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Warum Frauen in Dublin jetzt in Unterwäsche auf der Straße marschieren

Wer dachte, ein Tanga sei halt einfach ein kleines Stück Unterhose, der wurde vor Kurzem eines Besseren belehrt: In Irland wurde einem mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer von der Verteidigerin des Angeklagten vorgeworfen, mit dem Tanga Zustimmung signalisiert zu haben: "Sie müssen sich ansehen, was sie anhatte. Sie hat einen Tanga mit Spitze getragen."

Der Angeklagte wurde freigesprochen.

Der Vorfall hatte weltweit Empörung und Proteste ausgelöst: Von Debatten im irischen Parlament bis zu Demonstrationen auf Dublins Straßen und einer Online-Aktion bei der Tausende von Frauen Bilder von Reizwäsche zeigten und dazu schrieben: #thisisnotconsent - um zu zeigen, dass kein Kleidungsstück, egal wie freizügig, irgendeine Form der Zustimmung signalisiert.

Doch nun gehen Frauen in Dublin einen nächsten Schritt.

Stacie Ellen Murphy, eine 26jährige aus Dublin, hat mit zwei weiteren Frauen am Freitag eine Art Protestmarsch gestartet, bei dem sie in Unterwäsche durch die Straßen der irischen Hauptstadt ziehen. Sie haben sich "This is not consent" ("Dies ist keine Zustimmung.") und "I'm not asking for it." ("Ich fordere es nicht heraus") auf die Haut geschrieben. Murphy hat vor, jeden Tag so durch die Stadt zu laufen und zwar so lange, bis sie mindestens 50 Frauen dabei begleiten

"Das aktuelle Urteil war für mich nur der Auslöser, in so vielen Gerichtsverfahren, wird die Kleidung oder der Lifestyle gegen Opfer verwendet. Aber das sollte keinen Unterschied im Urteil machen."

Murphy zu Refinery29

Murphy mit ihren Mitstreiterinnen

Murphy möchte mit ihrem "Walk for Justice" ultimativ dafür sorgen, dass Kleidung in Vergewaltigungsverfahren keine Rolle mehr spielt. "Kein Kleidungsstück sollte vor Gericht gezeigt werden, es sei denn, es geht darum zu beweisen, wie bösartig die Attacke war", sagte sie "Refinery29".

Für den "Walk of Justice" hat sie schon viel Unterstützung von anderen Frauen erfahren, sie wurde aber auch schon beleidigt und belästigt, wie sie berichtet. Doch das hält Murphy nicht auf. Sie hat nun eine Facebook-Gruppe eingerichtet, mit deren Hilfe sei noch mehr Unterstützung mobilisieren will.

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