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"Ozempic babies": Abnehmspritze führt trotz Pille zu Schwangerschaft

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Frauen auf Social Media berichten, durch Abnehmspritzen schwanger geworden zu sein.Bild: pexels / Melike Benli
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"Ozempic babies": Abnehmspritze führt trotz Pille zu Schwangerschaft – das steckt dahinter

04.04.2024, 17:0604.04.2024, 17:19
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Abnehmen per Spritze – seit einiger Zeit ist das möglich. Das Medikament Ozempic wurde ursprünglich zur Behandlung von Diabetes-Patient:innen entwickelt. Dann stellte sich heraus: Wer Ozempic spritzt, kann dadurch abnehmen.

Seit Sommer 2023 ist das Medikament auch in Deutschland zugelassen und tritt häufig unter dem Handelsnamen Wegovy auf. Wegovy ist höher dosiert als Ozempic und wird explizit zur langfristigen Gewichtskontrolle bei Erwachsenen angewendet.

Doch das Abnehmen ist nicht der einzige Effekt: Viele Frauen berichten online, dass sie durch die Diätspritze unerwartet schwanger wurden – trotz Anti-Baby-Pille.

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Schwanger dank Abnehmspritze: Wirkung der Pille beeinträchtigt

Die Abnehmspritzen stehen seit ihrer Markteinführung stark in der Kritik. Zum einen soll die Einnahme mit Nebenwirkungen wie Erbrechen und Übelkeit einhergehen. Bei Hollywood-Stars ist das Medikament im Trend, um schnell ein paar Pfunde zu verlieren – selbst wenn sie nicht unter Adipositas leiden. Durch das Image als Abnehmspritze ist außerdem die Nachfrage gestiegen, Diabetes-Patient:innen mussten teils um die Lieferung ihres Medikaments fürchten.

Nutzer:innen auf Plattformen wie Tiktok erzählen jetzt von sogenannten "Ozempic babies". Obwohl sie ein orales Verhütungsmittel, also die Pille, genommen hätten, seien sie schwanger geworden. Einige berichten sogar, dass ihre Ärzt:innen sie zuvor für unfruchtbar erklärt hätten.

Nicht nur Ozempic soll diesen Effekt haben, auch bei Einnahme anderer GLP-1-Medikamente, wie die Diabetes-Spritzen offiziell heißen, sei es zu Schwangerschaften gekommen.

Dass die Wirkung der Pille durch die Abnehmspritze beeinträchtigt wird, ist nicht so verwunderlich, wie es zunächst klingt. Tatsächlich gibt es eine sehr logische Erklärung, wie das US-amerikanische Gesundheitsportal "Healthline" berichtet.

Die Endokrinologin Dr. Neha Lalani erklärt im Gespräch mit "Healthline", dass das Phänomen durchaus real ist. "Wir haben Fälle gesehen, in denen die orale Empfängnisverhütung versagte und die Fruchtbarkeit durch Medikamente wie GLP-1-Agonisten gesteigert wurde", erklärt sie.

Schwangerschaft: Abnehmspritze verlangsamt Aufnahme der Pille

Die Medikamente verlangsamen die Magenentleerung und beeinflussen somit die Aufnahme von Nahrungsmitteln. Dadurch, dass Essen länger im Magen bleibt, fühlen sich die Patient:innen länger satt. In der Folge essen sie seltener und weniger, was zu der gewünschten Gewichtsabnahme führt.

Durch die langwierigere Verarbeitung des Essens werden aber auch oral eingenommene Medikamente wie die Anti-Baby-Pille möglicherweise nicht gleichmäßig vom Körper aufgenommen.

Lalani empfiehlt daher, dass Konsument:innen von Abnehmspritzen auf ein alternatives Verhütungsmittel umsteigen.

Den Herstellern soll die Wechselwirkung der Medikamente bewusst sein, wie ein Arzt auf Tiktok berichtet. Demnach habe Novo Nordisk, das Pharmaunternehmen hinter Ozempic/Wegovy, bereits beim Zulassungsverfahren gegenüber der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA angegeben, dass das Risiko einer Schwangerschaft bei der Einnahme bestehe.

Das Pharmaunternehmen Eli Lilly, Hersteller von Mounjaro, gibt auf seiner Website ebenfalls an, dass die Wirkstoffe der Pille möglicherweise nicht wie gewünscht anschlagen. Zudem sollten Mediziner:innen ihren Patient:innen raten, zusätzliche Verhütungsmittel zu benutzen.

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