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Woman covering her face with protective mask and using smartphone model released Symbolfoto JCMF00585

FFP2-Masken sieht man im Straßenbild immer häufiger. In Bayern sind sie bald sogar Pflicht. Bild: www.imago-images.de / Jose Luis CARRASCOSA

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Pflicht in Bayern: Antworten auf die wichtigsten Fragen zu FFP2-Masken

In Bayern gilt ab dem kommenden Montag eine FFP2-Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen. Aber auch in anderen Bundesländern entdeckt man die Masken immer häufiger auf den Gesichtern der Passanten. Im Gegensatz zum bislang weit verbreiteten Mund-Nasen-Schutz etwa aus Baumwolle filtern FFP2-Masken Partikel aus der Luft und können den Träger damit besser vor dem Coronavirus schützen – vorausgesetzt, man trägt sie richtig und hat keine Fälschung untergejubelt bekommen.

Aber wie trägt man sie überhaupt korrekt? Was bedeuten all die Kennziffern auf dem Stoff? Und kann man die Masken reinigen und wiederverwenden? Wir beantworten die dringendsten Fragen zum Thema.

Warum soll die FFP2-Maske besser sein als der Behelfsschutz?

Der bislang in der Pandemie vor allem zum Einsatz gekommene, häufig selbst genähte Mund-Nasen-Schutz aus Baumwolle kann die Mitmenschen vor deinen Viren schützen, dir selbst nützt er aber wenig. FFP-Masken filtern jedoch die Luftpartikel, die von außen kommen. Das heißt: Nicht nur das Gegenüber, sondern auch der Träger selbst kann so vor Viren in der Luft geschützt werden – zumindest bis zu einem gewissen Grad.

"FFP2-Masken müssen mindestens 94 Prozent und FFP3-Masken mindestens 99 Prozent der Testaerosole filtern", erläutert das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Bei korrekt sitzenden FFP2-Masken würden sowohl Träger als auch Gegenüber vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen geschützt, erklärt das BfArM weiter. Das gilt aber nicht, wenn die FFP2-Maske mit einem Ventil ausgestattet ist: Diese Modelle schützen nur den Träger, das Gegenüber bekommt die ausgeatmete Luft dennoch ab – zur Eindämmung der Virus-Verbreitung sind sie also nicht geeignet.

Wie erkenne ich, dass ich eine echte FFP2-Maske kaufe?

Auf dem Markt kursieren auch Modelle, die bei weitem nicht ausreichend geprüft seien, wie Christof Asbach, Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung warnt. Eine Schnäppchenjagd kann hier nach hinten losgehen. "Man sollte nicht so sehr auf den Preis achten, sondern auf eine vertrauenswürdige Quelle", so der Experte, zum Beispiel Apotheken. Eine zertifizierte FFP2-Maske sollte folgende Nachweise enthalten:

CE-Zeichen und 4-stellige Nummer

Auf dem Produkt steht das CE-Zeichen und dahinter eine vierstellige Nummer. Das CE-Zeichen zeigt an, dass der Hersteller die Anforderungen an sein Produkt kennt und sie erfüllt. Das allein ist aber nur eine Eigenangabe, noch kein Qualitätssiegel. Deshalb sind die darauf folgenden vier Ziffern wichtig. Erst sie bestätigen, dass das vorliegende Produkt durch eine entsprechende Prüfstelle bewertet und bestätigt wurde. Wer diese Nummern nachvollziehen will, kann in der sogenannten NANDO-Datenbank der EU-Kommission schauen, durch welche Stelle die Maske genau geprüft wurde.

Weitere Kennzeichen

Weiterhin werden auf den Masken die Schutzklasse angegeben (FFP2, N95 oder KN95), die für das Herkunftsland geltende europäische Norm (z.B. EN 149:2001), der Herstellername und die Artikelnummer. Die Schutzklasse ist laut Christof Asbach übrigens nicht so relevant, wie es sich für den Laien anhört. Sie alle seien "ein ähnlicher Standard", sagt er.

Hinter der "FFP2"-Beschriftung findet sich ein Zusatz, der anzeigt, ob das Produkt wiederverwendbar (R) oder nicht wiederverwendbar (NR) ist. Manchmal steht dort auch "D", das bedeutet, das Produkt hat den Dolomitstaubtest bestanden, einen zusätzlichen Härtetest für Partikelstaubfilter.

Transparenz des Herstellers

Eine geprüfte FFP2-Maske sollte transparent zurück verfolgbar sein. Das heißt: In der Verpackung selbst oder mindestens online ist eine Konformitätserklärung des Herstellers verfügbar. Darin bestätigt dieser erneut, dass sein Produkt den offiziellen Anforderungen entspricht. Außerdem sollte der Hersteller auf Anfrage eine EU-Baumusterprüfbescheinigung vorweisen können, in der unter anderem auch das Datum der Prüfung zu sehen ist.

