinbar völlig zufälliger Materialien und Phänomene, nicht nur in der Physik, sondern auch in anderen, sehr verschiedenen Bereichen, wie Mathematik, Biologie, Neurowissenschaften und maschinelles Lernen."

Die bedeutendste Auszeichnung für Physiker ist in diesem Jahr mit insgesamt zehn Millionen Kronen (rund 980 000 Euro) dotiert.

(dpa)

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