Chris Galêra hat sich der Sologamie-Bewegung angeschlossen.
Chris Galêra hat sich der Sologamie-Bewegung angeschlossen. bild: Instagram/cristianegaleraoficial

Model sorgt für viel Aufsehen mit Hochzeit: "Werde mich nicht so bald scheiden lassen"

20.10.2021, 18:5423.11.2021, 10:41

Im weißen Kleid, mit einem Blumenstrauß in der Hand und einem strahlenden Lächeln im Gesicht, posiert Chris Galêra vor einer Kirche in São Paulo. Die brasilianische Influencerin hat vor Kurzem die wichtigste Person in ihrem Leben geheiratet – nämlich sich selbst. Mit Narzissmus und Arroganz hat die Aktion wenig zu tun. Stattdessen möchte das Model ihren 175.000 Instagram-Followern damit eine wichtig Botschaft vermitteln.

Den Bund der ewigen Treue ist die 33-Jährige eingegangen, um ihre Liebe zu sich selbst zu feiern und "andere Frauen dazu zu inspieren, ihr Selbstwertgefühl zu steigern", wie die Brasilianerin unter ihrem Beitrag erklärt.

Skurrile Aktion mit wichtiger Botschaft

"Ich habe mich der Sologamie-Bewegung angeschlossen", führt sie weiter aus. Bei dieser geht es darum, sich mit all seinen Schwächen zu akzeptieren und das eigene Glück nicht von anderen Personen abhängig zu machen. "Ich werde mich nicht so bald scheiden lassen", witzelt Chris Galêra unter dem Hochzeitsfoto. Ihre Fans sind begeistert von der Aktion und überschütten sie mit Glückwünschen.

Mit ihrer Selbst-Hochzeit versucht das Model zu zeigen, dass sie keinen Partner und keine Partnerin braucht, um ein erfülltes Leben zu führen. Das findet auch die Sologamistin Sophie Tanner: "Wir sollten aufhören nach dem Glücklich-bis-ans-Ende-aller-Tage zu suchen, und lieber glücklich im Hier und Jetzt sein. Darum geht es bei Selbstliebe“, sagt sie gegenüber des Radionetzwerkes "Deutschlandfunk Nova".

Ehe ist nicht rechtskräftig

Sologamie stammt ursprünglich aus den USA, wo bereits Ende der 1990 Jahre auf dem "Burning Man Festival" Selbstheiraten durchgeführt wurden. Durch öffentlichkeitswirksame Zeremonien und Filme wie "I Me Wed" ist der Trend nun auch in andere Teile der Welt rübergeschwappt.

In Japan und den USA werden sogar spezielle Sologamie-Pakete verkauft – mit Ring, Karte und allem was zur Traumhochzeit dazu gehört. Dennoch ist die Ehe nicht rechtskräftig, sondern vielmehr symbolischer Natur.

Zeichen der Emanzipation

Auffällig ist, dass vor allem Frauen sich in der Öffentlichkeit das Jawort geben. Das liegt womöglich daran, dass das Single-Dasein für sie mit mehr Scham behaftet ist und deutlich mehr gesellschaftlicher Druck auf ihnen lastet. Traditionelle Rollenbilder sind in unserer Gesellschaft weiterhin fest verankert.

"Es fällt schlicht nicht auf, wenn ein Mann auf sich fokussiert ist und im Beruf vorankommen will. Wenn hingegen eine Frau erklärt, dass sie ohne einen Partner auskommt, sorgt das für einen Aufschrei", erklärt Dr. Heinz-Jürgen Voß, Professor für Sexualwissenschaft und sexuelle Bildung an der Hochschule Merseburg, im Gespräch mit dem Nachrichtenportal "Welt".

(fw)

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