IKEA ist ein multinationaler Einrichtungskonzern. Das Unternehmen wurde 1943 von Ingvar Kamprad in Schweden gegruendet und gehoert inzwischen der im niederlaendischen Delft registrierten Stiftung Stic ...
Das Möbelhaus Ikea hat die Schwachstelle eingeräumt und angekündigt, sie zu beheben. Bild: IMAGO/Manfred Segerer

Ikea-Produkt mit fataler Sicherheitslücke sorgt für Aufregung

14.10.2022, 07:11

In Zeiten von Inflation und Energiekrise sind alle Menschen angehalten, Gas und Strom zu sparen. Weil ihnen sonst hohe Rechnungen drohen, überlegen es sich viele zweimal, ob sie nun die Heizung aufdrehen oder das Licht anmachen. Jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden und die Temperaturen sinken, fallen diese Entscheidungen oft nicht leicht.

Die Vorstellung, dass auf einmal ein Fremder über das Licht in der eigenen Wohnung verfügen kann, klingt nicht nur vor diesem Hintergrund ganz schön gruselig. Was, wenn die Lampen zu Hause plötzlich und wie von Geisterhand grell leuchten, wild blinken oder ausgeschaltet werden und man sich in völliger Dunkelheit wiederfindet? Für einige Ikea-Kund:innen ist ein solches Szenario nicht auszuschließen.

"Ein Angreifer mit preiswerter Hardware, einem Laptop und einem 25-Dollar Funkgerät, kann diese Sicherheitslücke ausnutzen."
Sicherheitsexperte Jonathan Knudsen laut "The Register"

Ikea-Produkt ist anfällig für Hackerangriffe

Wer bei Ikea eine Lampe der Serie Tradfri gekauft hat, muss aufpassen: Wie sich herausgestellt hat, gibt es bei dem Smart-Home-System des schwedischen Möbelhauses eklatante Sicherheitslücken. Durch eine Schwachstelle in der Software ist es anfällig für Hackerangriffe. Das berichtet das englische Nachrichtenportal "The Register", das sich auf Technik spezialisiert hat.

Einrichter Ikea setzt zunehmend auf Smart-Home-Technologie wie die Produktreihe Tradfri.
Einrichter Ikea setzt zunehmend auf Smart-Home-Technologie wie die Produktreihe Tradfri. bild: screenshot

Glühlampen, die mit dem Smart-Home-System arbeiten, können sich via App oder Fernbedienung ein- und ausschalten sowie dimmen lassen. Verschafft sich ein Hacker Zugriff darauf, kann er die manuellen Einstellungen der Nutzer:innen wieder auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Eine gedimmte Lampe könnte dann plötzlich wieder mit maximaler Helligkeit leuchten oder auch ganz ausgeschaltet werden.

"Ein Angreifer mit preiswerter Hardware, einem Laptop und einem 25-Dollar Funkgerät, kann diese Sicherheitslücke ausnutzen", zitiert "The Register" den Sicherheitsforscher Jonathan Knudsen. Der Hackerangriff könne aus einer Distanz von 10 bis 100 Metern erfolgen, warnt er. Technisch bewanderte Nachbar:innen könnten sich also makabre Witze erlauben.

Software-Update soll Problem lösen

Konfrontiert mit der Sicherheitslücke erklärt ein Ikea-Sprecher laut "The Register": "Wir werden weiter daran arbeiten, die Sicherheit und Funktionalität unserer Smart-Produkte zu verbessern". Ein Software-Update könne helfen, ab der Version 1.19.26 sollen die Geräte nicht mehr anfällig für Angriffe sein.

Auch Sicherheitsexperte Knudsen hat für Betroffene laut "The Register" einen Tipp parat. "Um sich von diesem Angriff zu erholen, könnte ein Benutzer jede Glühbirne manuell wieder zum Netzwerk hinzufügen", sagt er.

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