Typischer Anblick in Corona-Zeiten: Zwei Frauen setzen ihre Masken auf.
Typischer Anblick in Corona-Zeiten: Zwei Frauen setzen ihre Masken auf.
Bild: E+ / AleksandarGeorgiev

Rebell oder Laschet? Was deine Corona-Maske über dich verrät

18.05.2020, 20:15

An Covid-19 ist eigentlich nichts so richtig lustig. Wäre da nicht die Maskenpflicht und 1000 verzweifelte Versuche, sich den Maßgaben der Regierung anzunähern. Und so wird eine schlichte U-Bahn-Fahrt zur Feldstudie in Sachen Corona-Masken und die Menschen, die sie tragen. Da gibt es die Studentin, der der Mundschutz den ganzen Tag von einem Ohr baumelt und den Großstädter, der so begeistert bunte Modelle abfeiert, dass man sich kaum mehr an den Holzfällerbart dahinter erinnert.

Klar. Pflicht ist Pflicht und in manchen Berufen oder als Risikogruppe geht es nicht anders. Aber wie jedes Kleidungsstück kann auch der Mund-Nasen-Schutz viel über seinen Besitzer verraten.

Und deshalb kommt hier unsere (absolut subjektive und wirklich ungemein unwissenschaftliche) Liste der elf typischsten Maskenträger.

Der Rebell

Schwarz. Vermummt. Verwegen.
Schwarz. Vermummt. Verwegen.
Bild: www.imago-images.de / Allen Eyestone

Er ist derjenige, der schon immer eine Bank überfallen wollte, sich dann aber doch nicht traute, weil eine Haftstrafe irgendwie anstrengend klang und er es außerdem nicht ins Darknet geschafft hat, um Komplizen zu finden. Jetzt ist der Moment gekommen, zumindest einen Teil "gefährlicher" Kluft draußen tragen zu können.

Cool und verwegen fühlt es sich an, so mit Bandana und Sonnenbrille. Er stellt sich vor, wie er in Zeitlupe durch die Straßen marschiert und hört dabei den "Matrix"-Soundtrack. So geht Nervenkitzel im Kopf.

Der Li-La-Lustige

Eine Maske mit Schimpansen-Aufruck. Lustig, oder?
Eine Maske mit Schimpansen-Aufruck. Lustig, oder?
Bild: www.imago-images.de / Ralph Peters

Vampirzähne, ein Ironie-Statement oder vielleicht sogar etwas Unanständiges (zwinker, zwinker)? Diese Masken werden mit Vorliebe von selbsternannten Klassenclowns getragen. Im besten Fall handelt es sich hierbei um Optimisten, die in tristen Lockdown-Tagen Freude verbreiten wollen. Du kennst diesen Typ Mensch garantiert. Es ist der, der zum Mädelsabend Penisnudeln mitbringt und das Wort "originell" immer dann verwendet, wenn etwas schon ganz besonders ausgelutscht ist.

Der Laschet

Anfang März: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet muss das Masketragen noch üben.
Anfang März: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet muss das Masketragen noch üben.
Bild: dpa / Henning Kaiser

Es ist doch erstaunlich: Da gibt es in den Medien eigentlich kein anderes Thema mehr als Corona und Maskenpflicht und trotzdem schaffen es einige Menschen (Ministerpräsidenten eingeschlossen), komplett wegzuhören. Anders lässt sich "der Laschet" nicht erklären, der es einfach nicht schafft, zwei Gummis über die Ohren und ein Stück Stoff über Mund UND Nase zu ziehen. Er hat zwar das Gefühl, seine Pflicht erfüllt zu haben, weil er ja ein Ding im Gesicht fühlt, wundert sich aber trotzdem, warum alle klagen, sie bekämen unter der Maske schlechter Luft. Geht bei ihm alles prima. Dieser Naseweis.

Der Korrekte

Mit ausgestreckten Armen kontrolliert er den Mindestabstand und wartet geduldig, bis du den Gang im Supermarkt freimachst, weil er nicht an dir vorbeihuschen will. Virengefahr! Der Korrekte hat alle Experten-Podcasts abonniert, immer Desinfektionsmittel dabei und möchte niemanden gefährden. Ein netter Zeitgenosse also.

Trotz Maske immer schön Abstand halten, bitte!
Trotz Maske immer schön Abstand halten, bitte!
Bild: www.imago-images.de / Michael Weber IMAGEPOWER

Seinen Mundschutz hat er in der Apotheke gekauft, weil er nur dort den Qualitätsstandards traut. Er säubert seine Maske nach jeder Benutzung (wie empfohlen!) und singt zweimal "Alle meine Entlein" beim Händewaschen, um die Mindestzeit von zwanzig Sekunden einzuhalten.

Nur dank des Korrekten ist die Basisreproduktionszahl derzeit noch niedrig. Dafür muss man Danke sagen. Falls du nicht sicher bist, ob du so jemanden im Freundeskreis hast – es ist der, der bei der letzten Zoom-Runde nach nur einem Glas Wein ins Bett ging: "Muss morgen fit im Homeoffice sein." Awww.

Der Aktivist

Eine Demonstrantin beim Protest der Pflegenden.
Eine Demonstrantin beim Protest der Pflegenden.
Bild: www.imago-images.de / Christian Mang

Wenn man schon etwas von deinem Gesicht ablesen kann, dann sollte es doch wenigstens deine Meinung sein, oder? Wer gerne demonstriert oder sonst etwas zu sagen hat, hat nun endlich die Gelegenheit, als wandelndes Plakat Stellung zu beziehen. Ob "Feminist" oder "Systemrelevant", diese Person zeigt Haltung und ist stolz darauf. Hier kann sich ein verdammt intensives Gespräch entwickeln. Auch, wenn du gar keinen Bock darauf hast.

