Leben
23.09.2011, Frankreich, Paris: ©Jonathan Rebboah/Wostok Press/Maxppp
France, Paris
26/09/2011

Albert Uderzo createur d asterix et obelix  lors de la  celebration de la vente du 350 millionieme  exemplaire d' Asterix et  obelix aux editions hachette livre 

Albert Uderzo creator of Asterix and Obelix in the Celebration of the sale of the 350 millionth copy of Asterix and Obelix at Editions Hachette Book - 2020/03/24.  Le dessinateur Albert Uderzo, créateur avec René Goscinny du personnage d'Astérix, est décédé mardi à l'âge de 92 ans, a-t-on appris auprès de sa famille et de proches.

Haben mich oft zum Lachen gebracht: Asterix und Obelix, gezeichnet von Albert Uderzo. Bild: dpa/watson / ©jonathan Rebboah/Wostok Press

Asterix-Vater Uderzo gestorben: Danke für meine Lieblingshefte!

Ich hatte einen Asterix in der Hand, da konnte ich noch nicht lesen. Bilder anschauen reichte vollkommen. Als ich dann verstand, was Asterix und Obelix erlebten, legte ich die Hefte nicht mehr aus der Hand.

Die Abenteuer von Asterix, dem Gallier, standen gesammelt im Regal meines Papas. Seit frühesten Tage hatte er angefangen, die Hefte zu sammeln. Ein Heft kostete damals 7,50 Mark. Sie waren schon ziemlich ausgelesen, mit Schoko-Flecken, und hier und da war eine Seite eingerissen.

Seit annähernd 30 Jahren lese ich die Hefte – immer wieder. Langweilig werden sie mir nicht. Goscinny und Uderzo sind die ersten Schriftsteller-Namen, die ich kennengelernt habe.

Albert Uderzo ist nun am Dienstag im Alter von 92 Jahren gestorben. Mit seinem Tod geht für mich ein wunderbarer Autor und Zeichner.

Asterix in der Wiege

Aufgewachsen bin ich mit 30 Heften – den klassischen Asterixen, wie ich sie nenne. Nach 1996, so meine ich, hat sich der Stil der Hefte irgendwie verändert. Mit der Zeit kristallisierten sich die Lieblingshefte heraus und die, die man nur einmal liest und dann nie wieder – "Asterix – Der Seher" ist so ein Heft.

45 Minuten brauche ich, um ein Heft mit seinen 48 Seiten durchzulesen. Damals noch eine wichtige Info für meine Mama, wenn sie wissen wollte, wann ich endlich das Licht ausmachte.

Asterix in der Schule

Die Hefte haben mich auch in meiner Schulzeit begleitet. Zuallererst auf einer Klassenfahrt in der Sechsten in die Bretagne, unweit des damaligen Dorfes der Unbeugsamen. In der Nähe gab es ein Feld, das Obelix in "Der Sohn des Asterix" mit Hinkelsteinen "bepflanzt" hat, um für die Milch für das Baby aufzukommen (übrigens auch kein so gutes Heft). In Wirklichkeit stehen die Steinfelder von Carnac schon seit 4500 v. Chr. dort.

In der 12. Klasse lasen wir im Französischunterricht die "Tour de France", ist klar. Und weil ich den deutschen Band hunderte Male durchgelesen habe, hatte ich bei der Übersetzung keine Schwierigkeiten und eine gute Note obendrein.

Latein in den Asterix-Heften

Und auch meine ganzen Latein-Kenntnisse verdanke ich Asterix. Porcus (Schwein), alea iacta est (Die Würfel sind gefallen), veni, vedi, vici (ich kam, sah, siegte). Und nicht nur das.

Als mein Deutschlehrer in der Oberstufe wissen wollte, was der Grundsatz des Philosophen René Descartes "cogito ergo sum" übersetzt heißt, wusste ich die Antwort. Nicht etwa, weil ich Latein hatte, sondern weil das die Losung für ein Römerlager des Feldherren Scipio in Afrika war, die Asterix einem verfeindeten Römer entlocken konnte (in "Asterix als Legionär"). Das berühmte Asterix-Latein.

Der beste Asterix überhaupt

Mein allerliebster Comic bis heute ist und bleibt aber "Asterix und Kleopatra". Zum einen wegen des naiv, liebevollen Architekten, der nur schiefe Häuser bauen kann. Weil eine Frau, Kleopatra, über Cäsar triumphiert. Und zum anderen, weil Obelix so tollpatschig die Nase der Sphinx zerstört. Getoppt wurde dies noch durch den Film. Unbeschreiblich, wie Kleopatra und ihr Löwe zusammen singen.

Ab Minute 1:20 könnt ihr euch das anhören

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Video: YouTube/AMB Production TV

Getrübt wurde die Ära nur durch den Familienstreit, den Uderzo mit seiner Tochter austrug. Offenbar wollte seine Tochter das Imperium an sich reißen. Doch 2014 legten Vater und Tochter den vor Gerichten ausgetragenen Streit um das millionenschwere Asterix-Erbe bei.

So weit wäre es bei meinem Vater und mir nie gekommen. Und damit das auch so bleibt, gab es zu Weihnachten drei gebundene Hefte.

Uderzo wurde 92 Jahre alt und damit ein wahrer Methusalix, wie der Dorfälteste bei den Galliern heißt. "Albert Uderzo ist in seinem Schlaf in seinem Wohnort in Neuilly gestorben", erklärte die Familie. Er erlag demnach "einem Herzinfarkt, ohne Verbindung zum Coronavirus".

Ach ja: Die gelben Kästen, die Beschreibung einer Situation, habe ich bis heute immer überlesen, mich zum Fasching mal als Kleopatra verkleidet und meine Geburtstagskarte gestaltet wie ein Bankett am Ende jeder Geschichte.

Wer war Uderzo?

Als Sohn eines italienischen Instrumentenbauers wurde Albert Alessandro Uderzo am 25. April 1927 in der französischen Gemeinde Fismes westlich der Stadt Reims geboren.

Er wurde mit sechs Fingern an jeder Hand geboren, die Fehlbildung wurde später von Ärzten korrigiert. Zudem war Uderzo farbenblind.

Entscheidend für seine Karriere wurde die Begegnung mit dem Texter René Goscinny im Jahr 1951. Mit ihm erschuf er zunächst die Indianerreihe "Umpah-Pah". Ab 1959 veröffentlichten Uderzo und Goscinny dann in der französisch-belgischen Zeitschrift "Pilote" das erste Abenteuer von Asterix und Obelix. Zwei Jahre später kam das erste Album "Asterix der Gallier" heraus.

Ein Aus befürchteten viele Fans im November 1977: Mit nur 51 Jahren starb Autor Goscinny an einem Herzstillstand. Uderzo aber machte alleine weiter. Für seine eigenen Texte musste er viel Kritik einstecken, es fehlte der ironische Witz seines Compagnon. Im Jahr 2011 gab der unter Arthrose leidende Uderzo das Zepter aus der Hand.

afp

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