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Kleines Mädchen spielt mit Knallbonbons - Silvesterknaller können in der Hand von Kindern gefährlich sein , Objekte , Personen;  ...
Die Knallbonbons enthielten eine unbequeme Überraschung.Bild: Petra Schneider / imago images

"Unglaublich": Aufregung um frauenverachtende Witze in Knallbonbons – Hersteller äußert sich

02.01.2023, 16:03

Frauenverachtende Sprüche und Witze gehörten lange Zeit zur Normalität. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das gewandelt. Öffentliche Debatten um mehr Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern gehören mittlerweile zur Tagesordnung. Umso mehr stößt ein Produkt auf Unverständnis, das zum Jahreswechsel im Umlauf war. Auf Twitter haben frauenfeindliche Sprüche, die sich darin befanden, für heftige Furore gesorgt. Nicht zuletzt deshalb, weil auch Kinder damit konfrontiert waren. Nun hat sich der Hersteller geäußert.

Konkret geht es um Knallbonbons der Firma Weco. Darin versteckt waren kleine Zettelchen mit Sprüchen, die teilweise völlig aus der Zeit gefallen wirken.

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Kleines Mädchen hält ein Knallbonbon weit von sich weg - Silvesterknaller können in der Hand von Kindern gefährlich sein , Perso ...
Die betroffenen Knallbonbons landeten wohl bei mehreren Silvesterpartys auf dem Tisch.Bild: IMAGO / Petra Schneider

Musiker veröffentlicht auf Twitter Fotos – und bringt Debatte ins Rollen

Die Debatte ins Rollen gebracht hat der Musiker Jan Delay, der Fotos der Sprüche auf Twitter postete. Darauf zu sehen: Ein Hinweis, dass das Produkt wegen verschluckbarer Kleinteile für Kinder ab drei Jahren geeignet sei. Für Aufregung sorgen aber die Sprüche auf der Rückseite des Hinweises: "Warum gibt es in Parkhäusern eigentlich Frauenparkplätze? Damit die Frauen beim Parken nicht die Autos der Männer beschädigen", lautet etwa einer davon. Und ein anderer: "Wenn meine Frau anfängt zu singen, dann gehe ich immer raus, damit die Nachbarn sehen können, dass ich sie nicht schlage."

Jan Delay zeigte sich völlig fassungslos über die frauenfeindlichen Phrasen: "War sprachlos, als der Gastgeber gestern Abend diese 'Witze' aus unseren Knallbonbons vorgelesen hat", schreibt er in dem Post. Er bezeichnet die Sprüche als "frauenverachtende Scheiße", zeigt sich auch ernüchtert über die Kombination mit dem Hinweis, dass das Produkt für Kinder ab drei Jahren geeignet sei. Er urteilt zynisch: "Happy 1953."

Weitere User posten Fotos von Zettelchen mit ähnlichen Sprüchen

Der Tweet schlug hohe Wellen, wurde hundertfach geteilt und kommentiert. "Unglaublich in 2023", schreibt etwa eine Person. Eine andere meint: "Ekelhaft, dass es so etwas noch gibt."

Dass die Sprüche nicht nur ein Einzelfall waren, offenbaren weitere Reaktionen unter dem Beitrag. Sie zeigen: Mehrere Menschen haben ähnliche Witze wie diese in ihren Knall-Bonbons gefunden.

Ein Twitter-User veröffentlichte einen ganz ähnlichen Tweet wie jenen des Musikers: "Schön, wenn man das 'Kindertischfeuerwerk' kauft und dann keinen der Witze aus den Knallern vorlesen kann, weil nur misogyner Mist drin ist", schreibt er. Der Verfasser habe bereits eine Beschwerde-Mail an die Herstellerfirma Weco geschrieben, wie er in den Kommentaren verrät.

Einzelne Personen verteidigen die Firma. Sie finden die Sprüche halb so schlimm und äußern die Theorie, dass die Firma einfach vergessen habe, diese im Laufe der Jahre zu überarbeiten.

Weco liefert Erklärung für unpassende Sprüche

Mittlerweile hat sich der Feuerwerkshersteller bereits für die Sprüche in Silvester-Knallbonbons entschuldigt. Weco bedauere, dass diese in Umlauf gelangt seien. Er stellt klar: Die dargestellten Inhalte seien weder witzig noch geschmackvoll noch zeitgemäß, teilte der Hersteller am Montag auf dpa-Anfrage mit.

Man sei "mit derselben Problematik" schon vor fünf Jahren konfrontiert gewesen. Damals habe man "alle textlichen Inhalte einer umfangreichen Überarbeitung unterzogen". In den danach hergestellten Produktionschargen seien Knallbonbons mit solchem Inhalt nicht mehr enthalten gewesen.

Allerdings könne es sein, dass Produkte aus älteren Produktionschargen erst kürzlich an Endverbraucher verkauft worden seien. Das sei üblich, da Feuerwerk kein Mindesthaltbarkeitsdatum habe und Produktionschargen nie komplett in nur einem Jahr verkauft werden, sondern schrittweise über einen längeren Zeitraum. 2020 und 2021 hatte es wegen der Corona-Pandemie keinen Feuerwerksverkauf in Deutschland gegeben.

(Mit Material von dpa)

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