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"Barbie": Was du von dem Film über deine Finanzen lernen kannst

This image released by Warner Bros. Pictures shows Margot Robbie in a scene from "Barbie." (Warner Bros. Pictures via AP)
Die pinke Welt von "Barbie" rückt die sogenannte "Sheconomy" vermehrt in den Fokus. Bild: Warner Bros. Pictures
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Was du von "Barbie" über deine Finanzen lernen kannst

Pink überall. Innerhalb kürzester Zeit ist der "Barbie"-Film zum weltweit diskutierten Mega-Erfolg avanciert. Auch die Touren von Taylor Swift und Beyoncé generieren Rekordumsätze. Was du über die "Sheconomy" für deine Finanzen wissen solltest.
28.08.2023, 07:48
Olga Miler / watson.ch
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Warst du ihn schon schauen? In weniger als drei Wochen seit dem Kinostart ist der Barbie-Film zur "Barbillion" avanciert und hat die eine-Milliarde-Dollar-Umsatzgrenze geknackt. Damit bricht Regisseurin Greta Gerwig, die auch das Drehbuch für den Film geschrieben hat, den Umsatzrekord für weibliche Regisseure.

Natürlich gibt das ganz viel Diskussionsstoff, zum einen über die Sinnhaftigkeit der Barbie-Puppe selbst, zum anderen aber auch den Film: Kritiker bezeichnen ihn als schonungslose Kapitalisierung feministischer Ideologien oder geschickte Marketing-Maschine für den Großkonzern Mattel. Andere wiederum sehen im Film eine feministische Revolution, einige Konservative interpretieren ihn sogar als männerhassende Propaganda.

Wenn du keine Lust auf große Diskussionen und Analysen hast, dann lehnst du dich ganz einfach zurück und lässt dich von einer großen Portion Humor, mit der so ziemlich jeder Gender-Stereotyp aufgegriffen wird, und jeder Menge Pink unterhalten.

Der Hype um den "Barbie"-Film, aber auch die Rekordumsätze der Touren von Taylor Swift und Beyoncé bringen mehr und mehr Aufmerksamkeit auf die sogenannte "Sheconomy". Hier ein paar Hintergrundinformationen dazu und Ideen, wie du das für deine Anlagen nutzen kannst.

This image released by Warner Bros. Pictures shows Ryan Gosling, left, and Margot Robbie in a scene from "Barbie." (Warner Bros. Pictures via AP)
Und den neuen "Barbie"-Film ist ein regelrechter Hype entstanden.Bild: Warner Bros. Pictures

Was ist die "Sheconomy"?

Berichten zufolge gibt es den Begriff seit 2007. Eine eigentlich offizielle Definition gibt es nicht. "Sheconomy" beschreibt im weitesten Sinn den Trend, dass Frauen mit zunehmender Bildung und Fortschritt zu Gleichstellungsthemen immer mehr an wirtschaftlichem und sozialem Einfluss gewinnen und somit als Konsumentinnen, Verdienerinnen, Unternehmerinnen und Führungspersönlichkeiten verschiedene Branchen und Wirtschaftssektoren wie z. B. Tourismus, Gesundheitswesen, Bildung, Kultur, Medien und Unterhaltung maßgebend beeinflussen.

Da Frauen durch die zunehmende Beteiligung am Arbeitsmarkt mehr Geld zur Verfügung haben, stellen sie eine immer wichtiger werdende treibende Kraft für das Wirtschaftswachstum und eine wachsende potente Käuferinnenzielgruppe dar. Einhergehend mit dem steigenden wirtschaftlichen Einfluss setzen sich Frauen auch für notwendige Änderungen zu Gleichstellungsthemen wie zum Beispiel Lohngleichheit ein.

Wachsendes Potenzial

Statistiken zufolge beeinflussen Frauen bereits heute 70 bis 80 Prozent der Kaufentscheidungen für zum Beispiel Gebrauchsgüter, Gesundheits- und Schönheitsartikel, Lebensmittel, Autos und Immobilien. Frauen halten geschätzt 30 bis 40 Prozent des globalen Privatvermögens. Die Beratungsfirma McKinsey schätzt, dass das Vermögen von Frauen in Europa bis 2030 um etwa 8,1 Prozent pro Jahr (CAGR) wachsen wird.

Befeuert wird die "Sheconomy" durch eine Reihe von Trends und Faktoren wie zum Beispiel steigende Bildung, Unternehmertum, zunehmende Teilnahme an Politik, mehr Frauen in Führungspositionen in Unternehmen, zunehmender Anteil an Frauen am Arbeitsmarkt.

Wenn du mehr über die Sheconomy wissen möchtest, hier ein Buchtipp: "Sheconomy: Warum die Zukunft der Arbeitswelt weiblich ist" von Christiane Funken

Wie du den "Sheconomy"-Trend für deine Anlagen nutzen kannst

Die "Sheconomy"-Entwicklung stellt neben wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Chancen auch Möglichkeiten für Anleger:innen dar. Einige der Hauptsektoren, welche zukünftige Möglichkeiten bieten, da erwartet wird, dass sie vom veränderten Konsumverhalten und der wachsenden Kaufkraft der Frauen profitieren werden, sind etwa Lebensmittel, Gesundheit und Schönheit, Bekleidung, Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, langlebige Konsumgüter, Telekommunikationsdienste, Automobile und Immobilien.

