Edeka zeigt bei den Preisverhandlungen mit den Herstellen Härte.
Edeka zeigt bei den Preisverhandlungen mit den Herstellen Härte. Bild: www.imago-images.de / Noah Wedel

Zoff um Preise: Coca-Cola droht Edeka mit Lieferstopp

19.12.2021, 08:30

Der Zoff um die besten Preise und Konditionen geht bei Edeka in eine neue Runde: Nach Eckes-Granini, L'Oréal und PepsiCo droht nun eine Unterbrechung der Lieferbeziehung mit Coca-Cola. Zwar laufen die Verhandlungen noch, der Getränke-Hersteller soll allerdings bereits einen Lieferstopp ab dem 1. Januar 2022 angedroht haben, berichtete die "LebensmittelZeitung".

Supermarkt will bessere Konditionen aushandeln

Edeka wickelte seinen Bedarf in diesem Jahr erstmals gebündelt über die Einkaufsallianz "Everest" in Amsterdam und "Epic Partners" ab. Edeka-Vorstandschef Markus Mosa will so bessere Preise und Konditionen für die Supermarkt-Kette aushandeln.

Dr. Andreas Gayk, Geschäftsführer Recht & Politik beim Markenverband, erklärte gegenüber der "Lebensmittel Praxis":

"Edeka ist bei vielen Herstellern der mit Abstand wichtigste Abnehmer. In den Verhandlungen nun Härte zu zeigen hat für Edeka zwei Vorteile: Einerseits bleiben die eigenen Kosten niedrig und man ist so für die Kunden weiter attraktiv. Auf der anderen Seite werden die Hersteller faktisch gezwungen, die gestiegenen Kosten für Rohstoffe bei weniger marktmächtigen Händlern umso stärker durchzusetzen."

Dem Vernehmen nach will der Getränkekonzern Coca-Cola die Forderungen des Epic-Bündnisses nicht akzeptieren.

Andere Hersteller können die Lücke kaum füllen

Wie berichtet, schmiss der Händler bereits die Produkte des Coke-Konkurrenten Pepsi nach einer Nicht-Einigung im Konditionenstreit aus seinen Märkten. Insgesamt 14 Marken sind in Deutschland von der Auslistung betroffen. Darunter: "Doritos", "MountainDew", "Lipton" oder der Energydrink "Rockstar".

In Summe stehen die beiden US-Konzerne für fast 85 Prozent der etwa 2,4 Milliarden Euro schweren Cola-Kategorie im deutschen Handel. Mit Marken anderer Hersteller, wie Fritz-Kola oder Afri-Cola, ließen sich entstehende Lücken in den Regalen nicht einmal ansatzweise füllen. Sollte Coca-Cola also einen Lieferstopp die Tat umsetzen, hätte das gravierende Folgen für Edeka.

Edeka ignoriert wichtige Regel

Der Geschäftsführer des Markenverbands bewertet das Vorgehen Edekas laut "Lebensmittel Praxis" kritisch: "Auch der Handel weiß um die angespannte Situation auf den Rohstoffmärkten. Anstatt gemeinsam das Geschäft zu stabilisieren und voranzubringen, lässt man hier lieber die Muskeln der Marktmacht spielen."

Auch Edeka-intern regt sich der Lebensmittel Zeitung zufolge Kritik. Eigentlich gelte die Regel, sich nicht mit den beiden Softdrink-Riesen gleichzeitig anzulegen, heißt es. Auf internationaler Ebene drohe dieses Szenario nun. Edeka und Coca-Cola kommentieren die Vorgänge nicht.

(abd)

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