Wie trage ich die FFP2-Maske richtig?

Die FFP2-Maske ist in der Handhabung schwieriger als die geläufigen Behelfsmasken. Sie biete den versprochenen Schutz nur, wenn sie wirklich eng anliege, erläutert Aerosol-Experte Asbach: "Wenn die nicht sauber abschließt, ist sie nicht wirksamer als eine einfache Maske." Weil einige Menschen diese Enge als unangenehm empfinden, raten Experten, erst einmal eine Packung FFP2-Masken zu testen, bevor man einen Karton voll kauft.

Grundsätzlich muss die Maske über Mund und Nase positioniert und dann vorsichtig angedrückt werden. Um den Sitz zu überprüfen, raten Hersteller, beide Hände über die Maske zu legen und kräftig auszuatmen. Wenn Luft um die Nase strömt, muss der Clip dort fester angedrückt werden. Wenn am Rand Luft austritt, sind die Ohrenschlaufen Schuld. Diese müssten dann nachjustiert werden, bis alles sitzt.

Asbach gibt aber zu Bedenken, dass sowieso nicht jedes Modell mit jeder Gesichtsform kompatibel sei. Ein besonderes Problem hätten zudem Bartträger. Es gebe in der Industrie sehr teure Alternativen mit Rundum-Visieren, sichereren Hepa-Filtern und Luftpumpen. Das sei aber nicht für den Alltagsgebrauch gedacht. "Im Grunde bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, sich zu rasieren", so der Experte.

Wie reinige ich die FFP2-Maske?

FFP2-Masken zum Schutz vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus sind von den Herstellern eigentlich für den Einmalgebrauch gedacht. Doch das kann ins Geld gehen, sofern man täglich auf diese Masken angewiesen ist – besonders Haushalte mit wenig Einkommen stellt das womöglich vor Probleme.

Das wirft die Frage auf: Lassen sich die FFP2-Masken nicht doch aufbereiten? Ja, schreiben Forscher der Fachhochschule (FH) Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Sie beschreiben dafür zwei Wege. So gehen sie jeweils vor:

Aufheizen

Dieses Verfahren ist nur für faltbare FFP2-Masken geeignet. Formstabile Modelle mit Körbchen oder Filter können nur über den zweiten Weg (siehe unten) wiederaufbereitet werden. Die Maske nach dem Tragen zunächst bis zum nächsten Tag an einem Haken trocknen lassen. Ein Rost herausnehmen und mit Backpapier, den Ofen anschließend auf 80 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.

Weil die tatsächlichen Temperaturen im Ofen von der Anzeige an dem Gerät abweichen können, sollte man sie mit einem Backofenthermometer prüfen, raten die Forscher. Denn ist es zu kalt, bleiben die Viren aktiv, ist es zu warm, kann die Maske Schaden nehmen. Die Maske wird auf das Rost gelegt und dieses auf der mittleren Schiene in den Ofen geschoben – der Abstand zu Decke und Boden des Ofens sollte rund zehn Zentimeter betragen. Dort bleiben die Masken für eine Stunde.

Wer Masken verschiedener Personen aufbereitet, kann die Haltebänder zur Unterscheidung farblich markieren. Aufbereitete Masken sollten immer nur von derselben Person genutzt werden.

Durch die Stunde im Ofen könnten möglicherweise anhaftende Sars-CoV-2-Viren vollständig "inaktiviert" werden, schreiben die Forscher. FFP2-Masken ließen sich durch dieses Verfahren bis zu fünf Mal aufbereiten, spätestens dann muss man sie im Hausmüll entsorgen.

Lufttrocknen

Beim täglichen Gebrauch der Masken braucht es hierfür mindestens sieben Stück. Sie werden nach der Nutzung an einem Haken aufgehängt und trocknen dort eine Woche lang. Es ist ratsam, diese Haken mit den Wochentagen ("Montags-Haken" und so weiter) zu beschriften, damit man nicht durcheinander kommt. Auch diesen Trockenzyklus kann man maximal fünf Mal wiederholen, ehe die Maske in den Müll wandert.

Wichtig: Ist die Maske defekt, wurde sie besonders beansprucht oder wurde man direkt von einem anderen Menschen angehustet, sollte sie nicht noch mal aufbereitet, sondern direkt entsorgt werden.

Was ist nicht geeignet?

Kochtopf, Mikrowelle, Waschmaschine, Spülmaschine oder UV-Lampe taugen nach Angaben der Wissenschaftler aus verschiedenen Gründen nicht für die Wiederaufbereitung.

(jd mit Material der dpa)

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