ARCHIV - 13.08.2023, Berlin: Menschen gehen mit Rosa Klamotten in den das Kino Zoo Palast. Der Barbie Film ist zu einem Lebensgefühl geworden. (zu dpa: "Ein pinkes Outfit ist das neue Lebensgefüh ...
Der neue "Barbie"-Film gilt als der größte Kassenschlager des Sommers. Bild: dpa / Fabian Sommer

Auch geografisch bietet die "Sheconomy" Opportunitäten, zum Beispiel stellen Länder wie Südafrika, China und Indien einige der größten Wachstumschancen dar. Illustratives Beispiel: China, dort sind die Konsumausgaben von Frauen innerhalb von fünf Jahren um 81 Prozent gestiegen.

Konkret kannst du diesen Trend z. B. wie folgt für deine Anlagen nutzen:

Investitionen in Firmen, die das Thema Gleichstellung ernst nehmen

Erwartet wird, dass diese Firmen bessere Geschäftsresultate erzielen werden als solche, die eben keine entsprechenden Standards haben oder sich nicht um die Zielgruppe Frauen bemühen und damit allenfalls Gefahr laufen, in der Zukunft einen wichtigen Markt zu verpassen.

Anlegen in solche "gender-smarte" Firmen kannst du entweder über Einzelaktien, Fonds, Zertifikate oder ETFs wie etwa der UBS Global Gender Equality 100 Leaders ETF oder den neu diesen Januar gestarteten Hypatia Women CEO ETF (aktiver ETF, der 80 Prozent in US-Firmen mit einer weiblichen CEO investiert – mehr Info). Weitere Beispiele findest du zum Beispiel auf justeft.com.

Anlegen kannst du auch direkt mit Aktien von Equality und Diversity Leaders, diese findest du in verschiedenen Datenbanken wie Equileap oder Bloomberg Gender Diversity Index.

Anlagen in auf die Bedürfnisse von Frauen spezialisierten Unternehmen

Spezialisierte Firmen, welche den Bedürfnissen von Frauen entsprechend Rechnung tragen und in Sektoren tätig sind, von welchen erwartet wird, dass sie besonders von der wachsenden Kaufkraft der "Sheconomy" profitieren werden. Offensichtlich und stereotypisch wären hier etwa Mode- oder Kosmetikunternehmen. Viel spannender und interessanter wird es in Sektoren wie Gesundheit oder Pflege:

Neu: dein Watson-Update
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  • Auf weibliche Biologie spezialisierte Gesundheitslösungen wie verbesserte spezialisierte Diagnostik, Anti-Aging, FemTech-Lösungen für Fruchtbarkeit, Schwangerschafts- und Wochenbettpflegediensten, Apps für den Monatszyklus und ähnliche. Beispiele sind AVA AG (Gesundheitstechnologie, Fruchtbarkeit), Myovant Sciences Ltd (Lösungen für z. B. endokrine Krankheiten), The Cooper Companies Inc. (Gesundheitsfürsorge für Frauen), Innovative Healthcare Devices AB (innovative Lösungen für weibliche Gesundheitsprobleme)
  • Für auf Pflege, Kinderbetreuung und Haushaltsmanagement spezialisierte Lösungen wird als Teil der Sheconomy großes Potenzial vorausgesagt. Illustrative Beispiele sind Firmen wie z. B. care.com (verbindet Familien mit Betreuungspersonen), Orpea SA (Lösungen für Altenpflege), Handycare Group AB (Anbieter von Mobilitäts- und Barrierefreiheitslösungen)

Investition in von Frauen (mit)gegründete Start-ups

Viele von Frauen gegründete Unternehmen richten sich oft gezielt auf die Bedürfnisse von Frauen aus. Gemäß Pitchbook gehen aber gerade mal 1,6 Prozent der europäischen Venture Capital Investments an von Frauen gegründete Start-ups und 16,8 Prozent an gemischte Teams. Da die Chancen, so Kapital zu finden, sehr gering sind, greifen immer mehr Gründerinnen auf andere Finanzierungsmethoden wie zum Beispiel Crowdfunding oder Angel Investments zurück. Gerade beim Crowdfunding hast du die Möglichkeit, dich mit kleineren Beträgen an entsprechenden Start-ups zu beteiligen.

Zugegeben, das Potenzial der "Sheconomy" wurde schon lange vor dem "Barbie"-Film diskutiert und eignet sich gut als beispielsweise zusätzlicher Fokus für deine Anlagen. Dank Barbie, Taylor und Beyoncé bekommt das Thema aber jetzt wieder vermehrt auch in sozialen Medien Aufmerksamkeit.

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