Eine Filiale von Lidl.
Eine Filiale von Lidl.
Bild: imago-images / Markus Mainka
Exklusiv

Discounter-Zoff: Wettbewerbszentrale äußert sich nun auch zur Lidl-Werbung

14.07.2020, 08:17

Seit letzter Woche tobt zwischen den Discountern Lidl und Aldi Süd ein erbitterter Kampf um den besten Preis. Beide Unternehmen warben öffentlich damit günstiger zu sein, als der Konkurrent. Das sorgte nicht nur für viel Aufmerksamkeit, sondern auch für Unmut. Zuletzt hatte sich sogar die Supermarktkette Edeka eingeschaltet und in einem offenen Brief das Vorgehen der beiden Preiskrieger kritisiert.

Anfang letzter Woche war Aldi Süd mit einem Prospekt vorgeprescht, in dem ein mit verschiedenen Artikeln gefüllter Einkaufswagen zu sehen war. Daneben war der Preis für den Einkauf und zum Vergleich die teureren Preise der Konkurrenz abgebildet. Lidl zog daraufhin mit einer ähnlichen Vergleichswerbung nach und behauptete seinerseits, der Günstigste zu sein.

Doch die Sticheleien der Discounter hatten Konsequenzen. Es dauerte nicht lange, um die Wettbewerbshüter auf den Plan zu rufen. Mehrere Beschwerden von Verbrauchern und Konkurrenz-Ketten über die Werbeanzeigen von Aldi und Lidl waren bei der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs eingegangen, wie diese watson gegenüber bestätigte. Dort heißt es, man habe die Aldi Süd-Werbung "aufgegriffen und beanstandet", denn "weder in der Anzeige noch in den Erläuterungen wurde geschildert, welche Waren genau gekauft wurden. Aufgeführt war lediglich die Warengruppe, etwa Feinkost, aber nicht, welches Produkt aus dem Bereich Feinkost gekauft worden sein soll", so die Wettbewerbszentrale zu watson.

Für dieses Prospekt bekam Aldi Süd Ärger

Kurze Zeit nach Veröffentlichung änderte Aldi Süd das Prospekt in der Online-Ausgabe, der Preisvergleich verschwand.
Kurze Zeit nach Veröffentlichung änderte Aldi Süd das Prospekt in der Online-Ausgabe, der Preisvergleich verschwand.
bild: screenshot aldi süd prospekt

Wettbewerbszentrale prüfte auch Lidl-Werbung

Auf erneute Nachfrage von watson äußerte sich die Wettbewerbszentrale nun auch zu der fast identischen Werbung des Konkurrenten Lidl. Man habe die Werbung von Lidl überprüft, heißt es in der Antwort. Die Ergebnisse der Preisvergleiche seien anhand des abgebildeten Kassenbons gut nachvollziehbar. Man sehe dort, "was bei Aldi Süd, Aldi Nord und Lidl für die Produkte jeweils gezahlt wurde."

So sah die ähnliche Anzeige von Lidl in der "Bild"-Zeitung aus.
So sah die ähnliche Anzeige von Lidl in der "Bild"-Zeitung aus.
bild: watson

So heißt es:

"Wichtig ist nur, dass der Vergleich nachvollziehbar ist, und das ist der Unterschied zwischen der Aldi- und der Lidl-Werbung, denn bei Aldi erfährt man nur, aus welchen Warengruppen Produkte gekauft wurden, aber nicht welche konkreten Produkte."

Fazit: Im Gegensatz zur Aldi-Werbung sei die Lidl-Werbung nicht zu beanstanden. Die Wettbewerbszentrale betont aber auch: "Ob die Vergleiche sinnvoll und für den Verbraucher nützlich sind, ist eine ganz andere Frage. Jeder Vergleich ist eine Momentaufnahme und die Auswahl der Waren steht letztlich im Ermessen des Werbenden. Aber das hat der (europäische) Gesetzgeber so gewollt und die Gerichte sind bei Vergleichen recht liberal", sagt Christiane Köber von der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs zu watson.

(lau)

Edeka wendet sich in offenem Brief gegen Aldi und Lidl

Hauptsache billig! Oder lieber doch nicht? Beim Preiskrieg der Discounter meldet sich jetzt die Supermarktkette Edeka zu Wort. In einem offenen Brief kritisiert sie Lidl und Aldi für ihren Kampf um den günstigsten Preis. Laut Edeka liegt durch die rücksichtslose Preispolitik der Discounter "ein besonderer Druck auf der gesamten Wertschöpfungskette mit allen bekannten Vorzügen sowie Herausforderungen". Die Supermarktkette kritisiert außerdem die Werbekampagnen von Aldi und Lidl.

Seit der Senkung …

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