Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat Knorr-Produkte aus Supermarktregalen geräumt.
Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat Knorr-Produkte aus Supermarktregalen geräumt.Bild: www.imago-images.de / Frank Hoermann/SVEN SIMON

Wegen Mineralölbelastung: Foodwatch kauft Knorr-Produkte in Supermärkten leer

24.02.2022, 12:18

Die Organisation Foodwatch hat verschiedene Knorr-Produkte aus Supermärkten geräumt. Die Verbraucherschützer werfen dem Hersteller-Konzern Unilever vor, mit Mineralöl belastete Knorr-Produkte nicht zurückgerufen zu haben. Ein Labortest von Foodwatch hatte erhöhte Werte in verschiedenen Produkten gefunden.

"Brühwürfel, Schokocreme, Margarine: Viele Lebensmittel sind mit gefährlichen Mineralölrückständen belastet, wie ein europaweiter Labortest von Foodwatch zeigt", erklärt die Organisation in einer Pressemitteilung. In Deutschland seien erhöhte Werte in Nusspli-Creme, Nutella und Knorr-Produkten gefunden worden.

Foodwatch räumen Supermarktregale leer

Die Knorr-Produkte sind jetzt Auslöser für eine Aktion von Foodwatch. Die Organisation wirft dem Hersteller-Konzern Unilever vor, dass er die Brühwürfel und Saucen nicht zurückgerufen hat. Das sei absolut verantwortungslos, betont die Organisation in einem Youtube-Video. Die Verbraucherschützer von Foodwatch zeigen dort, wie sie in Supermärkten in Deutschland, Österreich, Belgien und den Niederlanden die potenziell mit Mineralöl belasteten Knorr-Produkte selbst aus den Regalen räumen und kaufen. An die leeren Regalabschnitte haben sie eine eigene Rückrufbenachrichtigung geklebt, um Verbraucher und Presse auf die Mineralölbelastung und ihre Online-Petition aufmerksam zu machen. Denn weiterhin seien in vielen europäischen Ländern die Produkte noch immer zu finden, nur in Frankreich habe ein Rückruf stattgefunden.

"Unilever tut so, als seien hochgradig mit krebsverdächtigen Mineralölen belastete Knorr-Produkte gesundheitlich unbedenklich. Es ist höchste Zeit, dass die Überwachungsbehörden Unilever die rote Karte zeigen und dazu auffordern, die Produkte zurückzurufen. Unilever verstößt gegen das geltende Lebensmittelrecht, wenn belastete Produkte einfach weiterverkauft werden“, sagt Saskia Reinbeck von Foodwatch in einer Pressemitteilung.

Ohne auf die Aktion von Foodwatch einzugehen, äußere sich Unilever Deutschland gegenüber der Lebensmittelzeitung so: "Unsere Analyse bestätigt, dass die genannten Knorr-Produkte sicher zum Verzehr sind und dass Produkt sowie Verpackung die relevanten regulatorischen Anforderungen erfüllen." Nur Unilever Frankreich habe von den französischen Behörden eine Aufforderung bekommen, die Bouillonprodukte zurückzurufen.

Foodwatch verlangen Null-Toleranzgrenze

Die Aktion von Foodwatch fand auch vor dem Hintergrund einer EU-Sitzung in der kommenden Woche statt, in der über Mineralölverunreinigungen beraten werden soll. Der zuständige Ausschuss müsse klarstellen, dass aromatische Mineralöle in Lebensmitteln auch in kleinsten Mengen schon ein Gesundheitsrisiko darstellen, heißt es in der Pressemitteilung. Man brauche da dringend eine Null-Toleranzgrenze, so Reinbeck von Foodwatch.

(and)

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