Ein harter Lockdown noch vor Weihnachten ist nun endgültig sicher. Es stand bereits vor dem erneuten Corona-Gipfel der Kanzlerin mit den Länderchefs am Sonntag so gut wie fest. Angesichts der weiter steigenden Neuinfektions-Zahlen blieb den Verantwortlichen kaum eine andere Möglichkeit.
Ein harter Lockdown bedeutet, dass alle Geschäfte bis auf Supermärkte, Bäcker, Metzger und Drogeriemärkte schließen müssen. Gerade für den Einzelhandel, der ohnehin schon Einbußen beim Weihnachtsgeschäft hinnehmen muss, ist das ein harter Schlag.
Was sagen die betroffenen Händler zu den Plänen von Bund und Ländern? Wir haben bei Handelsunternehmen nachgefragt. Die Antworten zeigen, dass auch dort abgewogen wird zwischen gesundheitlicher Notwendigkeit und wirtschaftlichem Nutzen.
Eine Sprecherin von Ikea betont gegenüber watson, die Sicherheit von Kunden und Mitarbeitenden habe stets höchste Priorität.
Man sei allerdings nach wie vor davon überzeugt, dass man in den Möbelhäusern eine sichere Einkaufsumgebung bieten könne. In den vergangenen Monaten habe man das Sicherheits- und Hygienekonzept immer wieder an die aktuellen Gegebenheiten angepasst.
Mit einer kompletten Schließung hat man sich bei Ikea offenbar noch nicht angefreundet. Die Sprecherin schlägt vor, das "Click & Collect"-Konzept weiter zu ermöglichen: "In der aktuellen Situation halten wir es für dringend geboten, dem von Geschäftsschließungen betroffenen Einzelhandel weiterhin einen Abholservice mit kontaktloser Übergabe flächendeckend möglich zu machen."
Das Angebot, bei dem Kunden ihre online bestellte und bezahlte Ware im Einrichtungshaus innerhalb eines vereinbarten Zeitfensters abholen, habe sich auch angesichts der hohen Dynamik in den vergangenen Monaten jederzeit bewährt, sagt Ikea.
Auch eine Sprecherin von Media Markt und Saturn erklärt gegenüber watson, Gesundheit und der Schutz der Kunden und Mitarbeiter stehe an oberster Stelle. Man beobachte die aktuellen Entwicklungen und politischen Entscheidungen, insbesondere mit Blick auf mögliche Auswirkungen auf den stationären Einzelhandel, sehr genau.
Man habe allerdings in den vergangenen Monaten gelernt, mit der Pandemie umzugehen. Dadurch, dass man alle Produkte sowie Service und Beratung off- wie online anbiete, sieht man sich bei den Elektronikketten gut gerüstet. "Deshalb werden wir auch mit den bevorstehenden Marktschließungen zurechtkommen."
Genau wie bei Ikea wünscht man sich, dass die Abholung online bestellter Waren an separaten Abholstationen weiterhin möglich sein soll. "Wir stehen aktuell mit den politischen Entscheidungsträgern auf Bundes- und Landesebene im Austausch, um die Möglichkeit von 'Click & Collect' weiterhin zu ermöglichen."
Beim schwedischen Bekleidungshändler H&M ist man weniger auskunftsfreudig. Eine Sprecherin versichert gegenüber watson nur, dass man sich selbstverständlich an alle Sicherheits- und Hygienevorschriften der Behörden halte. An Spekulationen zu einem möglichen harten Lockdown sowie entsprechenden Konsequenzen und Folgen wolle man sich aber nicht beteiligen, so die Sprecherin weiter.
(om)