Der Verpeilte

"Oh Shit! Schon wieder die Maske vergessen!" Diese Person will hinter dir gerade den Laden betreten, als sie schlagartig stockt. Dann geht das Gewühle und Gemurmel los: In Hand- und Hosentaschen wird gekramt, was das Zeug hält. "Mensch, Gestern war sie doch noch irgendwo. Oder – ach nee, gestern war es ja kalt. Da hatte ich den Schal."

Ein Hoch auf Babybodies

Und so wird improvisiert und das T-Shirt über die Nase gezurrt, bis der Bauchnabel hervorspringt. Verlegen huscht der Verpeilte an die Kasse und bringt seine Erledigung in dieser demütigenden Position hinter sich, nur um sich beim Rausgehen zu schwören, nächstes Mal an den Mund-Nase-Schutz zu denken – aber dann WIRKLICH!

Das Fashion-Victim

Lockdown-Look Deluxe.
Lockdown-Look Deluxe.
Bild: www.imago-images.de / Marie Le Ble

"Die ganze Welt ist eine Fashion-Show und alle Frauen und Männer bloße Models, sie treten auf und gehen wieder ab." Frei nach Shakespeare hat das Fashion-Victim beschlossen, der Corona-Tragödie das Beste abzugewinnen. Kaum war die Maskenpflicht beschlossen, wurde innerlich gefeiert: Juhu! Ein weiteres geiles Accessoire, um die Timeline aufzufrischen. War zuletzt aber auch wirklich öde auf Insta geworden, mit den immer gleichen Handyketten.

Zu Hause stapeln sich seitdem die Behelfs-Masken in allen Farben, um den Modemuffeln da draußen zu zeigen, dass ein Lockdown keine Ausrede ist, sich optisch gehen zu lassen. Die Zeit, die für die Wahl des besten Mustermix draufgeht, spart man ja dafür beim Make-Up. Wie praktisch!

Der Baumler

Den ganzen Tag lang trägt er Maske. An einem Ohr zumindest. Auf Deutschlands Straßen baumelt und hängt es derzeit, als wären wir fleischgewordene Christbäume. Effizienz ist dem Baumler eben wichtig und das gilt auch in Zeiten der Maskenpflicht. Denn wer die Maske nur notdürftig absetzt, kann sie bei nächster Gelegenheit auch – zack – mikrosekundenschnell wieder aufsetzen. Das spart Zeit und ist clever. Oder einfach faul.

Der Paniker

Wer alleine im Auto sitzt, braucht eigentlich keine Maske tragen, denn die soll ja vor allem Andere in deiner Nähe vor Ansteckung schützen. Eigentlich logisch. Dennoch sagt sich der Paniker: Sicher ist sicher. Und verhüllt sich auch hinterm Steuer. Dass das eigentlich unsicherer ist, weil es die Sicht (insbesondere bei Brillenträgern) einschränken kann, wie der ADAC warnt, wird ignoriert.

Unnötig, unpraktisch und unschön: Masken tragen, wenn man alleine im Auto fährt.
Unnötig, unpraktisch und unschön: Masken tragen, wenn man alleine im Auto fährt.
Bild: www.imago-images.de / HMB Media/Oliver Mueller

Einen echten Paniker bringt eben nichts so schnell aus der Unruhe. Und eigentlich kann man noch froh sein, dass er nicht auch noch seine Handschuhe und sein Visier aufgesetzt hat. Die liegen nämlich bereit auf dem Beifahrersitz.

Das Mutti-Kind

Hach! Masken in vertrauter Blumenoptik.
Hach! Masken in vertrauter Blumenoptik.
Bild: www.imago-images.de / Müller-Stauffenberg

Alles im Leben hat Konsequenzen. Das gilt auch für die Phlegmatiker unter uns, die zu lange brauchten, um sich einen ordentlichen Mund-Nase-Schutz zu besorgen. Denn irgendwann ruft Mama an und macht sich Sorgen, ob man denn wenigstens einen Behelf-Schutz habe. Und wenn die Antwort "Nein" ist? Tja, dann mach' dich gefasst, auf ein Päckchen voll liebevoll genähter Masken in den schönsten Tapetendesigns der 80er-Jahre. Waren Stoffreste. Mussten eh weg. So schön schrecklich sieht nur wahre Mutterliebe aus.

Der Verschwörungstheoretiker

Der Widerstand in München am 9. Mai. Bargesichtig.
Der Widerstand in München am 9. Mai. Bargesichtig.
Bild: www.imago-images.de / Sachelle Babbar

Muss ich dazu was sagen...?!?!

Wen haben wir vergessen? Schreib' es uns in die Kommentare.

Virologe Drosten: Warum eine Erkältung immun gegen Corona machen könnte

Eine tolle Nachricht: Einige Virologen gehen inzwischen davon aus, dass es Menschen gibt, die unbemerkt immun gegen Covid-19 wurden, weil sie in der Vergangenheit eine (vergleichsweise harmlose) Corona-Erkältung durchlaufen haben. Im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" erklärt Christian Drosten, was es mit dieser neuen Theorie auf sich hat.

"Es ist durchaus so, dass wir damit rechnen, dass es möglicherweise eine unbemerkte Hintergrunds-Immunität gibt – durch die Erkältungscoronaviren. Denn die …

Artikel lesen
Link zum Artikel