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Aldi startet neues Konzept in London – warum das in Deutschland nicht funktionieren würde

09.07.2019, 15:09

Nach Jahren in den Industriegebieten und an den Stadträndern dieser Welt will Aldi nun die Innenstädte erobern. Um dieses Ziel zu erreichen, startet der Discounter in London nun Aldi Local. Das ist ein Konzept, das dem des Convenience Stores sehr ähnlich ist.

Was ist ein Convience Store?
Convenience Stores sind Läden mit einer begrenzten Verkaufsfläche für die kurzfristige Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs (wie Kraftstoffen, Zigaretten, Presse, Backware oder gekühlte Getränken).

Außerdem gibt es dort Dienstleistungen (wie Lotto, eine Reinigung, oder einen Foto- und Postservice) sowie Geldautomaten und Gastronomieangebote. Convenience Stores haben oft höhere Preise, dafür aber lange Öffnungszeiten.

Aldi Local in London

Aldi hat bereits zwei solcher Läden in London eröffnet – sechs weitere sind in Planung.

Ein Aldi-Sprecher erklärte im März:

"Der Hauptunterschied ist, dass Aldi keine unhandlichen Produkte verkauft, die die Kunden ohne Auto kaum transportieren können."

Damit wollte Aldi seinerseits betonen, dass sich das neue Konzept nicht als Convenience Store versteht. Die Konkurrenz sieht das anders. Laut der "Lebensmittelzeitung" haben die Mitbewerber Bedenken, dass Aldi mit dem neuen Konzept den Markt für Convenience Stores aufmischen will. Die Gründe:

  • In Großbritannien wächst der Markt um drei Prozent jährlich.
  • Damit läge in diesem Segment ein geschätztes Umsatzvolumen von 46 Mio. Euro jährlich vor.
  • Das Geschäft mit den Convenience Stores gilt als sehr lukrativ.
  • Aldi ist laut "The Groccer" aber nur um drei Prozent teurer als in den herkömmlichen Filialen und damit deutlich billiger als die Konkurrenten.

Heute auch spannend:

Warum funktioniert das Konzept des Convience Stores nicht in Deutschland?

Laut des aktuellen Branchenreports "Convenience" der BBE media stehen deutsche Verbraucher dem Konzept "ambivalent" gegenüber. Ein Grund für die Zurückhaltung sei demnach die Verbreitung der Discounterketten. Hinzu komme, dass "die neuen, international inspirierten C-Formate auf eine Vielzahl bereits lange bestehender Kleinflächen und Shops treffen, die die Bedürfnisse der Konsumenten nach Bequemlichkeit bereits einigermaßen abdecken".

Außerdem zeigt die Studie, dass kleinere Formate unter dem gleichen Druck stehen, Erlebnisse für den Kunden zu schaffen wie räumlich größere Handelsformate. Dies aber unter deutlich erschwerten Bedingungen. Denn die Fläche ist kleiner, und es gibt auch viel weniger Platz, um Erlebnisräume – auf die herkömmliche Discounter wie Aldi oder Lidl hier verstärkt setzen – zu schaffen.

(hd)

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