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Millionär Heinz raucht trotz Verbot im Auto. Das kommt ihm teuer zu stehen. Bild: RLT 2

"Promis auf Hartz IV": So frech versucht ein Millionär, sich um 50 Euro Strafe zu drücken

Heinz von Seyn-Wittgenstein schimpft mal wieder: Seit der Millionär für das Sozialexperiment "Promis auf Hartz IV" von Arbeitslosengeld II leben muss, ist er häufig mies gelaunt. Entweder er beschwert sich über den karg eingerichteten Wohnwagen, den er mit Freundin Sylwia teilen muss. Oder er motzt, weil er auf dem Campingplatz die Toiletten putzen muss.

In der dritten Folge der RTL 2-Sendung regt er sich nun auf, weil Sylwia in einen Kosmetiksalon geht, um sich über die Preise zu erkundigen. Nicht nur, dass das Budget für Schönheitsbehandlungen eigentlich zu knapp ist, Heinz muss wegen des Geldmangels schon das Rauchen einschränken. In seinen Augen ist es nur fair, wenn Sylwia dafür auf Beauty verzichtet.

"Regt sich auf wegen meiner Zigaretten und geht in ein Kosmetikstudio. Bin ich bescheuert oder was?"

Wie sich Heinz über seine Freundin aufregt.

Was ist "Promis auf Hartz IV"?

Bei dem Sozialexperiment von RTL 2 probieren Adlige wie Heinz von Seyn-Wittgenstein, Prinz Mario zu Schaumburg-Lippe oder C-Promis wie Hubert Fella die Existenz in Armut aus: Drei Wochen lang leben sie wie Hartz-IV-Empfänger. Sie leben in Sozialwohnungen oder Wohnmobilen und mit wenigen hundert Euro zum Leben – entsprechend dem Hartz-IV-Satz.

Der Millionär ist das Leben von Hartz IV nicht gewohnt

Der Millionär ist einen anderen Lebensstil gewohnt. Die prekären Lebensumstände und das Wohnen auf dem Campingplatz machen dem 65-Jährigen zu schaffen. Schläft er außer Haus, dann normalerweise in Suiten von mehreren hundert Euro pro Nacht – für Preise, die seinen aktuellen Hartz-IV-Satz deutlich übersteigen.

Gleichzeitig bedient der Adlige sämtliche Klischees, die Hartz-IV-Empfängern üblicherweise unterstellt werden:

Sylwia zahlt die Strafe heimlich – vom Hartz-IV-Satz bleibt nicht viel übrig

Zu allem Überfluss muss Heinz auch noch eine Strafe von 50 Euro zahlen, weil er im Mietauto geraucht hat. Dagegen weigert sich der Millionär. Schließlich könne niemand beweisen, dass er im Auto tatsächlich geraucht habe. Dass die Kameras ihn dabei gefilmt haben, hat Heinz anscheinend verdrängt.

Obwohl Heinz und Sylwia für die restlichen zwei Wochen nur noch knapp 230 Euro übrig haben, beschließt Sylwia, die Strafe zu zahlen – heimlich, ohne Heinz' Zustimmung.

"Ich denke, es ist besser diese Strafe zu zahlen und Ruhe zu haben."

Sylwia, als sie beschließt, Heinz' Strafe zu begleichen.

Infos zu Hartz IV

Aktuell beziehen in Deutschland fast vier Millionen Erwerbsfähige Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich auch Hartz IV genannt. Dabei übernimmt das Jobcenter Miete (bis zu einem regional abhängigen Quadratmeter-Preis) sowie Heizkosten und zahlt einen monatlichen Leistungssatz. Dieser Satz beträgt zum Beispiel für Alleinstehende und Alleinerziehende 424 Euro.

Heinz wollte sich um die Geldstrafe drücken

Das Sylwia die Kosten für Heinz' Fauxpas beglichen hat, lässt später wieder Heinz' Gemüt hochkochen: Ausgerechnet, nachdem sich Sylwia von der Kosmetikerin beraten ließ und Heinz sich darüber bei ihr beschwert, lässt Sylwia die Bombe platzen. Vom Hartz-IV-Geld sind gerade einmal 160 bis 170 Euro übrig, wie sie in der Sendung sagt. Weil sie die 50 Euro Strafe gezahlt hat.

"Ich hab' doch gesagt, die zahl ich nicht!", schimpft Heinz gleich los. "50 Euro verbrannt!" Er meint, er hätte die Situation allein klären sollen, ohne Sylwias Initiative.

"Wenn die das Geld wollen, müssen die mich verklagen!"

Er hat damit gerechnet, dass die Gerichtskosten höher sein würden als die 50 Euro, die er der Autovermietung schuldet. Dann hätten die Vermieter die Sache auf sich beruhen lassen und Heinz hätte sich um die 50 Euro drücken können – so seine Annahme.

Sylwia hat seine unehrlichen Absichten allerdings durchkreuzt. Heinz tobt – aber das Geld ist nun weg.

Dass der Millionär sich wegen 50 Euro so aufregt, könnte ein Zeichen dafür sein, dass er das Probe-Leben auf Hartz IV ernst nimmt. Einsicht über sein Fehlverhalten zeigt er jedoch nicht. Schließlich wäre es am günstigsten gewesen, wenn Heinz im Auto einfach nicht geraucht hätte. Ehrlich währt nun mal am günstigsten.

(ak)

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