Leben
Viruses in human lungs, 3D illustration. Conceptual image for viral pneumonia, flu, MERS-CoV, SARS, Adenoviruses and other respiratory viruses

Hinter den Corona-Symptomen steckt ein System. Bild: Getty Images

Studie zeigt: Treten diese Symptome gleichzeitig auf, könntest du Covid-19 haben

Kratzender Hals, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, Kurzatmigkeit, darüber hinaus Husten, Schnupfen, Durchfall. Covid-19 zeichnet sich durch mannigfaltige Symptome aus. Das hängt damit zusammen, dass Sars-CoV-2 sowohl Atemwege und Lunge als auch Blutgefäße, Darm und Herz und sogar das Nervensystem bis hin zum Gehirn befallen kann. Vielseitige Angriffsziele, vielseitige Symptome.

Umso schwerer ist es, sie richtig zu deuten. Grippeähnliche Symptome deuten auf eine Corona-Infektion hin, aber eben auch auf eine Grippe oder Erkältung. Gerade bei einem milden Krankheitsverlauf, könnten wir eine Corona-Infektion ausschließen, obwohl eine vorliegt. Eine Art Covid-19-Davinci-Code. So wächst die Gefahr, das Virus in die Welt hinauszutragen. Wir müssen also noch mehr über die Krankheit lernen, um die Risiken zu minimieren. Wissenschaftler der Universität Wien haben diesbezüglich neue Informationen geliefert: Hinter der Symptomvielfalt steckt ein System.

So sollen laut ihrer Studie insbesondere bei einem milden Krankheitsverlauf, die Symptome nicht zufällig, sondern meist in Kombinationen auftauchen. Demnach soll es sieben verschiedene Erkrankungsformen geben, die auf eine Covid-19-Infektion hindeuten:

In ihrer Studie prüften sie bei über 100 Ex-Covid-19-Patienten, welche Abwehrzellen und Antikörper zehn Wochen nach der Infektion weiterhin in ihrem Blut nachweisbar waren. Zusätzlich befragten sie die Patienten, welche Symptome sie während ihrer Covid-19-Erkrankung hatten. Die Ergebnisse liefern erste Hinweise darauf, wann wir bestimmte Symptome einer Covid-19-Infektion zuordnen können, ein Test also nötig wird.

Hinweis auf Spätfolgen

Interessant ist auch, dass Covid-19 das Immunsystem nachhaltig beeinflusst, wie die Blutanalysen ergaben. Selbst zehn Wochen nach der Infektion waren einige Abwehrzellen verstärkt vorhanden, andere hingegen verringert. Laut einem der Forscher zeige das, dass sich das Immunsystem auch zehn Wochen nach der Erkrankung intensiv mit dem Coronavirus auseinandersetzt.

So bleiben unter anderem auch CD8+-T-Zellen einige Zeit stark aktiviert. Diese töten von Viren befallene Zellen ab. Außerdem seien Antikörper-produzierende Immunzellen im Blut vorhanden gewesen. Der Antikörperspiegel war zudem stärker ausgeprägt, wenn die Patienten hohes Fieber hatten.

Gleichzeitig waren aber regulatorische Zellen vermindert, also solche, die dafür sorgen, dass Immunzellen nicht die überhand übernehmen und eventuell sogar gesunde Zellen angreifen. "Das könnte zur Autoimmunität führen", sagt einer der Forscher. Dabei verlernt der Körper, eigene Strukturen zu erkennen. Er sieht sie als fremd an und attackiert sie mittels einer Immunreaktion. Zudem seien auch bei einigen Patienten eine geringere Konzentration an neutrophilen Granulozyten nachgewiesen worden. Dabei handelt es sich um den häufigsten Typ weißer Blutkörperchen. Dieser zerstört Bakterien.

Warum ist das wichtig? Nun, die Informationen könnten zum einen dabei helfen, bestimmte Symptome richtig zu deuten. Außerdem liefern sie erste Hinweise zu den Covid-19-Spätfolgen. Denn auch lange nach überstandener Krankheit leiden einige unter Erschöpfung oder Herzproblemen.

Schließlich haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler keine Menschen in ihre Studie einbezogen, die zwar nicht an Covid-19 erkrankt sind, dennoch aber ähnliche Symptom-Kombinationen hatten. Für sicherere Erkenntnisse wären solche Kontrollgruppen-Studien jedoch nötig.

(tkr)

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