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Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum die BU ein absolutes Muss ist

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Psychische Krankheiten gehören zu den häufigsten Gründen für eine Berufsunfähigkeit.Bild: imago images/Zoonar
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Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum die BU ein absolutes Muss ist

20.09.2023, 15:51
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Ob Erfüllung, Zeitvertreib oder gar Pflicht – Arbeit kann vieles sein. Eines ist sie aber, für fast alle Menschen: Absolut notwendig, um sich Essen, Wohnen, mal einen Urlaub oder andere Freizeitaktivitäten leisten zu können. Schon das Ausbleiben einer Gehaltszahlung stellt viele Arbeitnehmer:innen vor große Probleme.

Denn die Inflation frisst die Ersparnisse der Menschen zunehmend auf, das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Nicht zu arbeiten, können sich aktuell die wenigsten leisten. Was also tun, wenn ein Unfall, eine Krankheit oder andere Schicksalsschläge das Arbeiten monatelang unmöglich machen?

Jede vierte Person wird im Laufe des Arbeitslebens mindestens einmal berufsunfähig. Das ergab eine Analyse der Deutschen Aktuarvereinigung im Jahr 2018. Weil das also kein unrealistisches Szenario ist, raten Expert:innen, über eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) nachzudenken.

Was macht eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, zahlt einen monatlichen Beitrag, um abgesichert zu sein, falls der aktuelle Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgeübt werden kann. Wird die Person dann tatsächlich berufsunfähig, zahlt die Versicherung eine Art monatliche Rente aus.

Wenn aus einer Krankheit eine Berufsunfähigkeit wird, haben viele Menschen ein finanzielles Problem.
Wenn aus einer Krankheit eine Berufsunfähigkeit wird, haben viele Menschen ein finanzielles Problem.Bild: getty images / OJO Images RF / Tom Merton

Es gibt dabei einen Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit, welche der Berufsunfähigkeit häufig für eine längere Phase vorausgeht. Wer sich zum Beispiel die Hand bricht und deshalb nicht im Büro arbeiten kann, wird erstmal für eine Weile krankgeschrieben, ist also arbeitsunfähig. In der Regel verheilt der Bruch dann bald.

Wenn die Funktionsfähigkeit der Hand jedoch dauerhaft eingeschränkt ist und es einem unmöglich ist, wie gewohnt zu arbeiten, ist man berufsunfähig und auf das Geld von der Versicherung angewiesen.

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Denn nur in den ersten sechs Wochen der Ausfallzeit bekommen Arbeitnehmer:innen vom Unternehmen ihr Gehalt in voller Höhe ausbezahlt. Wer länger als sechs Wochen krankgeschrieben ist, bekommt Krankengeld von der Krankenkasse.

Das Krankengeld beträgt aber nur 70 Prozent des regelmäßigen Brutto-Gehaltes, hat eine Obergrenze von 4.837,50 Euro im Monat und ist zeitlich begrenzt. Es wird maximal 78 Wochen, also anderthalb Jahre, ausgezahlt.

Wer danach immer noch zu krank ist, um zu arbeiten, allerdings keine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, muss eine Erwerbsminderungsrente beziehen, die aber in fast allen Fällen nicht zum Leben reicht.

Für wen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für alle sinnvoll, die auf ihr Gehalt angewiesen sind – wer also nicht gerade vorhat, reich zu heiraten oder viel zu erben, sollte dringend über eine nachdenken. Vor allem Selbstständigen wird häufig zum Abschluss einer BU geraten, da sie oft nicht gesetzlich rentenversichert sind. Wer verbeamtet ist, braucht sie dagegen eher nicht, da dann ein sogenanntes Ruhegehalt winkt, das meist deutlich höher liegt.

Wer Care-Arbeit leistet, sich also um die Kinderbetreuung oder um die Pflege von Angehörigen kümmert, muss sich den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ebenfalls gut überlegen. Denn hier sind Verträge zu guten Konditionen oft nur schwer zu bekommen. Viele sind teuer und häufig nur mit sehr niedriger Rentenhöhe abschließbar.

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Wer sich um Kinder oder Angehörige kümmert, ist oft schlecht abgesichert.Bild: imago images/mis

Worauf sollte man bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung achten?

Es ist ratsam, eine Berufsunfähigkeitsversicherung möglichst in jungen Jahren und bei guter Gesundheit abzuschließen, um sich so gute Konditionen zu sichern. Die meisten werden in einem Alter von 40 bis 50 Jahren berufsunfähig und im Idealfall hat man dann bereits einige Jahre in eine entsprechende Versicherung eingezahlt.

Wichtig ist auch die richtige Höhe des abzusichernden Einkommens. Die Rente, die man in einem Versicherungsfall durch eine BU bezieht, sollte 80 Prozent des Nettogehalts betragen, rät die Verbraucherzentrale. Idealerweise sollte der Vertrag bis zum Eintritt ins Rentenalter reichen, also bis um 67. Lebensjahr. Außerdem sinnvoll: Eine dynamische Versicherung, die Gehaltserhöhungen und Inflation berücksichtigt.

Wie teuer eine BU letztendlich ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Je nach Versicherung und den vereinbarten Leistungen können die Kosten stark variieren. Als Richtwert kann man sich jedoch merken, dass viele Berufsunfähigkeitsversicherungen zwischen 40 und 130 Euro monatlich kosten. Weil das viel Geld ist, empfiehlt unter anderem das Beratungsportal "Finanztip", sich professionell beraten zu lassen.

Psychotherapie ist häufig Ausschlusskriterium für BU

Eine Beratung durch Expert:innen ist auch dann ratsam, wenn man sich in psychotherapeutischer Behandlung befindet oder in der Vergangenheit eine solche in Anspruch genommen hat. Denn wer sich psychotherapeutisch behandeln lässt, gehört aus Sicht der Versicherungsanbieter:innen zur Hochrisikogruppe – schließlich sind psychische Krankheiten einer der häufigsten Gründe für eine Berufsunfähigkeit – und wird höchstwahrscheinlich nur sehr schwer eine BU bekommen.

Wenn die Therapie abgeschlossen ist und womöglich gar ein paar Jahre zurückliegt, stehen die Chancen etwas besser, allerdings ist auch dann mit erhöhten Beiträgen zu rechnen. Bei einigen Verträgen können psychische Erkrankungen auch explizit von den Leistungen der Versicherung ausgeschlossen werden. Expert:innen raten allerdings davon ab, da viele psychische Krankheiten auch mit körperlichen Leiden einhergehen – die dann womöglich auch nicht abgedeckt sind.

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