Lange Schlangen vor einem Ikea führten am Wochenende zu Unverständnis.
Lange Schlangen vor einem Ikea führten am Wochenende zu Unverständnis.Bild: dpa

Lange Schlangen sorgten für Empörung: Das sagt Ikea

05.05.2020, 08:1824.07.2020, 14:14

Langes Wochenende, frisches Geld und gerade wiedereröffnete Ikea-Filialen haben in den letzten Tagen für so manche empörte Stimme in den sozialen Netzwerken gesorgt. "Löwe" Frank Thelen etwa tat seine Meinung zu langen Schlangen vor Ikea-Geschäften auf Twitter kund: "Ich hoffe, dies hat Konsequenzen für Ikea Deutschland. Das ist einfach unfassbar." Er sei ja für Öffnungen – aber doch bitte mit Abstand und Maske.

Und tatsächlich: Die Bilder, die da von wartenden Menschen vor Ikea-Filialen durch das Internet geisterten, sahen nicht gerade nach 1,5 Metern Abstand und #Maskeauf aus.

Eher im Gegenteil. Die Bemühungen der Möbel-Schweden um einen halbwegs geordneten Ablauf des ersten Ikea-Samstags seit sieben Wochen lassen sich erkennen. So zeigt das Bild oben etwa, dass versucht wurde, den Zustrom an Menschen so zu organisieren, sodass der Mindestabstand eingehalten werden kann. Mit umgekippten Einkaufswagen und Absperrband wurde die Kundenführung organisiert.

Allein: Die Kunden hielten sich nur bedingt an den Mindestabstand.

Was die Bilder aber nicht zeigten: Der Grund für die langen Schlangen waren nicht etwa völlig überfüllte Geschäfte, in denen sich Konsumwütige um das letzte Kallax keilten. Ikea Deutschland hatte in den Geschäften lediglich die Vorgaben des Gesetzgebers umgesetzt – und nur eine begrenzte Anzahl von Menschen hereingelassen.

Das erklärte die Möbelhaus-Kette watson schriftlich: "Wir begrenzen die maximale Anzahl von Personen, die sich zur gleichen Zeit auf der Verkaufsfläche aufhalten dürfen, auf eine Person pro 20 Quadratmeter. Das bedeutet, dass sich – je nach Größe des Hauses – zwischen 400 und 650 Kunden gleichzeitig darin befinden können." So sei es am Samstag "zeitweise zu längeren Warteschlangen vor einigen unseren Einrichtungshäusern in Nordrhein-Westfalen" gekommen.

Anderes Bild in den Geschäften?

Dass Ikea erfolgreich war mit der Umsetzung seines Konzeptes, zeigen die Schlangen vor den Läden, die einem Bericht des "Kölner Express" zufolge in mindestens einem Fall auch zu Staus bis auf die Autobahn A46 führten.

Wie aber sieht es in den Läden aus? Das wollte watson von dem Möbelhaus wissen.

Die Antwort:

  • Der Zugang für Kunden ins Einrichtungshaus erfolge kontrolliert und unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes von mindestens 1,5 Metern.
  • Mit regelmäßigen Durchsagen werde darauf hingewiesen, dass der Sicherheitsabstand unbedingt einzuhalten ist.
  • In Außenbereichen seien optische Markierungen am Boden angebracht. Mitarbeiter sprächen Besucher zudem gezielt an, um die Einhaltung des Abstands auch in der Warteschlange zu gewährleisten.
Markierungen am Boden weisen auf den Mindestabstand hin.
Markierungen am Boden weisen auf den Mindestabstand hin.Bild: picture alliance/APA/picturedesk.com

Auf Bildern ist zudem zu sehen, dass zumindest in einigen Filialen Mitarbeiter mit Plexiglasscheiben vor Tröpfcheninfektion geschützt wurden.

Zumindest in puncto Warteschlangen dürfte das Wochenende gezeigt haben: hier besteht Nachbesserungsbedarf. Und das gibt auch Ikea zu. In einem Statement der Möbelhauskette heißt es dazu:

"Wir werden selbstverständlich analysieren, wie sich die Situation vor den einzelnen Einrichtungshäusern dargestellt hat und prüfen, ob weitere Anpassungen am Sicherheitskonzept für die Situation außerhalb der Häuser notwendig sind."

Das Problem hatten im Übrigen nicht bloß die Schweden. Die Baumarkt-Kette Hornbach etwa ließ die Deutsche Presse-Agentur wissen, nur 100 Kunden dürften eine Filiale gleichzeitig betreten. "Alle weiteren Kunden müssen außen warten – was bisweilen den Eindruck verstärkt, es gäbe einen Ansturm", erklärte ein Hornbach-Sprecher.

(pcl)

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