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Close-up of young female backpacker tourist applying bug spray on hands

Sind Insektensprays das beste Mittel gegen Mücken? Bild: Getty Images

Alltagsfrage

Ultraschall, Insektenspray, Fliegengitter: Was gegen Mücken hilft und was Mist ist

Ach ja, die Mückensaison. Während uns die warmen Monate raus ins Grüne ziehen, um uns den Sommer mit Spaziergängen oder vielleicht einen Grillabend mit ein paar Freunden – natürlich mit ausreichendem Sicherheitsabstand – zu versüßen, begraben Stechmücken diese Träume unter einem Berg juckender Quaddeln. Doch nicht nur draußen nerven die Plagegeister. Öffnen wir nachts das Schlafzimmerfenster, hält uns ihr hochfrequentes Summen vom Schlafen ab.

Leider sind die Bedingungen für eine Mückenplage in diesem Sommer perfekt, "t-online" berichtete. Nach zwei warmen und trockenen Sommern ist der aktuelle besonders mückenfreundlich. Vor allem da, wo starke Niederschläge die Wasserpegel steigen ließen. Das wäre etwa an der Oder oder dem Ammersee in Bayern.

Zumindest gibt es ausreichend Hilfsmittel und Tricks, um sich gegen die Plagegeister zu schützen. Doch welche helfen wirklich? Wir haben uns ein paar angeschaut. Manche sorgen für Überraschungen, die nicht zwangsläufig positiv sind.

Licht aus

Funktioniert leider nicht. Die Blutsauger werden, anders als Motten, nicht durch Helligkeit angezogen, sondern wohl durch unser ausgeatmetes Kohlendioxid. Statt uns zu sichten, erschnüffeln sie uns. Deshalb sind sie auch so wählerisch. Denn wahrscheinlich hängt es von Wärme und Geruch einer Person ab, ob sie weit oben auf der Speisekarte steht. Größere und kräftige Menschen, häufig Männer, werden häufiger gestochen.

Hinter der Ursache steht die Theorie, dass ihre Körperwärme höher ist, weil sie Wärme besser speichern können. Der Schweißgeruch könnte ebenfalls eine Rolle spielen, was aber nicht vollends belegt ist. Wer also weniger Mückenstiche bekommen möchte, könnte ja seinen großgewachsenen, stets schwitzenden basketballspielenden Kumpel anrufen – als Mückenschild. Bestenfalls kommt er vom Training und ist nicht frisch geduscht. So riecht er intensiver.

Aus diesem Grund sind UV-Fallen eher wirkungslos. Auch wenn die Insekten bei so manchem Gerät gegrillt werden, sobald sie sich auf die Stäbe setzen, ist es dennoch ein ineffiziente Schutzmethode, wie einige Tests zeigen.

Kohlendioxid-Fallen

Da Mücken durch CO2 angelockt werden, lassen sich die Tiere einigermaßen austricksen – mit Kohlendioxid-Fallen, die das Gas versprühen. Kommen die Insekten den Geräten zu nahe, werden sie eingefangen. Einige Hersteller werben zudem damit, dass ausschließlich Mücken angelockt werden. Bienen, Schmetterlinge und andere nützliche Lebewesen nicht. Allerdings ist da ein Haken: Wenn wir ohnehin viel CO2 in die Atmosphäre blasen, sollten wir das noch mit einer Mückenfalle verstärken?

Anti-Mücken-Apps

Klingt schön. Na ja, für die Mücken weniger. So sollen die Apps einen schrillen Ton über die Lautsprecher abgeben, der die Insekten vertreibt. Die Stiftung Warentest prüfte die Anwendungen auf Herz und Niere. Dafür ließen sie 50 ausgehungerte Weibchen auf Probanden los – mal mit, mal ohne die eingeschaltete App. Angenehm lakonisch lautete das Ergebnis: "Wer die Mücken mit dem Smartphone erschlägt, hat mehr Erfolg."

Helle, lockere Kleidung

Laut mehreren Studien soll dunkle Kleidung eher Mücken anziehen. Scheinbar mögen die Biester dunkel Flächen. Umso schlimmer ist es, wenn das schwarze Shirt eng anliegt. Mücken können da leicht hindurchstechen.

Kräutertöpfe

Gewürzpflanzen wie Minze, Eukalyptus, Zitronenmelisse, Thymian, Basilikum, Rosmarin und Lavendel mögen Mücken überhaupt nicht. Grund ist ihr intensiver Geruch. Wenn du die Pflanzen auf deiner Fensterbank und nahe den Eingangstüren platzierst, drehen die Mücken schon im Anflug ab. Neben den Kräutern funktionieren auch Tomatenpflanzen. Anderer Geruch, selbes Prinzip.

Ätherische Öle

Das Risiko für Mückenstiche lässt sich auch mittels ätherischer Öle reduzieren. Dafür einfach Öle mit Zitronengras-, Zimt-, Minz- oder Nelkenaroma auf die Haut auftragen. Du solltest aber darauf achten, inwieweit du die Öle verdünnen musst. Das steht auf der Verpackung. Ebenso kann es nicht schaden, ein wenig vorzufühlen, also zunächst eine kleine Stelle einzureiben. Wird sie rot und juckt, besser nicht nutzen, da du allergisch reagierst.

Die Öle lassen sich übrigens auch mithilfe eines Sprays in Innenräumen verteilen. Wenige Tropfen reichen bereits aus, um einen zwanzig Quadratmeter großen Raum auszufüllen. Duftlampen gehen auch und sind gerade im Schlafzimmer nützlich. Einfach neben das Bett stellen und eine Stunde vor dem Schlafengehen anmachen und brennen lassen. Sobald du dich hinlegst, kannst du sie abstellen.

Allerdings können die Öle nicht mit der Chemiekeule mithalten. Sogenannte Repellents, Anti-Mücken-Mittel, die auf die Haut aufgetragen werden, schützen wohl am besten. Verantwortlich dafür sind die Stoffe Diethyltoluamid, kurz DEET, oder auch das als Icaridin bezeichnete Hydroxyethyl-isobutyl-piperidin-carbox­ylat. Beide Stoffe sind wirksam gegen die Tiere, wie Studien belegen. Leider schaden sie auch den Menschen, indem sie die Schleimhäute reizen und zu allergischen Reaktionen führen können.

Auch aufs Wasser solltest du achten

Immerhin legen Mücken ihre Eier in stehende Gewässer. Regentonnen, gefüllte Gießkannen auf dem Balkon, Vogeltränken oder Wasser in Untersetzern von Blumentöpfen sind entsprechend die perfekten Brutplätze für die Insekten. Wo Wasser steht, sollte es regelmäßig gewechselt werden.

Knoblauch

Blutsauger und Knoblauch können sich nicht ab. In Bram Stokers Dracula ließ sich der gleichnamige Vampir mit dem Würzmittel auf Distanz halten – quasi wie Datingpartner. Es wäre also naheliegend, dass es ebenfalls gegen Mücken hilft. Eine Studie zeigt leider etwas anderes. 51 Menschen setzten sich nach dem Knoblauchkonsum Mückenschwärmen aus. Leider machten die Knollen keinen Eindruck auf die Tiere.

Mosquito-Netze

Fensternetze halten die Tiere auf Abstand. Logisch können sie doch nicht einfach hindurchfliegen. Ihr könnt euch die Netze auch übers Bett hängen, dann schlaft ihr in einer Art Tropenzelt. Achtet aber darauf, dass der Eingang fest verschlossen ist – sonst habt ihr am Ende nichts erreicht.

(tkr)

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